Das Leben von Gerda Günzburger

Hannecke und Peter Schmitz sprachen in der Islamischen Gemeinde

Hannecke Schmitz geb. Günzburger und ihr Ehemann Peter Schmitz erzählten die Geschichte Gerda Günzburgers.
Hannecke Schmitz geb. Günzburger und ihr Ehemann Peter Schmitz erzählten die Geschichte Gerda Günzburgers. Foto: Islamische Gemeinde

Am Sonntag (14.11.2021) waren Hannecke Schmitz geb. Günzburger und ihr Ehemann Peter Schmitz zu Gast bei der Islamischen Gemeinde Röhlinghausen.

Sie erzählten den Jugendlichen und Jugendleitern die Geschichte Gerda Günzburgers, der Mutter von Hannecke Schmitz. Denn Lebensgeschichte der Eltern von Hannecke Schmitz ist keine gewöhnliche. Als Angehörige des jüdischen Glaubens zu Zeiten des Nationalsozialismus war die Vergangenheit dieser Familien mit viel Leid und Angst verbunden.

Die Familie Schmitz fasste den Weg, den ihre Familie und viele andere Juden im dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte gehen mussten, in vier Überschriften zusammen: „Geachtet- Ausgegrenzt - Vertrieben - Vernichtet“.

„Es fing mit besonderen Badezeiten für Juden sowie Verboten von sozialen Aktivitäten an und endete mit der Vergasung von sechs Millionen Juden“, so Peter Schmitz in seinem Vortrag.

Die Jugendlichen der Gemeinde hatten die Möglichkeit, Ereignisse, die sie über die NS-Zeit aus dem Geschichtsunterricht in der Schule kennen, an einer ausführlichen Biografie einer Zeitzeugin und ihrer Familie hautnah zu erleben. Besonders vorstellbar für sie wurde es, als Hanneke Schmitz alte Fotos aus der Herner Innenstadt zeigte, auf denen die Geschäfte ihrer Familie abgebildet waren, bevor sie alles von heute auf morgen verloren, nicht nur ihr Vermögen, sondern auch ihre Identität.

Zur Frage, warum wir uns heute noch mit solchen Themen beschäftigen sollten, erwiderten die Jugendlichen in der Gesprächsrunde: „Damit uns das nicht noch einmal passiert“, so Havle Nazik, „Und wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und uns für das Thema sensibilisieren.“

Das Schlusswort der Veranstaltung lautete: „Wer seine Vergangenheit vergisst, wird seine Zukunft verkennen“.

Quelle: