UWE geht in die zweite Runde

Schülerbefragung hat begonnen

UWE Info-Material.
UWE Info-Material. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

Vertreter der Stadt Herne, dem Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung (ZEFIR) der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Bertelsmann-Stiftung stellten am Dienstag (5.3.2019) die zweite Phase der UWE-Befragung vor (halloherne berichtete). Die Abkürzung UWE steht für Umwelt, Wohlbefinden und Entwicklung von Kindern in Herne. Herne hat 2017 als erste Stadt, bundesweit, an der Befragung teilgenommen. Die ersten Ergebnisse liegen seit Mitte 2018 vor. Die neue Befragungsrunde startete ebenfalls am Dienstag, an der Hans-Tilkowski-Hauptschule an der Edmund-Weber-Straße. „Die Schüler der 7. und 9. Klassen werden befragt. Die Fragen drehen sich um die Lebensumstände der Schüler - hauptsächlich darum - wie wohl sie sich fühlen. Wir stellen Fragen wie: Wie sicher fühlt ihr euch an eurer Schule und in eurer Nachbarschaft? Wie oft bekommt ihr in der Woche ein Frühstück? Wann geht ihr ins Bett und wann steht ihr auf", erklärte Jan Schröder, Leiter des Kommunalen Bildungsbüros der Stadt Herne." Schröder nennt das: „Fragen zu schützenden Faktoren."

Dr. David Gehne.
Dr. David Gehne. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

Dr. David Gehne, von der RUB, erläuterte dazu: „Die Antworten dazu sind in den 7. und 9. Klassen sehr unterschiedlich. In der 9. Klasse pubertieren viele Schüler. Hier wird kaum einer bereits um 21 Uhr ins Bett gehen, wie vielleicht noch in der 7. Klasse. Auch haben viele geantwortet, dass sie, wenn sie um 6:30 Uhr aufstehen, noch nichts frühstücken können, weil ihnen davon schlecht werden würde."

Dr. Regina von Görtz.
Dr. Regina von Görtz. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

Wurde die erste Runde der Uwe-Befragung, in 2017, noch von der damaligen Landesregierung mit 200.000 Euro unterstützt, so liegt die Finazierung 2019 bei der Bertelsmann-Stiftung, bei der Vorstellung vertreten von Dr. Regina von Görtz. „Wir steuern knapp unter 200.000 Euro zu dem Projekt bei. Neben der Finanzierung ist uns wichtig, die erfassten Informationen umzusetzen. Wie kommt man von Daten zu Taten?" Jan Schröder sagte, dass vielen Schülern die Hygiene an den Schulen wichtig sei. „Sie nannten moderne und saubere Toiletten - das würde stark zu ihrem Wohlbefinden beitragen." Die Antworten können den einzelnen Schülern nicht zugeordnet werden. „Wir erhoffen uns von der Befragung Ergebnisse zu den Entwicklungen in den Schulen und den Stadtteilen", so Prof. Dr. Sören Petermann von der RUB.

Gudrun Thierhoff.
v.l. Jan Schröder, Gudrun Thierhoff. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

Die zuständige Stadträtin, Gudrun Thierhoff, griff das Thema auf: „Das Problem bearbeiten wir bereits im Programm Gute Schule 2020. Wir können natürlich nicht von jetzt auf gleich alle Toiletten renovieren lassen. Außerdem kommt es auch darauf an, wie die Schüler mit den Toiletten umgehen. Das ist eine Sache, die schul-intern geregelt werden muss." In Herne machen 13 weiterführende Schulen bei der UWE-Befragung mit, die Teilnahme ist für alle Schüler freiwillig, eine Einverständnis-Erklärung der Eltern der Minderjährigen, ist Voraussetzung. Bis Ostern 2019 soll die Befragung durchgeführt sein. Die Ergebnisse, werden wie in der ersten Runde auch, den Schulen im Herbst in Workshops präsentiert. „Dazu kommen die Projektmitarbeiter in die Schulen. In 2018 haben fünf Schulen dieses Angebot angenommen, die restlichen haben die Ergebnisse selbst verarbeitet", sagte Gudrun Thierhoff. -mehrInfo zu UWE.

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