Kein Flickenteppich bei der Entsiegelung

Grüne fordern Gesamtkonzept

Steingärten und plattierte Vorgärten.
Steingärten und plattierte Vorgärten. Foto: Carola Quickels

Der Arbeitskreis Umwelt (AK) der Herner GRÜNEN hat die Problematik um die immer beliebteren Steingärten ins Visier genommen. Die zunehmende Versiegelung von Vorgärten und sonstigen Freiflächen ist nicht nur ein Problem für Insekten, die weniger Nahrungsquellen zur Verfügung haben. Gerade im Sommer entwickeln sich diese Flächen zu gesundheitsgefährdenden Hitzeinseln und führen zu Abflussschwierigkeiten des Regenwassers.

Steingärten und plattierte Vorgärten.
Boden-Versiegelung: Steingärten und plattierte Vorgärten und schick eingezäunt. Foto: Carola Quickels

Nach dem verbesserungswürdigen Vorstoß der SPD über die Entsiegelung von Schulhöfen fordert der AK, dass die Entsiegelungspläne nicht bei den Schulhöfen aufhören dürfen. „Wir brauchen eine Freiflächengestaltungssatzung, wie es sie in Erlangen bereits gibt“ fordert die AK-Sprecherin Vivien Wefringhaus. Diese setzt eine angemessene Begrünung von Baugrundstücken für die Zukunft verbindlich fest. Eine solche Satzung soll verhindern, dass Neubaumaßnahmen zu einem Verlust von Grünflächen führen und zeitgleich die Entsiegelung von nicht überbauten Flächen sicherstellen.

Die GRÜNEN halten dafür eine Anhörung von Experten zu dem Thema für sinnvoll, um auch für die Stadt Herne den Stein (wortwörtlich) ins Rollen zu bringen und künftig durch eine verbindliche allgemeine Regelung mehr Grünflächen zu schaffen und zu erhalten.

Um auch den Bestand nicht außer Acht zu lassen, bedarf es einer Initiative, die Aufklärung über die Folgen von versiegelten Gärten enthält und Anreize zur Begrünung schafft. Dazu hält der AK Modellprojekte für sinnvoll, die die Errichtung von Steingärten mit einer Begrünung vergleicht und über die Kosten sowie den oft fehleingeschätzten Pflegeaufwand von Steingärten aufklärt.

Nachdem schon der Grünflächenentwicklungsplan, der die Freiflächensicherung und Grünentwicklung zum Gegenstand hatte, in Herne durch die große Ratskooperation zum Papiertiger degradiert ist, bedarf es jetzt dringend eines Gesamtkonzeptes, das endlich alle Aspekte in den Blick nimmt.

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