A43: Neue Schranke ab Mitte Dezember geplant

Zunächst nur in Richtung Wuppertal, FR Münster folgt im Januar 2022

Hauptprüfung der Brücke der A43 über den Rhein-Herne-Kanal in Herne (NW), am Montag (26.04.2021). Sie wurde aufgrund der Schäden vorgezogen. Zudem werden an der Brücke Sensoren für die Belastungsprobe installiert, die voraussichtlich Mitte Mai stattfinden wird und Aufschluss darüber geben soll, welche Fahrzeuge vor dem Neubau die alte Brücke noch befahren dürfen. Die Autobahnbrücke ist durch den zunehmenden Schwerlastverkehr beschädigt worden und seit zwei Wochen für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Im Bild: trotz der Sperrung fahren täglich LKW über die Brücke.
Mit der neuen Schranke nicht mehr möglich: Lkw fahren über die Brücke der A43 über den Rhein-Herne-Kanal. Foto: Stefan Kuhn

Die geplanten Schranken auf der A43 (halloherne berichtete), die den Verkehr über die Emschertalbrücke über den Rhein-Herne-Kanal entlasten und steuern sollen, sie kommen. Zunächst aber nur in Fahrtrichtung Wuppertal, dafür aber sehr wahrscheinlich vor Weihnachten - wenn das Wetter mitspielt. Die Fahrtrichtung Münster folgt bis Ende Januar 2022, erläuterten die Verantwortlichen der Autobahn Westfalen bei einer Videokonferenz am Donnerstag (2.12.2021). Die Schranken werden in Richtung Wuppertal zwischen dem Kreuz Recklinghausen und der Anschlussstelle Recklinghausen-Hochlarmark sowie in der Gegenrichtung zwischen Herne-Eickel und Kreuz Herne aufgebaut.

Wie berichtet, ist die Brücke für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen in beiden Richtungen derzeit gesperrt (halloherne berichtete), trotz Verbotsschildern fahren aber immer noch geschätzt 1.000 Fahrzeuge pro Tag unzulässig über die Brücke so Carola Ziebs, Projektgruppenleiterin beim A43-Ausbau.

Normal sind 100.000 Fahrzeuge pro tag

Anfang April 2021 wurde klar, dass die Brücke der „täglich normalen“ Belastung von rund 100.000 Fahrzeugen, davon elf Prozent Lkw ab 7,5 Tonnen, nicht mehr standhält. Eine Messung mit speziellen Sensoren ergab weitere Aufschlüsse (halloherne berichtete). Nach der weiteren Planung der Schranke und der Ausschreibung geht es nun los.

Die Brücke der Autobahn 43 über den Rhein-Herne-Kanal in Herne (NW), am Donnerstag (30.01.2020).
Bald frei von Fahrzeugen über 3,5 Tonnen: Die Brücke der A 43 über den Rhein-Herne-Kanal. Foto: Stefan Kuhn

Kostenpunkt für die gesamte Anlage: Rund 15 Millionen Euro. Zunächst war von zehn Millionen ausgegangen worden, durch Preissteigerungen im Laufe der Jahre und durch die Pandemie sei dies aber nicht mehr möglich, so Ziebs. „Der Betrieb kostet für vier Jahre zehn Millionen Euro.“ Immerhin: Die Gefahr für eine komplette Sperrung der Brücke für jeglichen Verkehr ist damit vom Tisch, versicherte die Projektgruppenleiterin.

Bereits am kommenden Wochenende, genauer von Freitag, 3. Dezember, 21 Uhr, bis Montag, 6. Dezember 2021, 5 Uhr, beginnt der Aufbau, sagte Guido Meinzer, Projektleiter A43-Ausbau bei der Autobahn Westfalen. Dafür ist eine Vollsperrung in Richtung Wuppertal notwendig (halloherne berichtete). „Bereits jetzt arbeiten wir im Seitenbereich, unter anderem mit Markierungen, um möglichst viel vorher zu schaffen, ohne den Verkehr zu beeinträchtigen. Der Verkehr in Richtung Münster wird normal weiterfahren können“, so Meinzer. Während der Sperrung werden die notwendigen Container für die 24/7-Überwachung aufgebaut, die Kabel verlegt und Schilderbrücken sowie LED-Tafeln und weitere Schilder aufgestellt. „Die Schilderbrücken ähneln den Gestellen, an denen bei einem Konzert die Scheinwerfer hängen“, so Meinzer.

