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Die halloherne-Redaktion erreichte am Freitag (8.5.2026) eine Zuschrift von Norbert Arnd. In einem Essay hat er seine Gedanken zum 8. Mai ausgedrückt (Symbolbild).

Stellungnahme von Norbert Arnd

'8.Mai: Tag der Befreiung - Nie wieder Krieg'

Die halloherne-Redaktion erreichte am Freitag (8.5.2026) eine Zuschrift von Norbert Arnd. In einem Essay hat er seine Gedanken zum 8. Mai ausgedrückt.

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So heißt es wie folgt: „Am 8. Mai 1945 wurde Europa vom Faschismus befreit. Mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Ausgelöst worden war dieser Krieg durch den deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939, doch seine forcierte Vorbereitung hatte bereits mit dem 30. Januar 1933 begonnen. Bis zur endgültigen Beendigung des Krieges mit der Kapitulation Japans am 2. September 1945 verloren Schätzungen zufolge etwa 80 Millionen Menschen ihr Leben.

Besonders schwer betroffen war die Sowjetunion, die rund 27 Millionen Tote zu beklagen hatte. Millionen Soldaten der Roten Armee fielen im Kampf gegen den deutschen Faschismus, viele weitere starben in deutscher Kriegsgefangenschaft.“

Erinnerung trotz Anfeindungen

Weiter heißt es: „Bereits am 10. April 1945 wurden Herne und Wanne-Eickel vom Faschismus befreit. Tausende Menschen aus Herne und Wanne-Eickel verloren im Krieg ihr Leben – an den Fronten, durch Bombenangriffe, Verfolgung und Terror. Gleichzeitig mussten etwa 30.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie Kriegsgefangene, insbesondere aus der ehemaligen Sowjetunion, unter unmenschlichen Bedingungen in den Betrieben und Zechen beider Städte arbeiten. Zahlreiche von ihnen überlebten Hunger, Misshandlungen und Gewalt nicht. Die Erinnerung gerade daran kann in unseren Tagen nur mit trotziger Mühe und gegen manche Anfeindung wachgehalten werden.“

Ebenso schreibt er: „Der Faschismus war kein Betriebsunfall der Geschichte und die Nazi-Partei entwickelte sich nicht aus dem nichts. Das allmähliche Erstarken der NSDAP ist ursächlich auf die Krisen der 1920er/1930er Jahre und auch auf die Politik der damaligen bürgerlicher Parteien zurückzuführen. Heutzutage rätseln Politiker und Medien über die Ursachen für den enormen Aufstieg der AfD und anderer Rechtsparteien in der EU, ohne auch nur ansatzweise die eigene Politik in Bund, Ländern und Kommunen, als Ursache in Erwägung und eine grundsätzliche Änderung ihrer politischen Agenda in Betracht zu ziehen.“

Trotz scheinbar aussichtsloser Lage Widerstand

Ferner heißt es von Arnd: „Mit der Befreiung im Mai 1945 öffneten sich auch die Tore der Zuchthäuser und Konzentrationslager. Die wenigen überlebenden Widerstandskämpfer kehrten zurück – sofern sie die Haft, die Folter und die Demütigungen ihrer Peiniger überlebt hatten. Viele Angehörige des Arbeiterwiderstandes aus Herne und Wanne-Eickel, vornehmlich aus den Arbeiterparteien und Gewerkschaften jener Zeit, war die Rückkehr nicht vergönnt oder sie blieben, wenn ihr Überleben geglückt war, den Rest ihres Lebens körperlich und seelisch von der Haft und den Drangsalierungen der Nazis gezeichnet. Diese Frauen und Männer hatten in einer nahezu vollständig gleichgeschalteten Gesellschaft, unter Ausschaltung der Pressefreiheit und unter ständiger Lebensgefahr den Widerstand gegen Krieg und Faschismus nicht aufgegeben. Trotz scheinbar aussichtsloser Lage boten sie, selbst in Lagern und Gefängnissen, dem mörderischen System die Stirn und bewahrten Mut, Solidarität und Haltung.

Gerade diese Menschen dürfen nicht vergessen werden. Ihr Mut, ihr Widerstand und ihr Einsatz für Freiheit und Frieden, gegen den Krieg müssen wachgehalten und an die jüngeren Generationen weitergegeben werden. Das ist eine bleibende Aufgabe, so sehr uns auch der Wind ins Gesicht bläst.“

'Massive Aufrüstung und Russland für immer Feind'

„Heute erleben wir erneut eine massive Aufrüstung Deutschlands und Europas. Rüstungskonzerne wie Rheinmetall verzeichnen enorme Gewinne und streben danach, mit der „stärksten Armee in Europa“, zu den größten Waffenproduzenten weltweit aufzusteigen. Gleichzeitig verschärfen führende Politiker den militärischen Kurs. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) fordert eine stärkere »Kriegstüchtigkeit«, während andere Politiker offen von militärischer Konfrontation mit Russland, das nach Meinung Außenministers Wadephul (CDU) „immer Deutschlands Feind bleiben wird“, sprechen. Die militaristische Stimmungsmache nimmt dabei immer weiter zu und erinnert an eine gefährliche Vorkriegszeit“, so Arnd weiter.

Hochrüstung und Sozialstaatsabbau

Weiterhin heißt es in dem Schreiben: „Die gigantischen Kosten dieser Hochrüstung stehen in einem dramatischen Gegensatz zu den Sozialkürzungen, mit denen die Bevölkerung gleichzeitig konfrontiert wird oder noch werden soll. Während Milliardenbeträge für Waffen, Militär und Rüstung bereitgestellt werden, geraten soziale Leistungen, Bildung, Gesundheit und kommunale Infrastruktur immer stärker unter Druck.

Städte wie Herne leiden seit Längerem unter einer sich zuspitzenden Finanzkrise. Viele Kommunen kämpfen mit maroden Schulen, fehlendem Wohnraum, kaputtgesparten öffentlichen Einrichtungen, Infrastruktur und wachsender Armut. Statt Milliarden in Aufrüstung zu investieren, wäre eine Politik notwendig, die soziale Sicherheit, gute Bildung, bezahlbares Wohnen und lebenswerte Städte in den Mittelpunkt stellt. Nur daran zu erinnern macht dieser Tage bereits verdächtig.“

Kanonen statt Butter

Weiter geht es wie folgt: „Gerade dieser Zusammenhang von Kosten der Hochrüstung wie Waffenlieferungen in aktuelle Kriegsgebiete (etwa Ukraine, Israel) einerseits und Sozialstaatsabbau anderseits wird vielerorts, in den bestimmenden Medien, in Parteien, Sozialverbänden, Kirchen und leider auch von Gewerkschaftsführungen noch tabuisiert und ausgeblendet. Es ist gerade auch an uns, laut zu sagen das es sich um zwei Seiten einer Medaille handelt. „Kanonen und Butter“ funktioniert nicht

Wiedereinführung der Wehrpflicht

Auch in diesem Kontext beschloss der Bundestag am 5. Dezember 2025 die schrittweise Wiedereinführung der Wehrpflicht. Ab Juli 2027 sollen wieder Musterungen stattfinden. Bereits seit Jahresbeginn wurden hunderttausende Fragebögen verschickt. Wer seiner Antwortpflicht nicht nachkommt, muss mit Sanktionen rechnen. Gleichzeitig mehren sich politische Forderungen nach einer vollständigen Wiedereinführung der Wehrpflicht.

Schulstreiks gegen Kriegsdienst

Eine wachsende Zahl vornehmlich jüngerer Menschen steht diesen Plänen kritisch gegenüber. Umfragen zeigen, dass nur ein kleiner Teil der Jugend bereit ist, Kriegsdienst zu leisten. Ausdruck dessen sind auch die bundesweiten Schulstreiks gegen Wehrpflicht, Aufrüstung und Kriegs-ertüchtigung. Bereits zehntausende Schülerinnen und Schüler, Studierende, Eltern, Großeltern und Lehrkräfte beteiligten sich in zahlreichen Städten an Protestaktionen. Eine zentrale Botschaft der Bewegung lautet: Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!“

Erster Schulstreik in Herne

Abschließend heißt es von ihm: Erfreulich und Hoffnung machend hat am heutigen 8.Mai ein erster Schulstreik auch in Herne stattgefunden. Gewiss, diese Aktion war hinsichtlich der Beteiligung in unserer Stadt noch recht übersichtlich aber mit ihr ist hier vor Ort offenbar das Eis gebrochen. Mit einiger Sicherheit wird auch in Herne diese neue Jugendbewegung wachsen und noch von sich hören lassen. Dafür benötigen und erhalten die jungen Menschen, zumindest was uns angeht, jede denkbare Unterstützung.

„Die anwachsenden Proteste zeigen bereits Wirkung. Staatliche Stellen reagieren zunehmend nervös, Aktivisten in anderen Städten berichten von Einschüchterungsversuchen und wachsendem Druck an Schulen. Doch die Bereitschaft junger Menschen, sich für die militärischen Interessen einer völlig enthemmten Elite instrumentalisieren zu lassen, wächst dadurch nicht. Der 8. Mai ist und bleibt ein Tag der Erinnerung, der Mahnung aber auch der Schlussfolgerungen für unsere Zeit: „Nie wieder Faschismus- Nie wieder Krieg“ bleibt aktuell. Gut, wenn das gerade immer mehr junge Menschen kapieren und nicht länger zuschauen.“

Montag, 11. Mai 2026 | Quelle: Norbert Arndt