SPD: Bessere Hilfe für kranke Kinder

Versorgungslücken schnellstmöglichst schließen

Erste-Hilfe-Kursus für Kinder im Familienzentrum Dreifaltigkeit.
Wohin, wenn das Kind verletzt ist? Foto: Carola Quickels

In der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Senioren am Mittwoch (14.4.2021) wurde auf Initiative der SPD unter anderem der Tagesordnungspunkt „Krankenhausversorgung und ärztlicher Notdienst für Kinder“ behandelt. Dazu wurde Dr. Vogler, niedergelassener Kinderarzt in Herne, eingeladen. Er stimmte in dem Punkt zu, dass die kinderchirurgische Versorgung in Herne aktuell eine Schwachstelle in der Versorgung sei. Sogenannte Bagatellverletzungen bei Kleinkindern, wie zum Beispiel einfache Sturzverletzungen oder unkomplizierte Knochenbrüche, können fachgerecht nur in Witten behandelt werden. Mit einem verletzten Kleinkind auf der Rückbank erst eine halbe Stunde bis zur nächsten Fachklinik zu fahren, ist nicht hinnehmbar.

Erste-Hilfe-Kursus für Kinder im Familienzentrum Dreifaltigkeit.
Ein Pflaster auf die Wunde kann jeder, aber wer kann einen Kinder-Knochenbruch versorgen?. Foto: Carola Quickels

Theres Boneberger (SPD), Mitglied im Ausschuss: „Wir haben dort auch insbesondere Eltern ohne Auto und Alleinerziehende mit mehreren Kindern im Blick. Da kann man nicht mal einfach nach Witten fahren und das Kind behandeln lassen.“ Zwar sei es möglich, verletzte Kinder im Marienhospital vorzustellen, von wo aus dann einen Weitertransport nach Witten organisiert wird, allerdings sei dies offensichtlich vielen nicht bekannt. Die SPD-Fraktion wünscht sich eine unkompliziertere Lösung und hofft auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Kliniken.

Dr. Vogler machte auf zwei Anliegen der Herner Kinderärzte aufmerksam:

  • Zum einen sprach er eine notwendige Verbesserung der Versorgung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie an. Die Fälle in diesem Bereich hätten seit Beginn der Pandemie eklatant zugenommen. Auch die SPD-Fraktion hatte im Rahmen einer Anfrage in Erfahrung bringen wollen, ob es bei den schon stattgefundenen Schuleingangsuntersuchungen Auffälligkeiten gegeben habe. Ausschussmitglied Andreas Reifschneider: „Wir wollen wissen, ob es bereits vermehrt Auffälligkeiten bei der körperlichen und/oder seelischen Gesundheit gibt.“
  • Zum anderen sprach Dr. Vogler sogenannte Regulationsstörungen von Kindern an. Viele Kinder in Herne seien übergewichtig und ernähren sich falsch. Auch hier brauche es dringend Präventionsangebote. Jedoch muss die Frage geklärt werden, wie sich Finanzierung und Vernetzung gestalten.

„Wir sind Herrn Dr. Vogler sehr dankbar, dass er im Ausschuss gesprochen hat. Wir wollen mit ihm und weiteren Experten Lösungen für die angesprochenen Probleme erarbeiten, um die Situation für Kinder und Familien in Herne zu verbessern“, so der Ausschussvorsitzende Patrick Steinbach. „Kinder, insbesondere aus sozial schwachen Familien, haben in Herne bisher noch keine gute Lobby. Das wollen wir ändern!“, ergänzt Theres Boneberger.

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