Messstreifen dehnen sich durch das Gewicht aus

Eine Woche später, von Freitag, 10. Dezember, 21 Uhr, bis Montag, 13. Dezember 2021, 5 Uhr, werden die Messstreifen auf der Fahrbahn verlegt. Damit lässt sich - bei Tempo 40, welches dann gelten wird - das Gewicht der Fahrzeuge messen. Ist ein Lkw zu schwer, fährt die Schranke automatisch nach unten und das Fahrzeug muss abfahren. Dafür werden dann - weil Kameras die Kennzeichen aufnehmen - noch Bußgelder an die Halter verteilt. „Diese Streifen dehnen sich unter dem Gewicht der Fahrzeuge“, erläutert Meinzer. „Je nach Ausmaß der Dehnung wird dann das System alarmiert." Aber: Der Einbau ist von der Witterung abhängig. Bei schlechtem Wetter verschiebt sich der Start. Sollte es aber funktionieren, ist die Inbetriebnahme für Freitag, 17. Dezember 2021, geplant.

im Bild: Guido Meinzer, Projektleiter Ausbau A43. Start für den Tunnelvortrieb im Autobahnkreuz in Herne (NW), am Montag (13.09.2021). Der rund 60 Meter lange Tunnel ist Bestandteil der künftigen Abbiegespur von der A43 aus Wuppertal kommend auf die A42 in Fahrtrichtung Duisburg. Im Bild: Guido Meinzer, Projektleiter Ausbau A43.
Guido Meinzer, Projektleiter Ausbau A43, von der Autobahn Westfalen, informierte über die neuen Schranken. Foto: Stefan Kuhn

In Richtung Wuppertal erfolgt die Ableitung über eine Rampe bei der Anschlussstelle RE-Hochlarmark, die dann über eine Umleitung auf die A2 zur Anschlussstelle Herten führt. In der Gegenrichtung fahren die Fahrzeuge auf die A42, um sich dann einen anderen Weg zu suchen. „Zu Beginn werden noch einige Fahrzeuge vor der Schranke stehen. Wir werden auch Flyer in sieben verschiedenen Sprachen verteilen, um die Fahrer auf die Schranken aufmerksam zu machen“, erläuterte Carola Ziebs. An den fünf Schranken der Rheinbrücke auf der A1 bei Leverkusen würden immer noch täglich rund 100 Fahrzeuge vor einer geschlossenen Schranke stehen bleiben, berichtete die Projektgruppenleiterin.

Drei weitere Sperrungen

Um den Aufbau in Fahrtrichtung Münster umzusetzen und abzuschließen sind drei weitere Sperrungen im Januar 2022 notwendig. „Hier haben wir mehr Arbeit vor uns, da wir zunächst noch die Fahrbahn sanieren müssen, welche durch die Arbeiten an den neuen Bahnbrücken in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Fahrbahn muss für die Messstreifen eben sein“, erläuterte Meinzer. Das soll von Freitag, 14. Januar, 21 Uhr, bis Montag, 17. Januar 2022, 5 Uhr passieren.

Umleitung für die Sperrung der A43 über den Rhein-Herne-Kanal in Herne (NW), am Sonntag (11.04.2021). Bei der im Jahr 1965 erbauten Autobahnbrücke wurden erhebliche technische Mängel festgestellt, die ab dem kommenden Montag zur einer Sperrung führt. Falls ein Belastungstest positiv ausfällt, können Fahrzeuge mit einem Gewicht von maximal 3,5 Tonnen weiterhin das Bauwerk passieren. Der Brückenneubau im Zuge des sechsspurigen Autobahnausbaus ist erst für 2024 vorgesehen.
Die aufgestellten Schilder zum Verbot der Durchfahrt auf der A43 brachten nur bedingt Erfolg: Pro Tag fahren schätzungsweise noch 1.000 Fahrzeuge, die zu schwer sind, über die Brücke. Foto: Stefan Kuhn

An den nächsten beiden Wochenenden (Freitag, 21. Januar bis Montag, 24. Januar und Freitag, 28. Januar bis Montag, 31. Januar 2022) wiederholt sich das Prozedere aus der Gegenrichtung mit dem Aufbau der Verkehrssicherung, Kabel, Container und Messstreifen.

Betrieb für vier Jahre geplant

Auf vier Jahre ist der Betrieb der Schranken ausgelegt. Bis zur Fertigstellung der ersten Hälfte der neuen Brücke über den Rhein-Herne-Kanal. Mitte 2025 soll nicht wegen der Schranken erneut in den Verkehr eingegriffen werden. Ist die Brücke fertig, werden die Schranken abgebaut. Ende 2025 werden dann endlich diverse Sperrungen aufgehoben: Die Verbindungsfahrbahnen von der A42 auf die A43 nach Münster im Kreuz Herne, die Verbindungen von der A2 auf die A43 Richtung Wuppertal im Kreuz Recklinghausen und die Sperrung der Auffahrt Recklinghausen-Hochlarmark in Richtung Wuppertal.

Unabhängig von den Schranken gibt es einige andere Sperrungen in diesem Bereich, die früher beendet werden: Die Auf- und Abfahrt der Anschlussstelle Hochlarmark in Fahrtrichtung Münster werden schon Mitte 2022 wieder offen sein. Auch die Sperrung der Verbindung im Kreuz Herne von der A43 Richtung Wuppertal auf die A42 Richtung Dortmund soll im Sommer 2022 wieder zur Verfügung stehen.

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