Hilfe für erwachsene Zuwanderer

Migrationsberatung informiert über ihre Arbeit

AWO, das DRK, die Jüdische Gemeinde sowie PlanB Ruhr e.V. organisierten den Aktionstag
v.l. Türkan Bektas, Kemal Caprak, Ali Mohammad, Natilia Tsirina. Foto: Julia Blesgen

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Jüdische Gemeinde sowie der Verein PlanB Ruhr organisierten gemeinsam den Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE)-Aktionstag am Mittwoch (23.9.2020) in den Räumen des Fachdienstes Migration und Integration der AWO, am Bahnhofsplatz (halloherne berichtete). Unter den Gästen waren auch DRK-Geschäftsführer Dr. Martin Krause und Stadtrat Johannes Chudziak.

Arbeit sichtbarer machen

Ziel des Tages war es, die Funktion der MBE und weitere Migrationsfachdienste sichtbarer zu machen. In einer Präsentation stellten Ali Mohammed von PlanB und Kemal Caprak vom DRK die Arbeit der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer dar. Später wurde in einem Rollenspiel dargestellt, wie eine Beratung in der Praxis aussieht.

So ist die MBE Bestandteil des Integrationsangebotes des Bundes und bietet seit 2005 anerkannte Anlauf-und Beratungsstellen für Menschen mit Migrationshintergrund in ganz Deutschland. Die Menschen, die bei der MBE Rat suchen, kommen überwiegend aus Syrien oder Südosteuropa. Es sind aber auch Menschen aus dem Irak oder Afghanistan sowie Personen, die schon längere Zeit in Deutschland leben, dabei. Derzeit können Ratsuchende bundesweit 1.493 Beratungseinrichtungen aufsuchen.

„Wir vom DRK betreuen Menschen mit Bleibeperspektive. Wir helfen ihnen bei allem, was mit Behörden zu tun hat. Wir helfen auch bei der Suche nach einem Kinderbetreuungsplatz", so Kemal Caprak.

Corona als große Herausforderung

Besonders die Corona-Pandemie habe die MBE vor eine große Herausforderung gestellt. „Viele unserer Klienten sind nicht computer-affin. So haben wir auch versucht, übers Telefon in Kontakt zu bleiben oder haben Briefe zu den Menschen geschickt. Wir wollten den Menschen verdeutlichen: Wir sind noch für euch da, auch wenn wir uns gerade nicht sehen können", so Caprak weiter.

So habe die MBE auch ihr Online-Angebot verstärkt. Seit 2019 gibt es die Online-Beratung mbeon, die vom DRK entwickelt wurde. Das Angebot umfasse 360 Berater, die 25 Sprachen sprechen.

AWO, das DRK, die Jüdische Gemeinde sowie PlanB Ruhr e.V. organisierten den Aktionstag
So kann ein Beratungsgespräch ablaufen. Foto: Julia Blesgen

„Der Vorteil hierbei ist, dass mbeon schnell und unkompliziert benutzt werden kann. Außerdem kann die App rund um die Uhr genutzt werden", so Ali Mohammad.

Weiter führte er aus: „Die Beratung kann auch anonym stattfinden, sodass Menschen, die vielleicht aus Scham nicht in ein Beratungsgespräch kommen wollen, auch hier Hilfe finden." Dennoch sei dieses Angebot noch in der Anfangsphase.

Die Corona-Pandemie und der Lockdown im März waren eine enorme Belastung, darin sind sich alle Vertreter der MBE einig. Diese Zeit sei eine Herausforderung für Berater vor Ort und die Ratsuchenden gewesen. „Wir mussten schnell kreativ werden, um unsere Klienten weiter zu erreichen", so Natalia Tsirina von der Jüdischen Gemeinde Bochum, Herne, Hattingen.

Türkan Bektas von der AWO ergänzte: „Wir mussten schnell zusehen, dass wir wieder mit den Menschen arbeiten konnten. Denn wir bieten besonders den Frauen einen sicheren Raum zum Austausch."

Den Akteuren ist es auch wichtig, die Systemrelevanz und den Nutzen einer partnerschaftlichen Kooperation zwischen den Migrationsfachdiensten und den Kommunen aufzuzeigen. „Die Corona-Krise hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig und systemrelevant unsere Arbeit ist. Deshalb ist es uns ein Anliegen noch mehr über unser Netzwerk zu informieren und unserer Arbeit noch bekannter zu machen", so Bektas.

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