Prinzipielles übern Prinzipal

Intendant Thomas Rech legt Mondpalast-Buch vor

Christian Stratmann hat auch seine Macken, aber sonst isser ein feiner Kerl – schreibt Thomas Rech.
Christian Stratmann hat auch seine Macken, aber sonst isser ein feiner Kerl – schreibt Thomas Rech. Foto: Christoph Fein/Mondpalast

Welch eine Erfolgsstory: Was der Komödienstadel für München oder das Ohnsorgtheater für Hamburg, das ist der Mondpalast für das Ruhrgebiet. (Gründungs-) Intendant Thomas Rech gibt in dem soeben erschienen Buch „Der Prinzipal und ich“ einen launig-amüsanten Einblick in den Kosmos dieses Volkstheaters um Spiritus Rector Christian Stratmann.

Rech, einst von der ernsten Muse ins komödiantische Fach gewechselt, legt mit ausgewählten Glossen aus der hauseigenen Werbepublikation „Stratmann“ augenzwinkernd und mit viel Selbstironie eine kurzweilige Hommage an Prinzipal Stratmann, den Mondpalast und seine Mimen vor. 17 Jahre Theatergeschichte an der Wilhelmstraße in Wanne-Eickel werden mit vielen Bildern, leider nicht chronologisch geordnet, in einem Prolog, neun Kapiteln und einem Nachtrag lebhaft geschildert und so lebendig.

Mit „Der Prinzipal und ich“ hat Thomas Rech eine launige Hommage an seinen Chef im Mondpalast geschrieben.
Mit „Der Prinzipal und ich“ hat Thomas Rech eine launige Hommage an seinen Chef im Mondpalast geschrieben. Foto: Mondpalast

Gute Unterhaltung ist bei den beiden Machern Stratmann und Rech zuverlässig garantiert. Nicht zuletzt durch die witzigen Komödien-Vorlagen Sigi Domkes, der leider auf den 64 Seiten des Büchleins etwas zu wenig Beachtung und Erwähnung findet. Dieser sorgt nämlich mit seinen dem Volk aufs Maul geschauten Stücken inklusive hohem Wiedererkennungswert und viel zündendem Humor auch bei ernsteren Themen für Heiterkeit beim Publikum. Denn dieses ist ja durch seinen Zuspruch der eigentliche Star im Thespiskarren-Geviert.

Rech zeichnet liebevoll und voller Respekt ein sympathisches Bild von Prinzipal Stratmann abseits der gängigen Klischees. Nett und zuvorkommend ist seine Art, vom Wesen her ein fürsorglicher, fairer und sozial denkender Unternehmer, der das Theaterschiff auch durch die schwere Zeit der Pandemie gesteuert hat und sich tierisch mit seiner Crew freut, dass jetzt erstmals wieder der „Lappen hoch geht“. Dem Intendanten und Regisseur ist der Prinzipal in all den vielen Jahren zum Freund geworden, der hinter jenem den Menschen sichtbar macht, der sich gern um alles kümmert.

Was die Lektüre des Streifzuges durch die Mondpalast-Historie erschwert, ist die Tatsache, dass dieser „Spaziergang“ rund um den Musentempel nicht chronologisch geordnet ist. Beim Lesen und auch losen Blättern ist es unnötig verwirrend, wenn der gezeichnete Stratmann mal 60 bzw. 70 wird oder gar mit einer Karnevalsauszeichnung geehrt wird. Ansonsten gilt: Viel Vergnügen, klasse Kurzweil und schönes Schmunzeln bei diesem Produkt aus dem kleinen, aber feinen Bottroper Verlagshaus Henselowsky Boschmann.

Thomas Rech, Der Prinzipal und ich, Verlag Henselowsky Boschmann, Bottrop 2021, ISBN 978-3-948566-12-8, für 9,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

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