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Die Tagespflege am Jürgens Hof öffnet ihre Türen

Tagespflege am Jürgens Hof

Tag der offenen Tür

Gemeinsam statt einsam lautet das Motto in der Tagespflege-Betreuung am Jürgens Hof. Am Samstag, 15. Oktober 2022, lädt die Tagespflege am Jürgens Hof 69 von 11 bis 14 Uhr zum Tag der offenen Begehung ein. An diesem Tag sind alle Interessenten eingeladen, die Räume zu besichtigen, sich über das Konzept der Tagespflege zu informieren und das Team in einer entspannten Atmosphäre kennen zu lernen.

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Der Besuch der Tagespflege erleichtert es älteren Menschen, soziale Kontakte und neue Bekanntschaften zu knüpfen. Ob in Einzel- oder Gruppenbetreuung: Das Pflegeteam setzt auf eine mobilisierende und aktivierende Pflege, die Körper, Geist und Seele einbezieht. Sicherheit erhalten pflegebedürftige Menschen dabei unter anderem durch einen klar strukturierten Tagesablauf, feste Bezugspersonen und kleine Gruppen. „Der Alltag ist somit dabei alles andere als langweilig", so die Verantwortlichen.

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Interessierte erreichen die Ansprechpartner, Pflegedienstleitung Nicole Fechner und ihr Team unter Tel 02323 6237-302 sowie auch gerne per E- mail über nicole.fechner@alloheim.de.

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  • Samstag, 15. Oktober 2022, von 11 bis 14 Uhr
| Quelle: Alloheim Pressedienst

'Wanne-Süd leuchtet auf' bietet an 24 Tagen Programm

Nachhaltige Adventsaktionen im Quartier

Vorstellung vom Adventsprogramm "Wanne-Süd leuchtet auf" mit (v.li.) Feline Gerstenberg, Stadtteilkoordinatorin Soziale Stadt Wanne-Süd, Charlotte Doba (Praktikantin Bildungsbüro), Gemeindereferentin Uta Trosien (Pfarrei St. Christophorus), Barbara Kruse (Bildungsbüro), Petra Urban (Quartiersmanagerin des DRK) und Ulrike Gaus (Awo).

Gerade einmal rund sechs Wochen sind die Überlegungen alt, nun steht pünktlich Ende November das Programm: Mehrere Akteure im Stadterneuerungsgebiet „Soziale Stadt Wanne-Süd“ haben umfangreiche Aktionen von Donnerstag, 1. Dezember, bis Heiligabend am Samstag, 24. Dezember 2022, geplant. Unter dem Titel „Wanne-Süd leuchtet auf“ gibt es zum dritten Mal eine nachhaltige und interkulturelle Adventsaktion im Quartier - bereits Mitte Oktober hatte es mit der Bepflanzungsaktion „Wanne-Süd blüht auf“ etwas Ähnliches gegeben (halloherne berichtete). Beteiligt daran sind das Stadtteilbüro Wanne-Süd unter der Leitung des Bildungsbüros der Stadt Herne, das DRK, die Pfarrei St. Christophorus Wanne-Eickel, die AWO Herne im Unterbezirk Ruhr-Mitte. Die Idee entstand zunächst durch die beiden erstgenannten in der Ideenschmiede zum Bundesmodellprojekt „Bildung-Nachhaltigkeit-Kommune“. Alle Kooperationspartner haben sich im Anschluss zusammengesetzt und Programm an 24 Tagen entwickelt - alle betonen die Wichtigkeit der Vernetzung untereinander sowie die gemeinsame Aktion, anstatt mehrerer einzelner Möglichkeiten. So gibt es unter anderem Adventsspaziergänge, bei denen Müll gesammelt wird, verschiedene Bastelangebote, die auch mit der Natur zu tun haben, mehrere Gottesdienste, ein faires und interkulturelles Frühstück, gemeinsames Singen von Weihnachtsliedern und nachhaltiges Baumschmücken. Auch im noch eher unbekannten Jugendclub „Zum Adler“ ist gemeinsames Basteln angesagt. Zudem sind die evangelischen Gemeinde sowie die afrikanische Gemeinde mit im Boot. Das komplette Programm ist auf Plakaten gedruckt, die an verschiedenen Stellen in Wanne-Süd hängen, sowie online unter diesem Link und als PDF verfügbar. „Alles soll die Begegnung untereinander fördern“, sagt Barbara Kruse vom Bildungsbüro. „Ein Highlight ist eine Art gemeinsamer Abschluss am Mittwoch, 21. Dezember 2022. Hier treffen wir uns am Tauschschrank am Sportpark Eickel und schmücken die Tannenbäume - die Utensilien dazu hat Entsorgung Herne gesammelt. Zudem gibt es noch kleine Preise für die richtigen Lösungssätze vom Rätsel.“ Das sieht so aus: An sieben Einrichtungen hängt jeweils ein gelbes Sternplakat mit einer Silbe und einer Zahl. Wenn man die Silben sammelt und in die richtige Reihenfolge bringt, ergeben sie die Lösung. „So können Familien zum Beispiel im Quartier spazieren gehen und dabei das Rätsel lösen“, sagt Kruse. „Insgesamt kommen wir bei den Aktionen in eine Diskussion über Nachhaltigkeit.“ 2019 habe es die erste „Wanne-Süd leuchtet auf"-Aktion gegeben, nun sei alles deutlich größer geplant, teilt Petra Urban, Quartiersmanagerin vom DRK, mit. Ulrike Gaus von der AWO fügt hinzu: "Jeden Tag wird etwas geboten.“ Feline Gerstenberg, Stadtteilkoordinatorin Soziale Stadt Wanne-Süd, ergänzt: „16 Institutionen sind nun dabei, das bedeutet, es wird sehr vielfältig - so haben es sich auch die Bürger gewünscht. Über eine digitale Karte von Google Maps, die per QR-Code abrufbar ist, sieht man alle Standorte.“ Anmeldungen sind vereinzelt notwendig, beispielsweise für das Basteln mit Familien im Gemeindezentrum am Freitag, 2. Dezember 2022, von 15:30 bis 17:30 Uhr (Mail an christina.beckmann@web.de) und das Adventsfrühstück am Samstag, 3. Dezember 2022, von 9 bis 12 Uhr im DRK Quartiersbüro, Hauptstraße 166 (Mail an p.urban@drk-herne.de). Die allermeisten Veranstaltungen sind kostenlos, ansonsten sind geringe Unkostenbeiträge zu zahlen. Finanziert wird das Programm durch die Stabsstelle Zukunft der Gesellschaft der Stadt Herne. Kontakt bei Fragen: Stadtteilbüro unter Tel 0163 5656 534 und das Bildungsbüro unter Tel 02323 16 3316.

Rat lehnt wie erwartet Bürgerbegehren zum Hallenbad ab

Bürgerentscheid wahrscheinlich im Februar

Es kommt zu einem Bürgerentscheid über das Hallenbad Eickel: Soll der Ratsbeschluss aufgehoben werden oder nicht?

Es fehlte eigentlich nur noch die formale Bestätigung. Wie erwartet, kommt es in Herne zu einem Bürgerentscheid (halloherne berichtete). Der Rat der Stadt Herne stimmte am Dienstagnachmittag (29.11.2022) mit 57 Ja-Stimmen dafür, den Ratsbeschluss aus März 2022 (halloherne berichtete) nicht aufzuheben. Die Aufhebung war das erklärte Ziel der Bürgerinitiative (BI) Wiederinbetriebnahme Hallenbad Eickel, die dafür über 6.900 Unterschriften gesammelt hatte. Damit sollen nun die Herner darüber abstimmen, ob das Hallenbad stehen bleibt oder abgerissen wird, um dann mit dem Geld eines Investors ein Wohn- und Geschäftshaus samt Lehrschwimmbecken zu errichten. Stehen bleiben bedeutet jedoch nach Ansicht der Politik und Verwaltung: Die „Bauruine“ bliebe weiter ungenutzt, marode und würde leer stehen und so neue Schwimmflächen blockieren. Die BI bekam in Person von Horst Schröder, Susanne Adami und Architekt Jürgen Köhne im Vorfeld der Abstimmung im Rat noch Rederecht, um ihre Positionen zu untermauern. Schröder beklagte fehlenden Respekt, unterstellte Arroganz und Ignoranz und sah in den verschiedenen Ausschüssen und im 'Arbeitskreis Schwimmen' nur Gleichgesinnte der Politik, die keine andere Meinung zulassen. Köhne sagte, dass es keine wirklichen Gespräche gegeben habe und die BI sich nicht ernst genommen fühle, außerdem gäbe es noch die Möglichkeit mit Hilfe eines Investors das Bad zu sanieren. „Nicht reden kostet nun 500.000 Euro“, hielt der Architekt fest und meinte damit die Kosten, die mit einem Bürgerentscheid verbunden sind, da dieser wie eine Wahl abläuft und das gleiche Prozedere bedeutet. Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda entschuldigte sich für möglichen fehlenden Respekt, merkte aber auch an, dass die Verwaltung sich an die Gemeindeordnung und entsprechende Regeln halten müsse. In den Redebeiträgen der Stadtverordneten war die Meinung größtenteils eindeutig. SPD-Fraktionschef Udo Sobieski: „Wir gratulieren der BI zu über 6.900 Unterschriften, aber die Politik hat nun mal eine andere Meinung.“ CDU-Fraktionschef Timon Radicke wurde noch deutlicher: „Es kostet uns hier alles Zeit, Geld und Fortschritt. Vor allem muss jedem Bürger klar sein, der beim Entscheid die BI unterstützt, dass dort dann trotzdem nichts saniert wird.“ Es gäbe laut Radicke keine Fördermittel, noch hätte die Stadt genügend Eigenmittel. Außerdem hätte die Bezirksregierung Arnsberg ein Veto-Papier quasi versandfertig in der Schublade liegen. Klaudia Scholz von den Linken zeigte in ihrem Redebeitrag Unterstützung für die BI, Lars Wind (Piraten) merkte an, dass bereits seit März wertvolle Zeit verstrichen ist und der Bürgerentscheid auch damals schon hätte kommen können (und im Nachhinein wohl auch müssen). Fabian May (Grüne) attestierte der BI, dass die Themen Schwimmflächen und Hallenbad durch ihre Arbeit in den Fokus gerückt wären. „Wir haben alle das gleiche Ziel: Kinder müssen mehr Möglichkeiten haben, Schwimmen zu lernen.“ Dafür könnte man die BI dann auch an einen Tisch holen, wenn mit einem Investor gesprochen wird. Nachdem die Abstimmung wie erwartet eindeutig war, erläuterte OB Dudda das weitere Vorgehen: „Nun wird der Bürgerentscheid vorbereitet, das benötigt aber Zeit. Innerhalb von drei Monaten muss er stattfinden, diese Zeit werden wir wohl auch ausschöpfen müssen.“ Vor Februar 2023 rechnet er nicht mit einem Termin, da nun Wahlvorstände, Wahlhelfer und alles weitere erst organisiert werden müsse. Nähere Infos will er bei der nächsten Ratssitzung am Dienstag, 13. Dezember 2022, mitteilen. Und die BI? Nach längerer Beratung teilte sie folgendes Statement mit: „Die Sitzung war lebhaft und von großer Unkenntnis geprägt. Wünschenswert wäre eine Vertagung gewesen, um der BI einen Kompromissweg zu eröffnen. Durch den Ratsbeschluss ist der Bürgerentscheid zwingend geworden und die damit verbundenen Kosten von circa 500.000 Euro müssen von der Stadt erbracht werden. Das hätte Oberbürgermeister Dudda Kraft seines Amtes verhindern können.“ Weiter heißt es: „Der BI sind somit die Hände gebunden, einen Kompromissvorschlag auszuarbeiten. Auch der klare Hinweis, das für die Sanierung des Bades auch ein Investor tätig werden kann, fand keine Beachtung.“

