Ende einer langen Geschichte

'Verein Arbeitslosenzentrum Herne' löst sich zum Jahresende auf

Arbeitslosenzentrum Herne.
Der Verein Arbeitslosenzentrum Herne wird zum Ende des Jahres 2022 aufgelöst. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

Dass das Pressegespräch am Mittwoch (18.5.2022) nicht leicht für Franz-Josef Strzalka, Leiter des Arbeitslosenzentrums Herne, und Ulrich Schürmann, Vorsitzender des Vereins Arbeitslosenzentrum ist, merkt man beiden an. Denn beide müssen verkünden, dass sich der Verein Arbeitslosenzentrum Herne zum 31. Dezember 2022 auflösen wird. Dies wurde gemeinsam auf einer Mitgliederversammlung am 3. Februar 2022 beschlossen.

Das Zeppelin-Zentrum an der Zeppelinstraße bleibe jedoch von der Entscheidung unberührt. Her geht die Arbeit wie gewohnt weiter.

Die Gründe für die Vereinsauflösung nach 38 Jahren seien vielfältig, jedoch spiele auch der finanzielle Aspekt eine große Rolle. „In guten Zeiten haben wir jährlich 75.000 Euro eingenommen. Aber diese Zeiten sind schon länger vorbei. Als dann auch noch Jahr 2019 die Einnahmen aus den Altkleidersammlungen wegbrachen, fielen fast die Hälfte unserer Einnahmen weg", so Ulrich Schürmann, Vorsitzender des Vereins Arbeitslosenzentrum Herne.

Finanzielle Einbußen und Personalwegfall

Weiter führt er aus: „Wir erhalten zwar Mitgliederbeiträge und eine Förderung des Landes, aber diese decken das finanzielle Loch nicht." Zwar habe der Verein Rücklagen gebildet, lebe aber bereits seit diesem Jahr von den Rücklagen.

Franz-Josef Strzalka, Leiter des Arbeitslosenzentrums Herne.
Franz-Josef Strzalka, Leiter des Arbeitslosenzentrums Herne. Foto: Carola Quickels

Als zweiten Punkt für die Auflösung nennt Schürmann auch den personellen Wegfall. So würde Franz-Josef Strzalka als Leiter des Arbeitslosenzentrums Herne zum Ende des Jahres in den Ruhestand gehen, ebenso eine weitere Kollegin, die die Geschäftsführung übernahm. „Es gehen die Personen, die den Laden am Laufen gehalten haben", sagt der Vorsitzender des Vereins.

Ebenso sei es nicht möglich, Nachfolger zu finden, da Neueinsteigern keine zeitliche Perspektive geboten werden könne. Ferner fehle es auch an Nachwuchs im Verein. Schürmer sei mit 68 Jahren das zweitjüngste Mitglied. „Der derzeitige Vorstand hat auch nur nochmals kandidiert unter der Prämisse, dass es auf ein Jahr begrenzt ist und viele, die sich für den Verein interessieren, sind selbst schon gut ausgelastet mit Ehrenämtern", berichtet Schürmer.

'Hoffen, dass die Arbeit weitergeht'

Ende des Jahres sei daher Schluss für den Verein in dieser Form. „Wir würden uns sehr wünschen, dass die Arbeit in einer anderen Form weitergeht. Denn es muss ja nicht heißen, dass die Arbeitslosenarbeit aufhören muss", sagt Franz-Josef Strzalka, Leiter des Arbeitslosenzentrums Herne.

Der Verein sei bereits an das Dechanat, die evangelische Kirche und den Caritasverband herangetreten. „Wir wissen natürlich nicht, wie sich die betreffenden Personen entscheiden werden. Dennoch hoffen wir sehr, dass es mit neuen Strukturen weitergehen kann", so der Leiter des Arbeitslosenzentrums Herne.

Es gibt genug zu tun

Denn genug zu tun, gebe es alle mal. Der Verein komme jährlich auf 600 bis 700 Beratungen. „Unser Impuls war es immer, neben den Beratungen, Menschen zusammenzubringen und aus ihrer Einsamkeit zu holen. Denn Arbeitslosigkeit ist oftmals mit Einsamkeit verbunden", so Strzalka. Deshalb gab es verschiedene Gruppenangebote und Zusammenkünfte.

Auf Nachfrage von halloherne erläutert Strzalka abschließend: „Natürlich ist die jetzige Situation für die Menschen, die zu uns kommen, schwierig und nicht einfach, da das gewohnte Angebot wegfallen wird. Aber ich habe die Hoffnung, dass es mit anderen Strukturen weitergehen wird."

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