Thomas Reinke: Leistung statt Parteibuch

Thomas Reinke.
Thomas Reinke. Foto: Günter Mydlak

Gut sechs Wochen vor der Wahl (13.9.2015) zum neuen Oberbürgermeister der Stadt Herne stellte Kandidat Thomas Reinke (41, Realschullehrer) am Donnerstag (30.7.2015) sein Programm vor. Der Grünen-Stadtverordnete Reinke wurde gemeinsam nominiert von den im Rat vertretenen Parteien FDP, Alternative Liste, Piraten, Die Linke und von Bündnis 90 / Die Grünen. "Die Wahl zum Oberbürgermeister ist eine reine Personenwahl, und ich mache das überparteilich", sagte Thomas Reinke. Ob bei der Besetzung von Ämtern oder bei der Beurteilung von Projektideen gelte für ihn: "Mir ist das egal, welches Parteibuch jemand hat. Für mich zählen Qualität und Qualifikation."

Beispiel: Bestellung von Geschäftsführern städtischer Gesellschaften. "Was ist das für eine Art, dass in Herne bestimmte Parteien auf ein Vorschlagsrecht für die Besetzung pochen? Der beste der Bewerber muss den Zuschlag erhalten - und niemand sonst." Deshalb lautet ein zentraler Aspekt seines Wahlprogramms: Leistung statt Parteibuch.

Die Herner Bürger will Reinke stärker als bisher in die Stadtplanung einbeziehen. "Bei der Aufstellung eines Bebauungsplans hat man während der so genannten frühzeitigen Bürgerbeteiligung die Möglichkeit, die Pläne samt Vorlagen in einer Amtsstube einzusehen. Damit sind die meisten überfordert." Da müsse sich jemand von der Verwaltung Zeit nehmen, Bürgern die Pläne zu erläutern und gegebenfalls helfen bei der Abfassung von Anregungen und Bedenken. "Auch wenn heute alles nach Recht und Gesetz abläuft, fühlen sich Bürger oft vor vollendete Tatsachen gestellt. Das kann man ändern."

Den Bürger-Service generell will Thomas Reinke verbessern. Beispiel: "Das lange Warten auf Fluren muss ein Ende haben. Wie in anderen Städten längst üblich, muss es auch in Herne möglich sein, einen Termin online zu verabreden." Und: Ratssitzungen sollen live im Internet übertragen werden. "So stelle ich mir Transparenz im Rathaus vor."

Die Ausbildung in der Verwaltung will Thomas Reinke zur Chefsache machen. "Wir haben derzeit eine überaltete Verwaltung mit einem hohen Krankenstand. Wir müssen mehr ausbilden, um gute junge Leute an Herne zu binden."

Aufgrund der zentralen Lage Hernes im Ruhrgebiet plädiert Reinke für eine Entwicklung zur Wohnstadt - unter anderem für Studenten. "Dafür müssen wir in anderen Städten wie zum Beispiel in Bochum werben. In Herne können Studenten erheblich billiger wohnen und sind trotzdem mit der U-Bahn schnell an der Ruhr-Universität."

Zu seinen Chancen bei der Wahl am 13. September sagte Thomas Reinke: "Ich sehe eine große Chance, die Stichwahl zu erreichen. Und mit einer entsprechenden Aufbruchstimmung halte ich dann alles für möglich." Seine Gegenkandidaten sind Dr. Frank Dudda (SPD) und Peter Neumann-van Doesburg (CDU).

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