Ausstellung '1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland' startet

'Vielfältig, divers und lebendig'

Dr. Michael Rosenkranz erklärt OB Dr. Dudda, welchen Zweck die verschiedenen Gegenstände in der jüdischen Kultur und Religion haben.

„Die jüdische Kultur prägt in Deutschland schon sehr lange unsere Geschichte und Kultur maßgeblich mit und wird noch Generationen nach uns prägen“, sagte Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ der Zeitbild-Stiftung. Und genau das wollen die Verantwortlichen der Ausstellung. Sie wollen zeigen, wie divers, vielfältig und lebendig das jüdische Leben in Deutschland war und auch heute noch ist. Zusätzlich zur Ausstellung bietet die vhs Herne ein umfangreiches Begleitprogramm an, um noch tiefer in die Geschichte des jüdischen Lebens eintauchen zu können. Dies geschehe in Kooperation mit der jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen, dem Emschertal-Museum, dem Eine-Welt-Zentrum, der Stadtbibliothek und dem Stadtarchiv. Die Ausstellung ist von Mittwoch, 30. November 2022, bis Dienstag, 31. Januar 2023, in der vhs im Kulturzentrum zu sehen. „Wir freuen uns, dass wir die Ausstellung nun zeigen können. Eigentlich sollte die Ausstellung schon im vergangenen Herbst laufen, aber Corona-bedingt mussten wir sie auf 2022 verschieben. Es ist uns ein Anliegen, dass die Besucher der Ausstellung einen Einblick in das jüdische Leben bekommen", so vhs-Leiterin Heike Bandholz. Als Teil der bundesweiten Ausstellung werden 20 Plakate gezeigt, durch die verschiedene Persönlichkeiten aus Kultur, Film, Fernsehen, Politik, aber auch unbekannte Personen, zu Wort kommen und erläutern, was für sie 'jüdisch sein' bedeutet. Unter anderem finden sich dort Statements von Charlotte Knobloch, dem Schauspieler Daniel Donskoy, des Rappers Ben Salomo oder auch von Schaupielerin Susan Sideropoulos wieder. Ebenso finden sich in der Ausstellung auch konkrete Bezüge und Geschichten zum jüdischen Leben in Herne wieder. Neben einem Miniaturnachbau der jüdischen Synagoge in Herne, gibt es auch alles Wissenswerte rund um die Geschichte der jüdischen Mitbürger in Herne. So gehen erste Nachweise über jüdisches Leben auf das Jahr 1748 zurück. „Es gibt unter anderem einen Torbalken in Alt-Crange, der einen hebräischen Segensspruch beinhalte, der in diese Zeit zu datieren ist", so Jürgen Hagen vom Stadtarchiv. Außerdem möchte die Ausstellung für den Umgang mit Antisemitismus sensibilisieren. „Wir haben mit dieser Ausstellung kulturhistorisch einen wertvollen Beitrag. Es geht bei dieser Ausstellung auch um persönliche Perspektiven und Toleranz, Diversität sowie Miteinander", machte OB Dr. Dudda deutlich. Auch erinnerte er an das rauer werdende Klima innerhalb der Gesellschaft. „Bei uns in der Stadt gab es zuletzt rechtsradikale und antisemitische Parolen an einer Kirche (halloherne berichtete). Das ist etwas, was wir nicht dulden. Wir müssen miteinander so umgehen, wie wir es in unseren Familien gewohnt sind. So miteinander diskutieren, dass wir wieder zueinanderfinden können", so der OB weiter. Dr. Michael Rosenkranz, Vorsitzender des Gemeinderates der Jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen, ergänzte: „Wenn wir Vorurteile und verrückte Gedanken über andere in den Köpfen haben, haben wir meist keine Ahnung von der Kultur oder der Religion der anderen." Rosenkranz zeigte sich deshalb erfreut, dass die Besucher so einen Einblick über das alltägliche jüdische Leben und die Geschichte erfahren können. „Heute, wo es kaum noch Juden gibt, wird mit ihnen meist nur noch die Shoah verbunden, aber dabei gab und gibt es immer schon jüdisches Leben. Wir sind der vhs Herne sehr dankbar und hoffen, dass es Gleiches auch für viele andere Kulturen noch geben wird", sagte der Vorsitzende des Gemeinderates der Jüdischen Gemeinde. Ferner erinnerte er ebenfalls daran, dass auch Geflüchtete es immer mehr mit Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit zu tun bekommen. So machte er deutlich: „Alle Zuwanderer, die in eine Stadt kommen, haben dieser immer etwas zu geben." Um den Besuchern die jüdische Kultur näher zu bringen, hat er auch gleich einiges aus seinem privaten Besitz der Ausstellung zur Verfügung gestellt. So brachte er beispielsweise Gebetsriemen und auch einen Gebetsmantel, die fürs Morgengebet verwendet werden, für die Ausstellung mit. Die Ausstellung ist noch bis Dienstag, 31. Januar 2023, in der vhs im Kulturzentrum von montags bis freitags von 10 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr zu sehen. Hier geht es zum Begleitprogramm der vhs.

Stand 19:30 Uhr: Alle Sperrungen werden aufgehoben

Bombe 'Am Westbach' entschärft

An der Straße "Am Westbach" wurde im Bereich der Hausnummern 1 bis 3 ein Blindgänger entdeckt, der entschärft wird.

Stadtsprecherin Anja Gladisch teilt mit, dass die Bombe erfolgreich entschärft wurde. Alle Sperrungen werden aufgehoben, die Bewohner können zurück in ihre Wohnungen. Die Menschen, die innerhalb des Sperrbereichs um den Fundort des Blindgängers, Am Westbach, ihre Häuser und Wohnungen haben, haben diese nun verlassen. Nun wird mit der Entschärfung des Kampfmittels begonnen, teilte die Stadt um 18:30 Uhr mit. Stadtsprecherin Anja Gladisch teilt mit, dass weiter die Evakuierung läuft. „Wir appellieren an die Anwohner in der Sperrzone, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Sonst muss der Kommunale Ordnungsdienst kommen“, sagt Gladisch. 80 Bewohner hätten sich bereits in der Kolibri-Schule eingefunden. Erst wenn alle Bewohner aus dem Sperrbereich sind, kann die Entschärfung starten. Bei einer Bohrlochdetektion ist am Dienstag (29.11.2022) im Bereich der Straße Am Westbach 1 bis 3 ein Blindgänger entdeckt worden, teilte die Stadt gegen 14 Uhr mit. Die 250-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg soll im Laufe des Nachmittags entschärft werden. Etwa 1.500 Menschen müssen für die Entschärfung evakuiert werden. Die Evakuierung beginnt um 14:30 Uhr. Für Personen, die für die Dauer der Sperrmaßnahme keinen anderen Aufenthalt wissen, wird die Stadt Herne eine Anlaufstelle in der Kolibri-Schule, Jean-Vogel-Straße 36, einrichten. Unter der Rufnummer 0 23 23 / 16 - 93 20 hat die Stadt Herne eine Hotline geschaltet. Die Entschärfung beginnt, sobald die Anwohner den Sperrbereich verlassen haben. Eine zeitliche Prognose dazu, bis wann die Entschärfung und damit die Sperrmaßnahme dauert, ist nicht möglich. Der Sperrbereich ist in dieser PDF auf einer Karte eingezeichnet. Die Stadt Herne informiert fortlaufend auf www.herne.de und https://www.facebook.com/herne.de/ sowie per Pressemitteilung sobald es neue Entwicklungen gibt. halloherne wird ebenfalls über alle Neuigkeiten informieren.

Stadt wird Host Town für Delegation

Special Olympics kommen nach Herne

Freuen sich auf die Special Olympics: (v.l.) Kasangana Kalenda, Miriana Palermo, Blindenführhündin Xelies, Gabriele Cypel und Kerstin Fischer-Friedhoff.

