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Francesca Eichler bietet in ihrem Online Shop und auch in ihrem kleinen Verkaufswagen auf ausgesuchten Events Spezialitäten aus ihrer Heimat Sardinien an. Rechts an ihrer Seite ihre Schwester Lucia Rosa-Cortes.

Online und auf ausgesuchten Märkten und Events

'Sorelle Sarde' – Der Geschmack des Südens

Öl, Wein, Pasta, Honig, Feinkost, Salami und natürlich auch Käse – hergestellt auf Sardinien, der italienischen Mittelmeerinsel im Tyrrhenischen Meer – sind Leckereien, die Francesca Eichler seit 2021 online anbietet. „Ich habe mir damit quasi einen Traum erfüllt“, erzählt sie im halloherne-Gespräch. Einen Traum, den sie nicht jahrelang mit sich herumtrug, sondern der eine recht kurze Reifezeit hatte – anders als einige der Käsesorten, die Francesca anbietet.

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Es war im Jahr 2020, als die Industriekauffrau mit einem festen Job und sardischen Wurzeln ihrem italienischen Onkel als Dolmetscherin zur Seite stand: Der Onkel arbeitete in einer kleinen sardischen Käsemanufaktur und sollte den Käse auf der „Grünen Woche“ in Berlin vorstellen. Da die Nichte, die seit 1977 in Deutschland lebt, beide Sprachen beherrscht, bat er sie kurzerhand, ihn als Dolmetscherin zu begleiten.

„Der Käse und ich, wir wurden eins“

Piticcheddu fresco – der kleine, frische Käselaib aus Schafsmilch – auch er wird ohne Konservierungsmittel hergestellt.

„Schon nach kurzer Zeit“, erinnert sich Francesca Eichler, „habe ich nicht nur geholfen, Sprachbarrieren zu überwinden, sondern war mitten in Verkaufsgesprächen. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und sie vom guten Geschmack des sardischen Käses zu überzeugen.“ Mit einem Lachen betont sie: „Der Käse und ich wurden schnell eins. Ich hatte ein gutes Augenmaß und konnte Gewicht und Reifegrade der Stücke gut erkennen.“

Kurzarbeit half bei der Entscheidung

Francesca Eichler bietet Spezialitäten aus ihrer Heimat Sardinien an.

Zurück in Herne, wo die gebürtige Sardin mit Mann und Tochter lebt, ließ sie der Käse nicht so richtig los. Kurzarbeit, in die sie sechs Wochen später gehen musste und die über ein Jahr anhielt, brachte sie auf den Gedanken, einen Online-Shop mit Waren aus Sardinien aufzubauen. Es sollte aber keine Massenware sein, sondern Produkte, die durch ihren Geschmack und ihr natürliches Aussehen überzeugen sollten.

Dass sie erst gar nicht lange überlegte, sondern bereits Anfang 2021 mit ihrem Shop an den Start ging, erklärt sie sich heute so: „Durch die anhaltende Kurzarbeit hatte ich einfach Existenzängste.“

Sardische Köstlichkeiten aus kleinen Manufakturen

Francesca Eichler bietet Käse, Schinken, Wein – aus ihrer Heimat Sardinien an.

Heute hat sich Francesca Eichler auf Produkte spezialisiert, die noch auf traditionelle Art und Weise und zum großen Teil in Handarbeit hergestellt werden. Bei jedem Heimaturlaub ist sie auf der Insel unterwegs, recherchiert nach neuen Lieferanten und besucht „ihre“ Hersteller, die ihre Waren alle ohne Chemie herstellen. „Es sind zum Großteil Familienunternehmen, von denen einige schon in der vierten Generation tätig sind.“

Auch der Winzer, mit dem sie zusammenarbeitet, ein studierter Önologe, stellt seinen Wein auf althergebrachte Art her. „Auf dem Etikett steht zwar nicht BIO drauf, es ist aber BIO drin.“ Die Sarden stehen dem Bio-Stempel eher skeptisch gegenüber, da er sehr teuer ist. „Da sie doch sowieso alles nach alter Väter Sitte herstellen“, lacht Francesca, „sehen sie nicht ein, dafür auch noch Geld zu bezahlen.“ Einzig das sardische Bier, das werde industriell hergestellt, berichtet sie. Das habe aber solch einen Kultstatus, dass das auf jeden Fall im Angebot sein müsse.

v.l. 'Die Sardischen Schwestern' Lucia Rosa-Cortes und Francesca Eichler mit Ricardo Conte, der auf Märkten für die alkoholische Abteilung zuständig ist.

