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Berufsorientierungstag an der Hans-Tilkowski-Schule am Dienstag (30.1.2024) mit 38 verschiedenen Ständen von Firmen und mehreren Workshops: Hier probiert Efe Shevket (vorne) Erste Hilfe an einer Puppe aus, die Azubis der Herner Bädergesellschaft, Eridon Osmani und Victoria Häckel (re.), erklären, wie es geht - sie werden Fachkraft für Bäderbetriebe.

Tag der Berufsorientierung an der Hans-Tilkowski-Schule

Frühzeitig über eine Ausbildung informieren

Deutschland braucht mehr besetzte Ausbildungsstellen: Das ist keine neue Erkenntnis. Dennoch setzt die Hans-Tilkowski-Schule genau hier an. Sie möchte ihren Schülern schon früh die Möglichkeit geben, sich über mögliche Ausbildungsberufe und den späteren Berufsweg zu informieren. Zu diesem Zweck fand am Dienstag (30.1.2024) der zweite Berufsorientierungstag statt.

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38 verschiedene Firmen hatten sich zwischen 9 und 13 Uhr in der Schule eingefunden, die rund 350 Schüler konnten sich ihre Besuche frei aussuchen. So waren unter anderem Eiffage, Heitkamp, Lobbe, Dachdecker Dettmar, die Herner Bädergesellschaft, die St. Elisabeth-Gruppe, Stadtwerke Herne sowie Gelsenkirchen und viele weitere vor Ort.

Verschiedene Workshops

Doch das war nicht alles: Zusätzlich wurden verschiedene Workshops angeboten. Einer davon ist von den Sporthelfern der Workshop „Sport und Beruf“. Hier wird den Schülern erläutert, wie die Ausbildung dazu funktioniert, wie hoch die Vergütung ist (fünf Euro pro Stunde) und welche Vorteile so etwas für den Lebenslauf bietet. Anschließend steht ein kleines Sportspiel auf dem Programm, bevor das Thema zum „DFB Juniorcoach“ wechselt.

In einem anderen Workshop werden die Bewerbungsunterlagen gesichtet und erstellt, ein paar Türen weiter treffen „Märchen auf Robotik“. Hier wird das Lese- und Hörverständnis gefördert, ein kleiner fahrender Sensor reagiert auf Farben, die aufgemalt werden müssen. Daneben gibt es in der Fahrrad AG Infos, wie man seinen Drahtesel repariert.

Die Firma Lobbe hatte direkt einen Lkw auf dem Schulhof geparkt, den die Schüler begutachten konnten.

Erst zum zweiten Mal überhaupt findet solch ein Tag der Berufsorientierung an der Hauptschule statt. „Der Start im vergangenen Jahr war schon gut, dieses Mal haben wir aber noch drei Betriebe mehr dabei“, erläutert Schulleiter Lothar Heistermann im Gespräch mit halloherne. Erste Erfolge gibt es auch schon zu vermelden: „Sechs Schülerinnen und Schüler haben nach dem Abschluss zum Sommer 2024 eine Ausbildung bei der St. Elisabeth-Gruppe sicher.“

Mehr Vertrauen durch den direkten Kontakt

Hier setzt die Schule an. Ausbildungen sollen nicht erst ab der achten oder neunten Klasse interessant werden. „Wir binden die Schüler bereits ab der fünften Jahrgangsstufe mit ein. Sie sollen sich frühzeitig informieren, ihre Bewerbungsunterlagen anfertigen und schauen, was ihnen gefallen kann“, schildert Heistermann. „Durch den direkten Kontakt entsteht mehr Vertrauen.“

Erfahrungsgemäß sei es schwierig, die Jugendlichen zu bestimmten Formaten zu bewegen, daher besuchen seit einiger Zeit immer öfter Firmen direkt die Schulen, um von ihren Ausbildungsmöglichkeiten zu erzählen und „anpacken“ zu können.

Erste Hilfe an einer Puppe testen

Auch wenn sie das Schwimmbecken nicht einpacken und mitbringen können, sind mehrere Personen der Herner Bädergesellschaft vor Ort und haben eine Puppe dabei, um Erste Hilfe testen zu lassen. Efe Shevket aus der siebten Klasse probiert das mal aus, die Azubis Victoria Häckel und Eridon Osmani geben Tipps und erzählen dabei von ihrer Ausbildung.

38 Stände gab es im Erdgeschoss.

„Das macht Spaß und die Ausbildung klingt interessant“, sagt Efe. „Ein Praktikum kommt für mich auch in Betracht.“ Das freut die Verantwortlichen, denn gerade die Möglichkeit für ein Praktikum würde oft die Augen öffnen. Schließlich habe eine „Fachkraft für Bäderbetriebe“, wie es mittlerweile offiziell heißt, mehr als das früher als Bademeister bekannte Rumsitzen und die Pfeife benutzen zu tun.

Praktikum im Bereich Tiefbau klingt interessant

Ein paar Meter weiter wird es handwerklicher. Mladen Mitev steht am Stand vom Bauunternehmen Eiffage. „Ich schaue mir mal an, was man hier machen kann. Der Bereich Tiefbau hört sich aber interessant an, ich überlege auch mal ein Praktikum zu machen“, erläutert der 17-Jährige, der im Sommer die Schule abschließen wird.

Am Stand von Dachdecker Dettmar wird unterdessen der Schieferhammer geschwungen. Wer ein wenig Geschick aufweist, kann hier mit etwas Schlagen und Klopfen ein nettes Andenken aus einer Schiefertafel zaubern.

Für einen Vater, der schon ein Kind auf der Hauptschule hatte und ein weiteres aktuell die Hans-Tilkowski-Schule besucht, sagt am Rande: „Diese Hauptschule ist die beste.“ Schulleiter Heistermann freut sich über das Lob, bevor er direkt zum nächsten Stand läuft, um sich Gespräche zwischen Schülern und Firmen anzuhören. Es gibt schließlich noch einige Ausbildungsplätze zu vergeben.

Mit einem Schieferhammer konnte man beim Dachdecker Dettmar eigene Erinnerungsstücke schlagen.
| Autor: Marcel Gruteser