Bündnis für Herne mobilisierte wieder Hunderte

„Besorgte Bürger“ verliefen sich am Rande

Demo des Bündnis Herne am 17.09.2019 auf dem Robert-Brauner-Platz
Mit Fingerfarbe gegen Rechtsextremismus. Foto: halloherne

In der fünften Woche hatte das Bündnis Herne unter dem Motto „Mitmachen. Mitreden. Miteinander.“ am Dienstag (17.9.2019), auf dem Robert-Brauner-Platz eingeladen. Bereits um 17:30 Uhr fand auf dem Platz vor der Kreuzkirche, wie in den Vorwochen, ein ökumenischer Gottesdienst statt, deren Teilnehmer im Anschluss zur Veranstaltung des Bündnisses stießen. Wieder waren es deutlich mehr als 400 Teilnehmer, die auf dem Robert-Brauner-Platz friedlich für eine offene, bunte, respektvolle und gewaltfreie Gemeinschaft in unserer Stadt einstanden.

Erneut protestieren mehrere hundert Menschen gegen den Aufmarsch von Nazis, der sich als Protest
Ökumenischer Gottesdienst an der Kreuzkirche. Foto: halloherne

Musikalisch wurde die Veranstaltung diesmal unterstützt von dem Sänger und Gitarristen Edy Edwards. Viele Wortbeiträge machten deutlich, dass es dem Bündnis um Vielfalt, Miteinander und gegenseitigem Respekt geht – mit einer klaren Absage an rechte Parolen, Ausländerfeindlichkeit und Intoleranz. Starken Applaus erhielten Jürgen Schubert, Vorstandsmitglied des Herner Eishockey-Vereins mit seiner Solidaritätsadresse und der Aussage „Besorgte Bürger wollen wir als Sportverein in Herne nicht haben“, sowie Wolfgang Siebert vom HTC, der betonte, dass die Herner Basketballerinnen nur deshalb die deutsche Meisterschaft erringen konnten, weil im Verein Vielfalt, Toleranz und Miteinander gelebt werden.

Demo des Bündnis Herne am 17.09.2019 auf dem Robert-Brauner-Platz
Demo des Bündnis Herne am 17.09.2019 auf dem Robert-Brauner-Platz Foto: halloherne

Auch Pfarrer Reiner Rimkus, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Herne, sprach zu den Teilnehmern und betonte die humanistischen und christlichen Werte einer offenen, pluralistischen und empathischen Gesellschaft. Etliche kleine Aktionen bereicherten die Veranstaltung.

Bündnis für Herne mobilisierte wieder hunderte zum Gegenprotest Bündnis für Herne mobilisierte wieder hunderte zum Gegenprotest Bündnis für Herne mobilisierte wieder hunderte zum Gegenprotest Bündnis für Herne mobilisierte wieder hunderte zum Gegenprotest

Demo gegen Rechtsextremismus

zur Fotostrecke

Mit Fingerfarben konnte jeder seinen „Daumen gegen Rechts“ auf ein Plakat drücken, Ansteck-Buttons wurden auf dem Platz angefertigt und kostenlos verteilt: gegen Rechts und für ein vielfältiges, buntes Herne. Am „offenen Mikrophon“ kamen aber auch Betroffene zu Wort: Migranten, die Intoleranz und Bedrohung in ihrer Nachbarschaft erleben und sich für die erfahrene Solidarität bedankten. Ihr Aufruf, hinzusehen und hinzuhören erhielt eine breite Zustimmung.

Erneut protestieren mehrere hundert Menschen gegen den Aufmarsch von Nazis, der sich als Protest
Unter Polizeibegleitung: der Aufmarsch der "besorgten Bürger" am Westring. Foto: halloherne

Auch die „besorgten Bürger“ hatten an diesem Dienstag wieder eine Veranstaltung angemeldet. Sie wurden von der Polizei am Rande der City, wie schon in der Vorwoche über die Von-der-Heydt-Straße und den Westring zur Poststraße geleitet. Die etwa 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschränkte sich dieses Mal aber nicht auf einen Schweigemarsch, sondern trugen zwei Transparente vor sich her, auf denen sie versprachen, für die „Sicherheit und Zukunft Herner Familien“ und gegen „illegale Einwanderung“ zu sorgen. Auf einem zweiten Banner zweckentfremdeten sie das Herner Stadtwappen mit dem Slogan: „Stark für Herne“. Ungestört konnten sie aber nicht auf ihrer Nebenroute laufen, denn ein paar Dutzend Menschen mit bunten Regenschirmen säumten ihren Weg, beschirmten die „Besorgten“ und sangen lautstark den Refrain des Ärzte-Songs „Schrei nach Liebe“ mit einem deftigen "Arschloch!" am Schluss.

Erneut protestieren mehrere hundert Menschen gegen den Aufmarsch von Nazis, der sich als Protest
Bei den "besorgten Bürgern": Ralf Nieland aus Düsseldorf (Bildmitte), führender Kopf der rechtsextremen "Bruderschaft Deutschland". Foto: halloherne
Autor: