Auffällig: Zahl der Verstöße nimmt deutlich ab
Wie oft Autofahrer beim Parken Knöllchen bekommen
Man kennt diese Situation: Ein Autofahrer steigt in seinen Wagen ein, aber beim Blick auf die Windschutzscheibe stutzt er: Hinter den Scheibenwischern klemmt ein Knöllchen. Der Ärger ist erstmal groß, aber es hilft nichts, da zum Beispiel die Parkzeit überschritten oder das Auto dort abgestellt wurde, wo es nicht geparkt werden darf. Doch überraschenderweise kommen diese Fälle in Herne immer seltener vor.
Wurden im Jahr 2022 noch exakt 93.539 Verstöße vom Ordnungsamt festgestellt, waren es in den Jahren 2023 und 2024 mit jeweils rund 68.800 fast gleich viele. Im vergangenen Jahr 2025 sank die Anzahl nochmal deutlich auf genau 55.314 Parkverstöße. Diese Zahlen nennt das Pressebüro der Stadt Herne auf Anfrage von halloherne.
'Verkehrssicherheit durch enge Kontrollen verbessert'
Woran kann das liegen, dass es deutlich weniger Falschparker gibt? Stadtsprecherin Carina Loose antwortet gegenüber halloherne: „Wir gehen davon aus, dass die Verkehrssicherheit durch die engen Kontrollen besser geworden ist und es deshalb weniger Verstöße gibt.“
Gleichzeitig bedeuten die selteneren Strafzettel aber auch weniger Einnahmen für die Stadtkasse. Wurden 2022 noch rund 2,02 Millionen Euro eingenommen, sanken die Einnahmen in den Jahren 2023 auf 1,94 Mio., ein Jahr später lag die Zahl bei 1,75 Mio. Euro. 2025 spülten die Verstöße im ruhenden Verkehr „nur“ noch rund 1,6 Millionen Euro in den städtischen Haushalt. Im Durchschnitt zahlt übrigens jeder Falschparker rund 25 Euro für ein Knöllchen - eine Auswertung nach Verwarngeldhöhe ist laut Pressestelle leider nicht möglich.
Bußgelder ebenfalls seltener fällig geworden
Bußgelder werden bei schwerwiegenden Verstößen fällig und fangen ab 60 Euro an. So werden Autofahrer zum Beispiel für Gehwegparken oder im Haltestellenbereich mit 70 Euro zur Kasse gebeten. Hier sank die Anzahl der Verstöße seit 2022 von 1263 Fällen deutlich auf 710 im Jahr 2023. 2024 stiegen die Verstöße im Bußgeldbereich kurz wieder auf 845 an, bevor sie im Jahr 2025 erneut auf 782 gesunken sind. Behinderungen im Halteverbot werden übrigens noch mit Verwarngeldern geahndet.
Durch moderne Technik wie Smartphones und Seiten wie „weg.li“ können Bürger schnell und einfach selbst Falschparker an das jeweilige Ordnungsamt melden - per Foto und ein paar Infos, wann und wo der Parkverstoß aufgenommen wurde. Wie oft das in Herne schon getan wurde, kann die Stadt noch nicht sagen. „Mit einer Erfassung der Zahl der Privatanzeigen wurde erst 2025 begonnen. Eine Jahresauswertung ist also erst für 2026 möglich“, kündigt Carina Loose an. Wenn der Trend weiter anhält, haben aber auch diese Seiten für Herne weniger Nutzer.