1968 wurden die Special Olympics World Games von Eunice Kennedy-Shriver, der Schwester von US-Präsident John F. Kennedy, ins Leben gerufen. Mittlerweile sei es die größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Mehr als fünf Millionen Athleten aus 174 Ländern gehören nun zur schon zur Sportbewegung. Im Jahr 2023 wird Berlin vom 17. bis 25. Juni der Austragungssort der Special Olympics World Games. Mehrere tausend Teilnehmer treten in 26 Sportarten gegeneinander an. Herne wird ebenfalls in Kooperation mit Castrop-Rauxel Host Town für eine Delegation werden. 50 Teilnehmer aus dem Irak werden in Herne beheimatet werden. Vor dem Hintergrund des nahenden Tages der Menschen mit Behinderung am Samstag, 3. Dezember 2022, wurden die Pläne für die Special Olympics am Montag (28.11.2022) in einem Pressegespräch vorgestellt. „Uns ist es wichtig, dass wir diesen Tag nutzen, um an die Wichtigkeit der Teilhabe-Chancen für Menschen mit Behinderung zu erinnern. Zum 3. Dezember machen wir immer besondere Aktionen - umso schöner, dass wir in diesem Jahr über die Special Olympics und Hernes Beteiligung als Host Town informieren können“, berichtete Kerstin Fischer-Friedhoff, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Soziales. Die Inklusionsbeauftragte Gabriele Cypel ergänzte: „Sport lebt von der Vielfalt und wir freuen uns, dass wir als Host Town der 50-köpfigen irakischen Delegation ausgelost wurden. Die Spiele sollen zu einer nachhaltigen inklusiven Gesellschaft beitragen." Die Delegation werde von Montag bis Donnerstag, 12. bis 15. Juni 2023, im B&B-Hotel untergebracht. Die Athleten sollen sich in ihrer Host Town akklimatisieren und auf die Spiele vorbereiten. So seien durch die Athleten auch viele verschiedene Sportarten wie Beachvolleyball, Radsport, Leichtathletik, Schwimmen, Badminton, Tischtennis, Bowling, Basketball, Kraftdreikampf oder auch Boccia vertreten. Ende Oktober gab es das erste Kennenlernen mit der irakischen Delegation. „Damit wir überhaupt ausgewählt werden konnten, haben wir uns mit einem Motivationsschreiben um eine Delegation bemüht. Auch Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda sowie Sozial- und Gesundheitsdezernent Johannes Chudziak befürworteten das Projekt sehr", so Cybel weiter. So wurde Herne nun in Kooperation mit Castrop-Rauxel als eine der 216 Host Towns ausgewählt. Für die Delegation habe man sich ein Besuchsprogamm überlegt. Von einer Stadttour bis zu einem Musikabend sei einiges dabei. Am Dienstag, 13. Juni 2023, werde es abends ins AGORA-Center nach Castrop-Rauxel gehen. Dort erwartet die Teilnehmer ein inklusiver Musikact. So wird auch Kasangana Kalenda, Pflegeassistent von Miriana Palermo, die im Fachbereich Soziales arbeitet, auftreten. „Mein Bruder und ich werden eine HipHop-Performance zeigen", so Kalenda. „Uns ist es wichtig, nicht über Menschen mit Behinderung zu sprechen, sondern mit ihnen und zu schauen, wie wir ihre Teilhabe stärken können. Durch meine eigene Behinderung bin ich sehr stark involviert", so Miriana Palermo vom Fachbereich Soziales. So war sie beispielsweise maßgeblich an der bundesweiten Kampagne Assistenzhund Willkommen beteiligt, bei der 70 Herner Einrichtungen als Assistenzhund-freundlich zertifiziert wurden. Ebenso gebe es in diesem Jahr wieder den digitalen Adventskalender der Stadt Herne, den das Inklusionsbüro und die Seniorenberatungsstelle gemeinsam kreiert haben. Hier gibt es am Dienstag, 6. Dezember 2022, eine besondere Verlosung. Aber auch die Leser dieses Artikels können etwas gewinnen. Das Inklusionsbüro veranstaltet anlässlich des Tages der Menschen mit Behinderung und der Special Olympics am Montag, 5. Dezember 2022, ein Gewinnspiel. Wer nun aufmerksam gelesen hat, kann sicherlich leicht folgende Frage beantworten: Die Delegation welchen Landes kommt nach Herne? Wer die Antwort weiß, kann am Montag, 5. Dezember 2022, in der Zeit von 10 bis 11 Uhr unter Tel 02323/16 3243 die richtige Lösung nennen und eine kleine Überraschung passend zu den Special Olympics gewinnen. Die ersten zehn Anrufer gewinnen. halloherne wünscht den Teilnehmern viel Glück.

SPD und CDU werben für Investorenmodell und Neubau

Hallenbad Eickel: Bürgerentscheid kommt

Wie geht es mit dem Hallenbad Eickel weiter? Es wird zu einem Bürgerentscheid kommen.

Die Zukunft des Hallenbad Eickels ist weiter ungeklärt - dafür ist aber der nächste Schritt sicher, noch bevor final darüber entschieden ist: Es wird zu einem Bürgerentscheid kommen. Am Dienstag, 29. November 2022, entscheidet der Rat der Stadt über das Bürgerbegehren der 'Bürgerinitiative (BI) Wiederinbetriebnahme Hallenbad Eickel', welches sich gegen den Ratsbeschluss von März 2022 richtet. Damit soll das Hallenbad abgerissen und mit Hilfe eines Investors ein Wohnhaus samt Lehrschwimmbecken, ggf. noch mit Geschäftsräumen, errichtet werden (halloherne berichtete und berichtete). Über 6.900 gültige Unterschriften wurden gesammelt, knapp 1.000 weniger waren nötig. Seit Montag (28.11.2022) ist klar: Die Mehrheit des Rates wird das Bürgerbegehren ablehnen. Das kündigten die Fraktionen der SPD sowie CDU bei einem Pressegespräch an. Das bedeutet: Innerhalb von drei Monaten ist ein Bürgerentscheid notwendig. Dieser läuft ab wie eine herkömmliche Wahl, kostet die Stadt aber deshalb auch rund 500.000 Euro. Das liebe Geld ist auch dauerhaft in den Gesprächen und Standpunkten der BI sowie der Verwaltung ein Thema. Die BI sagt, eine Renovierung sowie energetische Sanierung wäre nicht so teuer (einstelliger Millionenbereich), außerdem gäbe es Fördermittel. Die Verwaltung um Kämmerer Hans Werner Klee rechnete mehrmals einen immensen Betrag um die 20 Millionen Euro vor, von einem wirtschaftlichen Totalschaden war zu hören, zudem wären keine Fördermittel verfügbar (halloherne berichtete und berichtete). Nun schließt sich die rot-schwarze Ratskoalition also der Meinung der Verwaltung an, nachdem dem ersten Bürgerbegehren noch zugestimmt wurde. Einstimmige Meinung der beiden Fraktionschefs Udo Sobieski (SPD) sowie Timon Radicke (CDU) und der Herner Parteivorsitzenden Hendrik Bollmann (SPD) und Christoph Bussmann (CDU): Ein Stillstand in der Ruine soll verhindert werden, vielmehr sollen neue Wasserflächen entstehen, damit wieder mehr Kinder Schwimmen lernen können. „Die Stadt schafft es finanziell nicht aus eigener Kraft, daher ist das Investorenmodell die einzig sinnvolle Lösung. Ein Neubau wäre auch eine Aufwertung des Stadtbezirks, zudem ist die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV sehr gut“, findet Sobieski. Radicke schließt an: „Wir wollen deutlich machen, dass der Bürger die Wahl haben wird und wir akzeptieren auch den Ausgang. Allerdings vertreten wir unsere Meinung, dass das Bürgerbegehren nun ein Rückschritt ist und eine sinnvolle Fortführung verhindert.“ Dies habe auch mit den gestiegenen Baukosten sowie Zinsen zu tun - je länger man mit einem möglichen Neubau warten würde, desto teurer wäre es am Ende. „Wir positionieren uns daher gegen den Erhalt und die Nostalgie, aber für einen Neubau und damit neue Wasserflächen.“ Christoph Bussmann merkte an, dass von der Bezirksregierung Arnsberg keine große finanzielle Unterstützung zu erwarten sei. „Die Bürger müssen sich daher entscheiden: Wollen sie neue Schwimmflächen oder eine Bauruine?“, fragt der Herner CDU-Vorsitzende. Beide Parteien wollen aktiv auf die Bürger zugehen und ihre Standpunkte sowie Argumente in einer Art Wahlkampf untermauern. Hendrik Bollmann ergänzt: „Es ist gut, dass es einen Bürgerentscheid gibt, denn das ist ein demokratischer Weg. Trotzdem ist das Investorenmodell die wahrscheinlichste Option, alles andere wird Arnsberg nicht akzeptieren. Auch aus sportpolitischer Sicht ist es wichtig, dass neue Wasserflächen entstehen.“ Ein Neubau sei zudem auch ökologischer als eine Bestandsimmobilie zu sanieren. Dabei, so merkt Bollmann an, sei noch gar nicht genau klar, wie der Neubau am Ende aussehen würde, das müsse noch geplant werden und hänge auch vom Investor ab. Denkbar wäre ein Doppel-Lehrschwimmbecken, welches allerdings bis auf eine Länge zwischen zwölf und 16 Metern gar nicht vordefiniert wäre. Möglich sei auch ein höhenverstellbarer Hubboden, um Sportabzeichen oder Schwimmkurse für erfahrene Schwimmer abhalten zu können. Eine Konkurrenz zum Wananas oder Südpool soll aber nicht entstehen - im Fokus soll vor allem das Schwimmen lernen stehen. Alle sind sich einig, dass, nachdem schon so viel Zeit verstrichen ist, nun Entscheidungen her müssen. „Unsere Standpunkte sind rational politisch überlegt. Es ist auch völlig in Ordnung, dass ein Teil der Bürger andere Ideen entwickelt hat. Daher wird es auch nicht einfach, die Unterstützer der BI von einer Ablehnung des Bürgerentscheids zu überzeugen“, sagt Udo Sobieski. Klar ist, dass zehn Prozent der Wahlberechtigten abstimmen müssen, damit das notwendige Quorum erreicht wird - schätzungsweise rund 13.000 Herner müssen demnach den Weg an die Wahlurne finden. „Wir wollen die Menschen vom – aus unserer Sicht – richtigen Weg überzeugen.“ Die BI dagegen hatte zuletzt im Arbeitskreis „Schwimmen lernen in Herne“ erneut dafür geworben, dass das Hallenbad saniert werden könne. Ebenso hält sie daran fest, dass die Schließung des Hallenbads aufgrund des Wananas-Neubaus zu einer Verschlechterung der Trainingsbedingungen für Vereine gesorgt und die Schwimmausbildung darunter gelitten hätte. Letztlich bleibt immer noch der Ratsbeschluss aus dem Jahr 2012 - damals wurde festgelegt, dass das Hallenbad trocken bleibt. Mit der kleinen Ausnahme als Übergangslösung blieb es auch seit 2016 dabei. Auf diesen Beschluss verweist die Stadtverwaltung regelmäßig. Man darf gespannt sein, wie die Diskussionen zum Tagesordnungspunkt im Rat ablaufen.

Veranstaltung zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember

'Gegen das Stigma'

Am 1. Dezember 2022 ist Welt-Aids-Tag.

Seit mehr als 34 Jahren wird jährlich weltweit am 1. Dezember an die Menschen, die an den Folgen von Aids verstorben sind, gedacht und sich dafür eingesetzt, noch bestehende Vorurteile abzubauen. Ebenso wird dieser Tag zur Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit genutzt. Wie jedes Jahr beteiligt sich auch die Aids-Hilfe Herne mit einer eigenen Veranstaltung an diesem Tag. „Weltweit leben circa 38 Millionen Menschen mit HIV. Wir wollen an diesem Tag ein Zeichen gegen Stigmatisierung setzen und uns für Solidarität mit den Betroffenen stark machen", berichtet die Vorsitzende der Aids-Hilfe Herne, Kristin Pfotenhauer, im Gespräch mit halloherne. So gibt es am Donnerstag, 1. Dezember 2022, von 15 bis 19 Uhr unter dem Motto 'Get together' eine Veranstaltung im Café 22. Sie wird organisiert von der Aids-Hilfe Herne in Kooperation mit zahlreichen weiteren Trägern. Eröffnet wird die Veranstaltung von Hernes 1. Bürgermeister Kai Gera. Die Besucher erwartet neben leckerem Essen und Getränken unter anderem ein Spendenrad und Livemusik mit Sven Pörsch. Dazu gibt es einen Covid-19-Impfbus und einen Trödelmarkt für Winterbekleidung. „Jeder, der möchte, kann sich an diesem Tag noch impfen lassen und außerdem haben wir den Trödelmarkt. Hier können wirklich alle bedürftigen Menschen vorbeikommen und sich eine warme Winterjacke oder Ähnliches abholen", so die Vorsitzende der Aids-Hilfe Herne. Weiter führt sie aus: „Wir freuen uns auf möglichst viele Besucher und wollen im Jahr 2022 gemeinsam ein Zeichen setzen."

Menschen-, Pflanzen- und Tierfreund

'Ein Baum für Jupp'

Eine Stele und eine Flügelnuss erinnern an das Wirken des Josef Göbbeler im Stadtbezirk Eickel.

Menschen, denen der Name Josef Göbbeler in Eickel nichts sagt, die wird man wohl an einer Hand abzählen können. Jupp, wie ihn alle nannten, war jahrzehntelang der Gartenbaumeister im Stadtbezirk Eickel. 'Sein' Betriebshof befindet sich im Ende des 19. Jahrhunderts angelegten Volksgarten – dem Zentrum seines Schaffens. Am 16. Mai 2022 verstarb der Gartenbaumeister aus Eickel im Alter von 90 Jahren in der Seniorenresidenz Curanum, die in Sichtweite seines Reviers liegt. Am Montag (21.11.2022) wurde für den Gartenbaumeister aus Eickel ein Baum in „seinem“ Park gepflanzt – eine Flügelnuss. Möglich gemacht haben das viele ehemalige Jupp-Mitarbeiter, denen es wichtig war, dass dieser besondere Mensch in Erinnerung bleibt. „Die Flügelnuss wurde ausgewählt, da sie zu den starkwüchsigen Bäumen gehört, sie wird groß und mächtig und wirft viel Schatten und zudem hat Josef Göbbeler sie selber gerne gepflanzt“, erzählt Beate Klumpen im Gespräch mit halloherne. Der jetzige Praxisanleiter auf dem Betriebshof, Uwe Päseler, hat den Pflanz-Plan maßgeblich umgesetzt. Er hat das Geld für den Baum und auch für die Erinnerungs-Stele und das Schild gesammelt. Am Pflanztag selber waren viele seiner ehemaligen Azubis dabei, Beschäftigte von Göbbeler, Vertreter des Vereins Pro-Park und auch Mitglieder der Kath. Gemeinde St. Barbara, dort hat er fast bis zum Schluss den Blumenschmuck für die Kirche hergerichtet. „Vorübergebeugter Gang, einen Hut auf dem Kopf, Schal oder Halstuch um, eine Wetterjacke an und dazu seine geliebte Zigarillo im Mundwinkel – so kannte man ihn, wenn er über seinen Betriebshof ging, um nach dem Rechten zu sehen.“ So beschreibt der Autor und Musiker Peter Zontkowski seinen ehemaligen Ausbilder Josef Göbbeler in seiner Rede, die er zur Baumpflanzung vortrug und mit der er das Herz aller Anwesenden erreichte. Zontkowski ist nur einer von vielen Gärtnern, die Jupp, zuständig für die Ausbildung der städtischen Landschaftsgärtner, ausbildete. Im halloherne-Gespräch erinnert er sich: „Ich kam 1985 in Jupps Revier. Zuvor hatte ich schon drei Jahre bei der Stadt als Gärtner (ohne Ausbildung) gearbeitet. Jupp, wurde mein Mentor, packte mich sofort zu den Azubis und verhalf mir so zur Ausbildung und Prüfung." „Mit Jupp zu arbeiten, hieß immer noch dazuzulernen. Jupp war jemand, der Freude daran hatte, sein Wissen weiterzugeben. Dabei machte er keinen Unterschied, zwischen unbekannten Menschen oder seinen Azubis." Hätten ihn Menschen bei Aldi angesprochen, weil ihr Ficus die Blätter verliert, er hätte ihnen einen Rat gegeben. „Hatte man Spaß an der Arbeit, am Pflanz- und Steinarbeiten, Baum- und Staudenbepflanzung bei Nieselregen, Frost oder Sommerhitze, dann war man bei Jupp an der richtigen Adresse.“ Als Jupp mit 65 Jahren in den Ruhestand ging, bedeutete das nicht, Ruhestand im eigentlichen Sinne: Unermüdlich gab er sein Wissen weiter und kümmerte sich um die Azubis. Zontkowski: „Bis zwei Jahre vor seinem Tod unterrichtete er sie noch in Theorie und Pflanzenkunde, dazu lief er durch den Volkspark und erklärte ihnen Bäume und Sträucher. Da er Jahrzehnte im Prüfungswesen der Landwirtschaftskammer NRW aktiv war, wusste er natürlich worauf es ankam." In den 1960er Jahren entstand auf Josef Göbbelers Initiative hin im Volkspark ein Tierpark. Hier fanden Kleintiere ein Zuhause: Kaninchen, Ziegen, Hausschweine, Meerschweinchen, Tauben und Hühner. Als der Tierpark im Jahr 2010 einer Wohnbebauung weichen sollte, nur ein Bürgerbegehren ihn rettete und sich der Verein „Pro Park“ gründete, gehörte Göbbeler zu den ersten Gründungsmitgliedern. Und noch im Jahr 2019 führte er Mitglieder der Kirchengemeinden durch den Stadtteil Eickel oder gab bei der vhs Herne Seminare, wie zum Beispiel: 'Die herbstliche Bodenvorbereitung für den Stadtgärtner'. Im selben Jahr erlitt er einen Oberschenkelhalsbruch und zog ins Curanum Seniorenheim. „Jetzt lebt er im Curanum , direkt an der Ranch (Betriebshof) und immer wenn ich ihn besuchte, traf ich auf einen milden, in sich ruhenden Mann, dessen Augen aufleuchteten, wenn er mich erkannte. Weil ich zuvor durch 'seinen' Park gegangen war, erzählte ich ihm vom Lauf der Natur, von den ersten Knospen oder den sich bunt verfärbenden Blätter und er hörte mir zu.“ Eine Park-Nachbarin erinnert sich im halloherne-Gespräch: „Ich kenne den Park seit Kindertagen und der Herr Göbbeler, der gehörte einfach zum Park. Im hohen Alter von 88 Jahren hat er in unserem Garten noch den Obstbaum beschnitten. Meine Kinder durften an manchen Abenden mit dem Gärtnermeister im Tierpark die Gehege säubern. Der größte Spaß war für sie, dass Herr Göbbeler sie in Begleitung eines Schweins durch den Park nach Hause brachte.“ „Demenz: Irgendwann erreichte ich ihn nicht mehr und die Besuche hatten ihre Leichtigkeit verloren. Ich fuhr in Urlaub an die Schlei. Eine grüne Landschaft, die ihm bestimmt gefallen hätte. – Als ich zurückkam lebte er nicht mehr.“ In den Gesprächen über Josef Göbbeler wunderten sich viele Menschen darüber, dass Josef Göbbeler von städtischer Seite anscheinend vergessen wurde: „Für alle möglichen Menschen wird ein Nachruf von der Stadt verfasst und veröffentlicht. Aber nicht für Herrn Göbbeler. Darüber bin nicht nur ich enttäuscht. Dass ein Mann, der so viel Gutes für den Stadtteil, die Menschen, den Park und die Kleintiere getan hat einfach so verschwindet, das ist nicht richtig.“ „So lange ich denken kann, war Josef Göbbeler im Park. Wir haben ihm ganz viel Gutes zu verdanken. Ohne ihn wäre die Welt in Eickel etwas anders.“ „Jupp hat jedem eine Chance und eine Aufgabe gegeben, auch wenn jemand vom Intellekt nicht für eine Ausbildung geschaffen war.“ „Als ich Josef Göbbeler von einem Freund erzählte, der die Gärtnerprüfung nicht schafft, da er unter extremer Prüfungsangst litt, hat Jupp ihm zu einer Arbeit im Park verholfen.“ „Jupp war der Auffassung, dass es die städtische Aufgabe ist, den Menschen zu einem Job zu verhelfen – ob mit oder ohne Prüfung.“