Schwarze Scheiben bunt verpackt

„Vinyl! – Die Comic-Cover“ in der Ludwig Galerie

Zur LP „Gasolin’“ entstand 1971 das Cover aus der Serie „Tim und Struppi“ des Belgiers Georges Remi alias Hergé.
Zur LP „Gasolin’“ entstand 1971 das Cover aus der Serie „Tim und Struppi“ des Belgiers Georges Remi alias Hergé. Foto: Hergé / CBS

Während die Ausstellung „Unveröffentlicht – Die Comicszene packt aus“ nur noch bis einschließlich Sonntag, 16. Januar 2022, zu sehen ist und ab 23. Januar 2022 abgelöst wird durch eine foto-grafische Begegnung des fotografierenden Ruhrgebietschronisten Rolf Holtappel mit der als politischer Karikaturist populär gewordenen Kulturlegende Walter Kurowski, wird am Sonntag, 16. Januar 2022, um 11 Uhr in der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen die Kabinettausstellung „Vinyl! – Die Comic-Cover“ eröffnet.

Sie präsentiert die Sammlung des Ausstellungskurators Dr. Eckart Sackmann, die eine breite internationale Auswahl von Plattencovern präsentiert, welche von bekannten Comiczeichnern gestaltet wurden. Die schwarzen Scheiben aus Vinyl, die gerade wieder eine nicht für möglich gehaltene Renaissance unter Musikliebhabern aller Genres erleben, haben in der Gestaltung ihrer Hüllen schon immer auch (Pop-) Kunstgeschichte geschrieben. Was mit dem Ende des analogen Zeitalters und der Produktion der kleinformatigen Compact-Discs ein, wie wir inzwischen wissen, nur vorläufiges Ende fand.

„Vinyl! - Die Comic-Cover“ erzählt in vielen Beispielen diese wundersame Symbiose der Popkultur zwischen Musik und Bildender Kunst. Seit den späten 1960er Jahren setzte sich mit der Pop Art, dem Underground, aber auch im Zuge der Nostalgiebewegung die Erkenntnis durch, dass Comics nicht nur eine primitive Lektüre für die Kinder ungebildeter Eltern waren. Autoren und Zeichner entdeckten neue Welten abseits von „Micky Maus“, „Tim und Struppi“ & Co. Die 1980er Jahre waren das Experimentierfeld der neuen „Erwachsenencomics“. Aus den USA, insbesondere aber aus Frankreich, fanden diese Comics ihren Weg schließlich auch nach Deutschland.

Der Brite Simon Bisley („Lobo“) gestaltete für die LP „The Best of Motörhead“ 1991 das Cover.
Der Brite Simon Bisley („Lobo“) gestaltete für die LP „The Best of Motörhead“ 1991 das Cover. Foto: Bisley / BMG

Für die Kreativszene lag beides, (Rock-) Musik und Comics, nah beieinander. Künstler, die bei der Arbeit Musik hörten, hatten den Ehrgeiz, wenigstens einmal das Cover einer LP zu gestalten. In Deutschland waren es die Satirezeitschrift „pardon“ und ihr Mitarbeiter Lutz Reinecke, die ab Anfang der 1970er Jahre die neue Kultur in die Wohngemeinschaften und an die Öffentlichkeit brachten – hierzulande der erste Ansatz, die beiden Ausdrucksformen Musik und Comic gemeinsam zu vermarkten. Comic-Cover von Robert Crumb, Richard Corben und Joe Sacco, von Moebius, Enki Bilal, Hugo Pratt und Milo Manara, von Alfred von Meysenbug, Chris Scheuer und Gerhard Seyfried überraschen und erfreuen auch heute noch mit ihren Illustrationen der Schallplatten etwa von Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jethro Tull, den Byrds und Guns n’ Roses.

Spektakuläre Beispiele sind etwa das aufwändig auf allen vier Seiten gestaltete Aufklappcover des US-Amerikaners Neil Adams für das 1972 erschienene Album „Who will save the world?“ der britischen Gruppe The Groundhogs. Und die gruseligen Gestaltungen der Motörhead-Platten. Ein Hingucker auch das Doppelklappcover des Italieners Guido Crepax 1972 für das Album „Nuda“ der italienischen Gruppe Garybaldi: Es ziert eine stilisierte Ansicht der nach der von ihm verehrten Schauspielerin Louise Brooks geschaffenen Figur der emanzipierten Foto-Reporterin Valentina von 1965. Dass in den bildmächtig-farbigen Covern nicht nur schwarze Scheiben steckten, offenbart die Picture Disc „Ring a Ding Ding“ des britischen Duos Perils of Plastic mit dem Motiv des Drucks „Sweet Dreams Baby“ des amerikanischen Pop-Art-Künstlers Roy Lichtenstein von 1966.

Zum Erlebnischarakter des Ausstellungsbesuchs gehört eine Liquid Light Show: Schichten aus farbigem Mineralöl und Alkohol bewegen sich über die Projektorlinse und erzeugen wechselnde Farbmuster. Bei diesen psychedelischen Lichtshows handelt es sich um eine Form der Lichtkunst, die in den frühen 1960er Jahren als Begleitung zu elektronischer Musik und avantgardistischen Theateraufführungen auftauchte, später auch für Aufführungen von Rock oder psychedelischer Musik angepasst wurde. In Oberhausen ist mit „Porcupine Tree – Voyage 34 Phase I & II“ eine Produktion des 2012 in Amsterdam gegründeten Künstlerkollektivs Ed’s Amazing Liquid Light Show zu erleben - auf großer Leinwand.

„Vinyl! - Die Comic-Cover“, von 16. Januar bis 8. Mai 2022 in der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen, Di-So 11 bis 18 Uhr, öffentliche Führungen So 11.30 Uhr, Bildvortrag des Sammlers und Kurators Dr. Eckart Sackmann am 7. Mai 2022 um 16 Uhr, Katalog 20 Euro (Museumspreis).

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