Dünkelblau und Caput mortuum

Ausstellung Wimmershoff/Armborst in den Flottmann-Hallen

Ausstellungsstück (Ausschnitt) von Annette Wimmershoff.
Ausstellungsstück (Ausschnitt) von Annette Wimmershoff. Foto: Flottmann-Hallen

Die Ausstellung Gemeinsam sind wir zwei (Dünkelblau und Caput mortuum) von Annette Wimmershoff und Hanns Armborst lädt vom 31. August bis 20. Oktober 2019 in die Flottmann-Hallen. Eröffnung ist am Samstag (31.8.) um 17 Uhr. Jutta Laurinat begrüßt die Gäste in den Flottmann-Hallen. Die Einführungsrede hält Dr. Gabriele Uelsberg vom LVR-Landesmuseum Bonn.

Die Bildidee der Künstlerin Annette Wimmershoff speist sich aus Fundstücken der Gegenstandswelt. Kleine Werkzeuge, in denen sie einen besonderen Reiz in Form und Funktion entdeckt und die ihre Inspiration in Gang setzten, sind Ausgang einer Werkreihe. Beginnend mit genauer Analyse des Formenspektrums, tastet sie sich in verschiedenen Versionen zeichnend an das Objekt heran. In dieser Auseinandersetzung, die sie als „Kampf mit dem Ding beschreibt“, dringt sie tief in das Wesen des Objektes ein.

Aus den unterschiedlich abstrahierten Zeichnungen entnimmt sie das Formenrepertoire für die Gestaltung der Radierungen, Wandreliefs und freistehenden Plastiken. Die sezierten Formen überlagern und durchdringen sich in den Werken zu neuen Kompositionen, die sich immer mehr vom ursprünglichen Gegenstand entfernen. Man spürt noch das Wesen dieses Ursprungs, das in der variierten Formensprache dem Werk zu Grunde liegt. Doch hat jedes seinen ganz neuen eigenen Charakter erhalten, indem nur noch vereinzelt eine Gegenstandsform sichtbar wird.

Ausstellungsstück von Hanns Armborst.
Ausstellungsstück von Hanns Armborst. Foto: Flottmann-Hallen

Die Farbigkeit der Objekte ist reduziert zu Gunsten einer tonigen Vielfalt, in der unbunte Farben nur ganz leicht mit Buntfarben gemischt werden. Einzig die reine Primärfarbe Blau tritt vorwitzig aus dem übrigen Spektrum heraus. Und hier trifft das Blau auf das Blau der Plastiken von Hanns Armborst, in denen außer dieser Grundfarbe nur noch das reine Weiß auftritt. Die Formensprache ist von Anfang an einem reduzierten, ungegenständlichen Repertoire verpflichtet.

Weitgehend von der Form eines Quaders ausgehend, entwickelt er Serien, in denen er konsequent die Beschaffenheit und Möglichkeit dieser stereometrischen Figur auslotet. Das Innenleben entsteht aus der Verbindung mit geometrischen Formen zu den Außenkanten und Seitenflächen, die teilweise geöffnet sind und den Blick nach innen freigeben. So bilden sich zum einen fest umschlossene, kompakte Formen und dann wieder filigrane, sich weit öffnende Skelette.

Trotz des unterschiedlichen Ansatzes im Anfang des Arbeitsprozesses ist der Umgang mit einer abstrakten Formensprache und der seriellen Erarbeitung eines Zyklus bei beiden Künstlern ähnlich angesiedelt, und die Möglichkeiten der Variationen sind längst nicht ausgeschöpft.

August
31
Samstag
Samstag, 31. August 2019, um 17 Uhr Flottmann Hallen Herne , Straße des Bohrhammers 5 , 44625 Herne Öffnungszeiten sind: Di. – So., 14 – 18 Uhr; an Veranstaltungstagen bis 20 Uhr. Die Finissage ist am Sonntag, 20. Oktober 2019.
Quelle: