Die Currywurst gibt's nur noch zum Abholen

Imbisse in der Corona-Krise

Gerd Herzog kann in der Currywurst nur noch Speisen zum Mitnehmen anbieten.
Gerd Herzog kann in der Currywurst derzeit nur Speisen zum Mitnehmen anbieten. Der Thekenbereich ist dabei teils abgesperrt. Foto: Die Currywurst

Der Warte- und Essbereich in der Currywurst an der Heidstraße hat sich ziemlich verändert. Seit einigen Tagen sind die Tische anders angeordnet, der Blick damit auf die Kühltheke versperrt, um einen größeren Abstand zum Personal zu wahren und am Durchgang zur Küche hängt rot-weißes Absperrband, damit Kunden nicht weiter nach vorn können. Besondere Umstände erfordern eben besondere Maßnahmen im Imbiss von Gerd Herzog. Seit Montag (24.3.2020) muss er dazu damit klar kommen, dass bundesweit kein Essen mehr in den Geschäften verzehrt werden darf.

Folglich können alle Kunden, auch die der Currywurst, ihre Speisen nur noch zum Mitnehmen bestellen. „Damit lässt das Geschäft nach, die Umsätze brechen um knapp 80 Prozent ein. Das ist eine harte und schwere Zeit“, fasst Herzog zusammen.

„Ich hätte mir bei den Entscheidungen der Politik zuletzt nicht so ein Hick-Hack gewünscht. Das ging schon los damit, nur bis 15 Uhr öffnen zu dürfen“, moniert der Imbiss-Inhaber. „Man wusste am Wochenende nicht mehr, was nun wie und wo geregelt ist. Erst dachte ich, wir müssen ganz dicht machen. Durch die Bekanntgabe von Angela Merkel konnte ich dann wieder meine Mitarbeiter für montags einteilen.“

In der aktuellen Situation herrscht Übersichtlichkeit in der Pommesbude. Maximal zwei Kunden werden gleichzeitig hereingelassen, damit der erforderliche Abstand voneinander gewährleistet ist. Die Wartenden werden dann nacheinander hereingerufen. Ein älterer Herr betritt das Geschäft, allerdings bleibt er kurz hinter dem Eingang stehen. „Zwei Currywürste, eine Pommes und ein Bier, bitte“, sagt er und geht zum Tisch vor der Kühltheke, um zu bezahlen. Daraufhin verlässt er den Laden und wartet draußen vor der Tür. Als alles fertig ist, klopft eine Mitarbeiterin an das Fenster, um dem Kunden zu signalisieren, dass seine Mahlzeit bereit steht. So geht Imbiss aktuell.

Currywurst für alle.
Die beliebte Currywurst mit Brötchen. Foto: Carola Quickels

Dass der Kunde vor Ort bestellt, ist außerdem momentan eher selten der Fall, berichtet Gerd Herzog: „Wir bitten alle, möglichst per Telefon vorzubestellen. Dann können wir sagen, wann das Essen abholbereit ist und insgesamt entzerrt es die Situation im Laden.“ Dabei hat er die Hoffnung, dass bald wieder mehr Personen den Imbiss aufsuchen. „Ich glaube, dass sich momentan viele nicht trauen, raus zu gehen. Vielleicht wird das in ein paar Wochen wieder besser“, sagt Herzog.

„Insgesamt hoffen wir, dass bald etwas durch die Politik geregelt ist und auf den Weg kommt.“ Damit meint er aus Sicht eines Inhabers vor allem finanzielle Unterstützung. Denn klar ist: Auf Dauer kann auch die Currywurst keinen riesigen Umsatzverlust stemmen. Dies gilt sicher auch für viele andere Imbisse. Restaurants dürfen bekanntlich vorerst gar nicht mehr öffnen.

Bis weitere Einschränkungen oder Verbote kommen, öffnen Gabriele und Gerd Herzog ihren Laden von Montag bis Samstag in der Zeit von 12-19 Uhr. Aktuelle Infos gibt es auf der Homepage oder bei Facebook.

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