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Das Theaterstück 'liebe love and sexperts' wurde anlässlich des Walt Aids Tages gezeigt.

Theaterstück zum Welt-Aids-Tag in der Erich-Fried-Gesamtschule

Jugendliche über Sex und Verhütung aufklären

Jährlich wird weltweit am 1. Dezember der Menschen gedacht, die an den Folgen von Aids verstorben sind und sich dafür eingesetzt, noch bestehende Vorurteile abzubauen. Ebenso wird dieser Tag zur Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit genutzt. Wie jedes Jahr beteiligt sich natürlich auch die Aids-Hilfe Herne mit einer eigenen Veranstaltung an diesem Tag.

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Einfühlungsvermögen, klare Worten und viel Witz

Jedoch lag der Fokus in diesem Jahr auf der sexuellen Aufklärung von Jugendlichen. Deshalb gastierte die Gruppe „Theaterspiel - weil’s Leben live am besten ist“ unter der Leitung von Beate Albrecht in Kooperation mit der Aids-Hilfe Herne am Freitag (1.12.2023) an der Erich-Fried-Gesamtschule. Mit Einfühlungsvermögen, klaren Worten und viel Witz klärten die Schauspieler die Siebtklässler über die erste Liebe, das erste Mal, Sex und Verhütung auf. Selbstverständlich kamen auch die Themen HIV und Aids nicht zu kurz.

„Wir haben uns in diesem Jahr überlegt, den Fokus auf Jugendliche zu richten. Denn sexuelle Aufklärung kann nicht früh genug anfangen. HIV und Aids sind nicht nur Probleme von Suchterkrankten. Es ist wichtig, dass Jugendliche und Heranwachsende wissen, wie sie sich schützen können“, berichtet die Vorsitzende der Aids-Hilfe Herne, Kristin Pfotenhauer, im Gespräch mit halloherne.

Die Schüler fieberten mit den Darstellern mit.

Und weiter: „Wir kooperieren schon sehr lange mit der Schauspielgruppe. Das Großartige an dem Team ist, dass sie die Jugendlichen genau in ihrer Lebenswirklichkeit abholen."

Schüler fieberten mit Protagonisten mit

Das zeigte sich auch während des Stückes. Die Jugendlichen ließen sich auf die Vorführung ein und nahmen aktiv am Geschehen teil. Sie lachten und fieberten mit den Protagonisten mit. Bei der anschließenden Diskussionsrunde stellten sie viele Fragen. Die 15-jährige Liesha zeigte sich positiv überrascht vom Stück. „Es ist richtig cool. Aufklärung wird unterhaltsam dargestellt", so die Schülerin.

Ähnlich sahen es auch Jolina und Kathi (beide zwölf Jahre alt). „Es ist richtig informativ und überhaupt nicht peinlich", sagt Jolina. So sieht es auch ihre Freundin Kathi: „Aufklärung ist ein superwichtiges Thema und das es auch witzig dargestellt wurde, kam bei uns gut an."

Theaterstück zum Welt-Aids-Tag: Diese Aktion gab es am Welt-Aids-Tag in Herne. Dabei arbeiteten die Aids-Hilfe Herne mit der Kadesch gGmbH und der JKD zusammen.

Für Lehrerin Lea Blumenkemper war es wichtig, dass die Jugendlichen einen offenen Zugang zum Thema bekommen. „Ich fand es toll zu sehen, dass die Darsteller zeigen, dass nicht immer alles beim ersten Mal klappen muss und das vieles, was im Fernsehen und Internet gezeigt wird, reine Fiktion ist." Dem schloss sich auch Schulsozialarbeiterin Elena Gramsch an, die den Tag mit organisierte: „Sexuelle Aufklärung ist von großer Bedeutung, gerade auch im Hinblick auf Geschlechtskrankheiten."

Thematik in den Hintergrund gerückt

Abteilungsleiterin Barbara Dawert-Sturm merkte an, dass die Brisanz des Themas Aids in den vergangenen Jahren in den Hintergrund gerückt ist: „Für uns war klar, dass wir das Stück gerne an unserer Schule haben wollen. Denn tendenziell erleben wir, dass in einigen Elternhäusern das Thema HIV und Aids nicht so ausführlich besprochen wird. Deshalb ist uns eine Aufklärung so wichtig."

Die Theatergruppe „Theaterspiel - weil’s Leben live am besten ist“ führt das Stück mittlerweile in ganz Deutschland auf, rund 700 Mal sei es bereits gesehen worden. Produziert und geschrieben wurde es von Beate Albrecht. „Ich komme noch aus einer Zeit, in der Aufklärung so gut wie gar nicht stattgefunden hat. Da hieß es: Nimm dir ein Buch und lies. Das hat bei mir zu einem Vertrauensverlust gegenüber Erwachsenen geführt. So ist es mir ein Anliegen, mit dem Stück Jugendlichen die Themen Aufklärung, Sex und Verhütungen nah zu bringen", sagt Albrecht gegenüber halloherne.

Jährlich wird weltweit am 1. Dezember der Menschen gedacht, die an den Folgen von Aids verstorben sind.

Zeichen gegen Stigmatisierung setzen

Am Ende der Veranstaltung begutachteten zahlreiche Schüler die Auslagen und Flyer von der Aids-Hilfe Herne und nahmen Informationsmaterial mit.

Abschließend zeigte sich Kristin Pfotenhauer, im Gespräch mit halloherne, zufrieden: „Ich glaube wir konnten heute sehr viele Schüler für die Thematik Aids sensibilisieren und wichtige Aufklärungsarbeit leisten. Denn uns als Aids-Hilfe ist es immer ein Anliegen, ein Zeichen gegen Stigmatisierung zu setzen und uns für Solidarität mit den Betroffenen stark zu machen."

Flyer und Infomaterial zur Aktion am Welt-Aids-Tag in Herne von Aids-Hilfe Herne in Kooperation mit der Kadesch gGmbH und JKD.
| Autor: Julia Blesgen