Excellence Department in Herne möglich

Drei Hochschulen wollen gemeinsame angewandte Forschung betreiben

Erster Plan für mögliche neue Hochschule der Polizei und Verwaltung am brachliegenden Müller-Areal, neuer Name Funkenbergquartier.
Auf dem brachliegenden Müller-Areal, neuerdings Funkenbergquartier genannt, könnte das Excellence Department entstehen. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

Ein sogenanntes Excellence Department für angewandte Lehre, Forschung und Transfer wollen die Fachhochschule Dortmund, die Hochschule Bochum und die Westfälische Hochschule gründen. Dort ist angedacht, zwölf Professuren mit rund 30 bis 40 wissenschaftlichen und weiteren Mitarbeitern zu den Schwerpunkten Energie, Mobilität und Digitalisierung forschen zu lassen. Das Ganze soll als Masterstudiengang für vier Semester für Studierende angeboten werden.

Bei einer Pressekonferenz am Montag (19.4.2021) stellten Prof. Jürgen Bock, Präsident der Hochschule Bochum, und Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda die Überlegungen vor. Denn: Eine gemeinsame Machbarkeitsstudie sieht Herne als passenden Standort. Der genaue Standort könnte am Funkenbergquartier entstehen, an dem auch die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung (halloherne berichtete über die Idee und über die Bewerbung) sowie das Forschungszentrum Nachbergbau (halloherne berichtete) gebaut werden könnten. Aber: Entschieden ist noch nichts.

Vorstellung der Pläne zum Excellence Department: (v.li.) Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda und Prof. Jürgen Bock, Präsident der Hochschule Bochum.
Stellten die Pläne zum Excellence Department vor: (v.li.) Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda und Prof. Jürgen Bock, Präsident der Hochschule Bochum. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

Für das Excellence Department soll unter anderem ein Förderantrag für Mittel aus dem 5-Standorte-Programm gestellt werden, mit dem Standorte von Steinkohlekraftwerken beim Strukturwandel unterstützt werden sollen - über diese Unterstützung wird aber noch entschieden. Um den vom Kohleausstieg besonders betroffenen Kommunen Perspektiven im Strukturwandel zu eröffnen, wird die Bundesregierung in Nordrhein-Westfalen fünf Standorte von Steinkohlekraftwerken bis 2038 mit maximal 662 Millionen Euro unterstützen. Herne ist einer der Standorte, die die zusätzlichen Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen können. Weitere sind Gelsenkirchen, Duisburg, Hamm und der Kreis Unna.

Prüfung der Machbarkeitsstudie

Die Machbarkeitsstudie wurde in der zweiten Jahreshälfte 2020 von den drei Hochschulen erarbeitet und liegt nun zur Prüfung beim Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW. Ausgangspunkt war das Themenforum der RuhrKonferenz „Stahlkraft und Wirkung der Wissenschaftslandschaft erhöhen" – initiiert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

„Wir als Hochschulen machen bereits einiges in Herne, da könnte dies nun der nächste Teil werden“, sagte Jürgen Bock und meinte damit unter anderem die Hochschulallianz und das Ruhrvalley. So soll es sich nicht um ein zeitlich begrenztes Projekt handeln, sondern um einen gemeinsam genutzten Fachbereich.

Vorstellung der Pläne zum Excellence Department: (v.li.) Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda und Prof. Jürgen Bock, Präsident der Hochschule Bochum.
Müssen die Beschlüsse vom 5-Standorte-Programm und vom Kulturministerium noch abwarten: (v.li.) Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda und Prof. Jürgen Bock, Präsident der Hochschule Bochum. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

Die rund 80 Studierenden pro Studiengang würden den Großteil des Studiums am Standort Herne absolvieren. „Das wird daher interessant, weil sich dadurch Campus-Charakter aufbaut und auch ökonomische Effekte hätte. Die beiden anderen Projekte würden dabei helfen, den Standort weiter voranzutreiben. Es zeigt sich auch: Wir könnten, wenn wir gelassen werden“, sagte Frank Dudda. „Es würde ein signifikante Veränderung für Herne bedeuten.“

Zahlreiche Verbände und Unternehmen wie die IHK Mittleres Ruhrgebiet, der RVR, Evonik, Gelsenwasser und die Emschergenossenschaft hätten laut Dudda bereits ihre Unterstützung angekündigt und sich zum Konzept bekannt, ebenso die Bezirksregierung Arnsberg.

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