Belastungsprobe für die A43-Brücke

Zwei Mal Komplettsperrung für beschädigtes Bauwerk notwendig

Hauptprüfung der Brücke der A43 über den Rhein-Herne-Kanal in Herne (NW), am Montag (26.04.2021). Sie wurde aufgrund der Schäden vorgezogen. Zudem werden an der Brücke Sensoren für die Belastungsprobe installiert, die voraussichtlich Mitte Mai stattfinden wird und Aufschluss darüber geben soll, welche Fahrzeuge vor dem Neubau die alte Brücke noch befahren dürfen. Die Autobahnbrücke ist durch den zunehmenden Schwerlastverkehr beschädigt worden und seit zwei Wochen für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Im Bild: trotz der Sperrung fahren täglich LKW über die Brücke.
Darf hier nicht lang: Ein Lkw fährt über die A43-Brücke, die für Lkw ab 3,5 Tonnen gesperrt ist. An zwei Wochenenden wird sie nun zur Überprüfung komplett gesperrt. Foto: Stefan Kuhn

Welche Fahrzeuge können künftig noch die beschädigte und derzeit für Lkw ab 3,5 Tonnen gesperrte A43-Brücke (halloherne berichtete) über den Rhein-Herne-Kanal befahren? Um diese Frage zu klären, führt die Autobahn Westfalen am kommenden Samstag, 15. Mai 2021, eine Belastungsprobe auf dem Bauwerk durch, teilte die Autobahn Westfalen am Dienstag (11.5.2021) mit.

Zudem finden sogenannte Eigenspannungsmessungen statt, bei denen die Spannkraft des verbauten Stahls ermittelt wird. Für die Arbeiten muss die A43 zwischen den Autobahnkreuzen Herne und Recklinghausen an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden in beiden Fahrtrichtungen komplett gesperrt werden. In der Zeit von Freitag, 14. Mai, 22 Uhr bis Montag, 17. Mai 2021, 5 Uhr sowie von Freitag, 21. Mai, 20 Uhr bis Dienstag, 25. Mai 2021, 5 Uhr, wird der Verkehr aus nördlicher Richtung kommend über die A2 und aus südlicher Richtung kommend über die A42 umgeleitet. Die Anschlussstelle Recklinghausen-Hochlarmark ist in diesen Zeiträumen ebenfalls gesperrt.

Für die Belastungsprobe wurden in den vergangenen Wochen 80 Sensoren an dem Stahlbauwerk angebracht (halloherne berichtete). Sie können Unterschiede in der Temperatur und der Spannung des Materials zwischen verschiedenen Belastungsszenarien sowie kleinste Abweichungen zu den zulässigen Grenzwerten aufzeichnen. Nach der „Nullmessung“ auf der geräumten Brücke werden ab Samstagmorgen vier Lkw mit einem jeweiligen Gesamtgewicht von 32 Tonnen auf dem Bauwerk platziert. In zwölf verschiedenen Positionen – sechs pro Richtungsfahrbahn – werden die Fahrzeuge mit geringen Abständen hintereinander aufgereiht, um bei der punktuellen Be- und der darauffolgenden Entlastung Messwerte zu nehmen.

Die Brücke der Autobahn 43 über den Rhein-Herne-Kanal in Herne (NW), am Donnerstag (30.01.2020).
Die Brücke der Autobahn 43 über den Rhein-Herne-Kanal ist derzeit nur für Pkw bis 3,5 Tonnen freigegeben. Foto: Stefan Kuhn

Außerdem werden an über 40 Stellen am Bauwerk Eigenspannungsmessungen durchgeführt. „Dazu werden wir auch noch das darauffolgende Wochenende benötigen“, sagt Projektkoordinatorin Judith Beier-Tertel. „Jede Messung dauert mit Vorbereitungen mindestens eine Stunde.“ Zusätzlich werden noch die Kräfte gemessen, die in die Lager der Brücke eingeleitet werden, und es wird die Qualität des Stahls geprüft.

In Kombination mit den bei der Belastungsprobe gemessenen Spannungen, Verformungen und der Temperatur wird so ein Berechnungsmodell geschaffen, das den derzeitigen Zustand des Bauwerks möglichst genau abbildet. Das wird dann als Grundlage zur Beurteilung der weiterhin zulässigen Verkehrslast herangezogen.

Wegen der Komplexität der Auswertung und der statischen Betrachtung der Belastungsprobe ist mit Ergebnissen voraussichtlich erst Ende Juni zu rechnen, schreibt die zuständige Autobahn Westfalen. Dann wird auch klar sein, welche Fahrzeuge auf der bestehenden A43-Brücke über den Rhein-Herne-Kanal in den kommenden Jahren bis zur Fertigstellung des Ersatzneubaus fahren können.

Mai
14
Freitag
Freitag, 14. Mai, um 22 Uhr bis Montag, 17. Mai 2021, um 5 Uhr
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