Weihnachtsgruß des Dechanten

Dechant Ludger Plümpe vor der Krippe in der Kirche St. Marien Eickel.
Dechant Ludger Plümpe vor der Krippe in der Kirche St. Marien Eickel. Foto: Carola Quickels

Seit einem Jahr – seit dem letzten Weihnachtsfest – kenne ich das abgedruckte Bild der Grafikerin Ruth Wild. Ich fand es in einem von ihr bebilderten Kalender für dieses Jahr 2021 auf dem Blatt für den Dezember. Ich suchte vergeblich nach einem Titel – dachte aber gleich „Für Weihnachten ist alles dabei: sternenklare Nacht, lichterfülltes Haus und das Erdenrund.“

In den letzten Tagen hielt ich das Bild erneut in der Hand und erst jetzt fand mein genauerer Blick: „Da kommt ein Mensch auf die Erde!“ Aus Betlehem – aus dem Haus des Brotes , wie dieser Ort in der deutschen Übersetzung heißt – wagt Gottes Sohn den Schritt in den Erdenkreis. Wer sonst?

Beim Blick in die Bibel kann ich mit dem Evangelisten Lukas eine Krippe bauen und habe außer Maria und Josef schnell die Hirten, Schafe, Magier , Kamele und Engel um das Kind in der Krippe versammelt. Im Auftakt des Johannesevangelium kommen mir Stichworte entgegen, die Ruth Wild mit ihrem Bild in Szene setzt.

Grafik von Ruth Wild.
Grafik von Ruth Wild. Grafikerin: Ruth Wild

Ein wirklicher Anfang, der vorher nie gekannte Schritt Gottes auf die Erde – als Mensch. Einer von uns ist er geworden und ermutigt uns mit unserem Menschsein immer wieder neu einen Anfang zu wagen, auch wenn wir meinen, dass wir das nicht schaffen.

Das Bild trägt ganz viel Stille in sich. Durch diese Stille dringt ein Wort, das Wort, das bei Gott war und unter uns gewohnt hat. Gott spricht das einzige Wahre, die Wahrheit vom Leben, die Echtheit seiner ewigen Gegenwart bei uns.

Und die Dunkelheit hat keine Chance. Das Licht wird zum Zeichen am Himmel, vertreibt die Nacht, umfasst den ganzen Erdball und leuchtet auf im Leben der ganzen Schöpfung.

Welch ein Geschenk, welche eine Gnade. Gnade ist heute kein alltägliches Wort mehr, aber wir wissen genau wie wertvoll es ist, wenn jemand uns gnädig und barmherzig behandelt.

Lichterglanz überstrahlt unsere Städte und fällt aus jeder Lichterkette des Tannenbaums; Herrlichkeit strahlt für uns Menschen auf, wenn wir den Maßstab zwischen Gott und den Menschen neu leben: Er hat uns als sein Ebenbild erschaffen, hat uns die Erde anvertraut und hat uns Jesus – seinen Sohn – zur Seite gestellt, damit seine Schöpfung zur Vollendung findet.

Welch ein großes Angebot von Gott an uns!

Lassen Sie die Worte und die Bilder der Weihnacht in ihr Leben wirken. Möge Betlehem – der Ausgangspunkt des Lebensbrotes – erneut der Ausgangspunkt für gesegnetes und friedvolles Leben auf dieser Erde sein.

Ihr Ludger Plümpe, Dechant

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