Update: Ausschreitungen Kurden / Türken

Auseinandersetzung zwischen Kurden und Türken in der Innenstadt von Herne (NW), am Montagabend (21.10.2019). Im Bild: das Cafe des türkischen Kulturvereins an der Viktor-Reuter-Straße Ecke Schulstraße.
Polizei vor dem Cafe des türkischen Kulturvereins an der Viktor-Reuter-Straße Ecke Schulstraße. Foto: Stefan Kuhn

Zu einer erneuten Konfrontation zwischen Kurden und Türken ist es am Montagabend (21.10.2019) in der Herner Innenstadt gekommen. Die vom türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan ausgelöste Invasion ins Nachbarland Syrien, mit dem Ziel, die dortigen Kurden zu bekämpfen, hinterlässt deutliche Spuren auch in unserer Stadt. Der Polizei gelang es durch einen massiven Kräfteeinsatz die verfeindeten Lager zu trennen und deeskalierend einzuwirken.

Auseinandersetzung zwischen Kurden und Türken in der Innenstadt von Herne (NW), am Montagabend (21.10.2019). Im Bild: das Cafe des kurdischen Vereins an der Vinckestraße / Ecke Schulstraße.
Ebenfalls bewacht: das Cafe des kurdischen Vereins an der Vinckestraße Ecke Schulstraße. Foto: Stefan Kuhn

Jeweils circa 60 Personen beider Gruppierungen hielten sich in beziehungsweise vor zwei Lokalitäten an der Schul- und Viktor-Reuter-Straße auf, die knapp 100 Meter voneinander entfernt sind. Gegen 22 Uhr kam es zu Konfrontationen zwischen mehreren Personen, die unter anderem Holzlatten mitführten. Auch Messer sollen gezeigt worden sein. Eine Person wurde durch einen Schlag leicht verletzt und ambulant in einem Krankenhaus behandelt.

Den eingesetzten Beamten, die von Kräften der Bereitschaftspolizei unterstützt wurden, gelang es schnell, die verfeindeten Lager zu trennen. Dabei setzten die Polizisten Pfefferspray ein und sprachen Platzverweise aus. Mehrere Tatbeteiligte konnten noch vor Ort identifiziert werden. Darüber hinaus stellten die Polizisten Schreckschusspistolen sowie Schlag- und Stichwaffen sicher. Noch in der Nacht wurden mehrere Anzeigen gefertigt.

Die Auswertung von Videomaterial zur Identifizierung weiterer Tatverdächtiger dauert beim Staatsschutz des Bochumer Polizeipräsidiums zurzeit noch an. Durch das konsequente Einwirken auf die beteiligten Personen konnte die aufgeheizte Stimmung beruhigt werden, so dass es in der Nacht nicht zu weiteren Ausschreitungen kam. Und das soll auch künftig so bleiben.

„Die Polizei wird ein wachsames Auge haben - nicht nur an dieser Örtlichkeit. Wir erneuern an dieser Stelle den Appell an unsere kurdischen und türkischen Mitbürger, ihre Emotionen nicht in Form von Provokationen, Aggressivität und schon gar nicht mit Gewalt auszuleben! Derartiges Verhalten darf es nicht geben. Verstöße werden wir weiterhin konsequent ahnden,“ heißt es aus der Pressestelle der Bochumer Polizei.

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