Mittlerweile hat die Sardin ihren Online-Shop um einen Zweig erweitert: Mit ihrem kleinen Verkaufswagen „meine Pitichedda“ ist sie auf ausgesuchten Märkten und Events zu finden. Dort bietet sie ihre Produkte auch zum Sofortverzehr an. So sind zum Beispiel der Piatto Formaggio, ein Teller mit unterschiedlichsten Käsesorten und Schinken, oder ihre Panini-Rustico – wahlweise vegetarisch, mit Käse oder mit Vitello Tonnato – die Renner schlechthin.

'Sorelle Sarde' ist Programm

Ja, und wie kam es zu dem Namen „Sardische Schwestern“? „Das ist eigentlich ganz einfach“, lacht Francesca und schaut ihre Schwester Lucia an, die ihr gegenübersitzt.

Die 'Sardische Schwestern' – Francesca Eichler und Lucia Rosa-Cortes.

„Als ich noch nicht wusste, wage ich den Schritt in den Online-Markt oder nicht, hatte ich schon den Namen des Unternehmens im Kopf. Meine 'große' Schwester Lucia ist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben – sie ist quasi mein Zwilling, dem ich mich extrem verbunden fühle. Ohne sie und ohne den Rückhalt von meinem Mann Christopher hätte ich diesen Schritt nie gewagt. Der Name war für mich schon in Stein gemeißelt, da wusste Lucia noch nichts davon.“

Es ist auch Papas Traum

„Es war der richtige Schritt für meine Schwester“, ist sich Lucia ganz sicher. „Franca lebt ihn mit Leidenschaft, ganz viel Herzblut und Hingabe. Es ist toll, was und wie sie es macht – ich bin so stolz auf meine 'kleine' Schwester.“ Und wieder lacht Franca: „Ja, ich habe schon ganz viele Nicht-Käse-Esser zu Käse-Essern gemacht.“

Wobei, da sind sich die Schwestern auch einig, lebt sie auch ein ganz kleines bisschen den Traum ihres Vaters. „Schon Papa wollte den sardischen Käse nach Herne bringen“, weiß Lucia.

1977 nach Deutschland gekommen

Der Papa brachte zumindest die Familie 1977 nach Deutschland, damit seine Töchter sich integrieren und es einmal besser haben, als auf der Insel. „Obwohl das auch geklappt hat, wir hier auch verwurzelt sind und Herne mittlerweile unsere Heimat geworden ist, sind unsere Herzen doch dort geblieben“, erzählen die Schwestern mit der einen oder anderen Träne im Augenwinkel.

Beide Schwestern sind neben ihrer Vollzeitstelle voller Energie und Tatendrang und wenn gerade keine Märkte anstehen, dann werden Präsentkörbe gepackt, die Francesca auf Wunsch mit individuellen Gravuren schmückt. Auch an Kochtöpfen sah man die Schwestern schon, als sie für eine Gesellschaft das Menü mit typisch sardischen Spezialitäten bereiteten.

Der ökologische Aspekt ist wichtig

Familie ist ein großes Thema für Francesca Eichler: Im Bild mit Schwester, Tochter und Mann v.l. Lucia Rosa-Cortes, Francesca, Chiara und Christopher Eichler.

Und wie kommen die Waren nach Herne? „Da habe ich wirklich Glück“, freut sich Francesca, „ich verstehe mich mit dem Inhaber der Käserei so gut, dass er die Waren der unterschiedlichsten Produzenten in Empfang nimmt und alles zusammen auf nur einer Palette auf den Weg nach Herne schickt.“ Das freut sie nicht nur, weil es günstiger und logistisch einfacher für sie ist, sondern ebenso, weil „für mich auch der ökologische Aspekt sehr wichtig ist."

Mittlerweile ist „Sorelle Sarde“ bei den Menschen angekommen und wird auf Märkten schon sehnsüchtig erwartet. Francesca zur Seite stehen dabei ihre Schwester „Luci“ und natürlich ihr Mann Christopher.

Freunde, die ihnen raten, einen zweiten und dritten Wagen anzuschaffen, bekommen nur ein Kopfschütteln als Antwort: „Es soll doch Spaß machen und nicht in Hektik und Organisationschaos ausarten. Es soll die Leidenschaft für die Produkte und unsere Heimat lebendig halten.“

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Und wie finden die Sarden es, dass ihre Produkte nun in Herne angeboten und gekauft werden? „Die Sarden sind unglaublich stolz, dass ihre Produkte hier so gut ankommen.“ mehr Info über die Produkte von Sorelle Sarde

| Autor: Carola Quickels
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