Zoll stellt über 200 Cannabispflanzen sicher

Paket kam aus Österreich und war an einen Herner (35) adressiert

Cannabispflanzenfund, die in einem Paket an einen Herner waren.
Cannabispflanzenfund, die in einem Paket an einen Herner waren. Foto: Zollfahndungsamt Essen

Bereits am Donnerstag (16.7.2020) beschlagnahmten Beamte der Kontrolleinheit Verkehrswege Hagen des Hauptzollamtes Dortmund bei der Kontrolle des internationalen Postverkehrs in Dortmund ein Paket mit 222 Cannabispflanzen aus Österreich. Das Paket mit den Cannabissetzlingen war an einen Empfänger in Herne gerichtet. Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung der Empfängeranschrift fanden die Beamten ca. 60 Gramm Amphetamin und diverse Konsummengen Marihuana.

Noch während der Durchsuchung erschien der verdächtige Herner in Begleitung eines 33-jährigen Mannes, die aus einer Dachgeschosswohnung des Mehrfamilienhauses gekommen waren. Daraufhin wurde auch diese Wohnung von den Zollfahndern durchsucht. Sie stellten in der Wohnung im Schlafzimmer eine kleine Indoor-Marihuana-Plantage mit ca. zehn Cannabispflanzen, sowie ca. 1,1 Kilo Amphetamin im Kühlschrank sicher. Weiter fanden die Beamten verschiedene Chemikalien, u.a. Koffein, und Zubehör, mit denen Amphetamin konsumfertig gestreckt und hergestellt werden kann. Darüber hinaus wurden auch ca. 2 Kilo Reste von Cannabispflanzen sichergestellt.

Unterdessen erschien vor Ort ein Elektriker, der den Auftrag hatte, aus der „Plantagenwohnung“ eine Stromleitung in den gegenüberliegenden verschlossenen Dachboden zu verlegen. Auch hierzu besaß der 35-jährige Herner den Schlüssel und war Mieter des Dachbodens. Die Durchsuchung des Dachbodens führte die Fahnder zu einer zweiten Indoor-Cannabis-Plantage im Aufbau. Weiteres professionelles Equipment für die Marihuana-Plantage stellten die Zöllner im Anschluss bei der Durchsuchung des Kellerraumes des Herners sicher.

Die vorläufig festgenommen Männer befinden sich inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Der Straßenverkaufswert der sichergestellten Betäubungsmittel beläuft sich auf fast 250.000 Euro. „Eine weibliche Cannabis-(Hanf-)Pflanze liefert im Schnitt etwa 50 Gramm verkaufsfertiges Marihuana. Im vorliegenden Fall hätte die Ernte von ca. 232 ausgeblühten Pflanzen demzufolge ca. 11,6 Kilogramm Marihuana mit einem Straßenverkaufswert von etwa 118.000 Euro erbracht“, so Heike Sennewald, Pressesprecherin des Zoll-fahndungsamtes Essen. Unterstützt wurden die Essener Zollfahnder durch das Technische Hilfswerk Herne. Die weiteren Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt Essen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bochum.

„Die sichergestellten Beweismittel zusammen mit dem sichergestellten Pflanzenmaterial lassen darauf schließen, dass hier sogenanntes ,Cannabis-Wax' hergestellt wer-den sollte", so Heike Sennewald, Pressesprecherin des Zollfahndungsamtes Essen. „,Cannabis-Wax' ist eine Konsumform, die aus Cannabispflanzenmaterial hergestellt wird und durch chemische Bearbeitung hohe Konzentrationen an Wirkstoffen erreichen kann."

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