Situation der Pflegeeinrichtungen vor Ort

Digitaler Austausch

Das Schlosszimmer - Gemeinschaftsraum.
Gemeinschaftsräume in Pflegeeinrichtungen bleiben in der Pandemie unbesucht. Foto: Carola Quickels

Zur Situation der Pflegeeinrichtungen in Herne und Bochum luden Michelle Müntefering, Staatsministerin und Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Herne-Bochum II, und Alexander Vogt, Landtagsabgeordneter aus Herne, am Freitag (22.1.2021) zu einem digitaler Austausch ein. An dem Gespräch mit Vertretern von Pflegeeinrichtungen und Wohlfahrtsverbänden aus Herne und Bochum, Kommunalpolitikern und Dezernent Johannes Chudziak nahm auch Heike Baehrens, die Pflegebeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion und Vorsitzende im Bundestags-Unterausschuss Globale Gesundheit teil.

„Die Situation in der Pflege ist ein ergreifendes Thema. Fast alle von uns haben Angehörige oder Bekannte, die in einer Pflegeeinrichtung leben. In der Pandemie wird erneut deutlich, wie hoch die Belastung für Personal, Pflegebedürftige und Angehörige ist. Deswegen ist es so wichtig, aus den Gesprächen vor Ort mitzubekommen, was Politik tun kann, um Unterstützung zu leisten. Deswegen bin ich froh, dass wir uns über eine solche Videokonferenz auch mit mehreren Personen gemeinsam austauschen können”, so Müntefering.

Heike Baehrens: „Die Pflege soll in der Pandemie immer mehr zusätzliche Aufgaben bewältigen – obwohl sie ohnehin schon mit zu wenig Personal auskommen muss. Einrichtungen und Dienste brauchen deshalb dringend mehr Unterstützung, um Anforderungen wie das Testen von Besuchern und Pflegebedürftigen stemmen zu können. Aber auch nach der Pandemie bleibt es die dringendste Aufgabe, Menschen für die Berufe der Pflege zu gewinnen.”

Johannes Chudziak, Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport, beschrieb die Situation der Stadt Herne, die nach wie vor ernst zu nehmen sei. Er betonte insbesondere das gute Krisenmanagement der gemeinnützigen Träger in der Stadt. Aus der Praxis gab es die Rückmeldung, dass viele Pflegende nicht nur unter dem Mehraufwand in den Heimen leiden, sondern auch einen enormen psychischen Druck spüren, unwissentlich zum Überträger zu werden. Gerade wenn es einen Coronaausbruch gibt, geraten die Einrichtungen durch Quarantänebestimmungen und Krankmeldungen schnell in den Krisenmodus. Weitere Fragen waren: Wird der Pflegerettungsschirm verlängert? Und können die Maßnahmen in den Heimen gelockert werden, wenn alle geimpft sind?

Hierzu Heike Baehrens: „Viele Pflegeeinrichtungen sind stark belastet durch Mehrausgaben während der Pandemie. Sie müssen weiterhin auch finanziell unterstützt werden. Wenn alle impfwilligen BewohnerInnen und Beschäftigte der Einrichtungen geimpft worden sind, wird es hoffentlich keine großen Ausbrüche mehr geben. Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln sind dann weiter nötig, aber Besuche und Betreuungsangebote werden sicherlich wieder leichter und vermehrt angeboten werden.“

Alexander Vogt, MdL: „Die Ausgestaltung der Coronaschutzverordnungen in den Ländern muss einheitlich und nachvollziehbar erfolgen. Dies muss auch für die Vorgaben in Pflegeheimen gelten. Darüber hinaus haben die Pflegenden bei ihrer Aufgabe ein Anrecht auf die bestmögliche Schutzausrüstung. Dies thematisiert die SPD auch aktuell im Landtag NRW.“

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