Kooperation-Vertiefung durch Vorabitur-Auswahl
NRW – Stipendien für Talente
Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Studienstiftung des deutschen Volkes e. V. und das NRW-Zentrum für Talentförderung der Westfälischen Hochschule stellen ihre bereits sehr erfolgreiche Zusammenarbeit auf ein noch breiteres Fundament. Die bundesweit einzigartige Kooperation zwischen dem in Nordrhein-Westfalen entwickelten Talentscouting und dem größten deutschen Begabtenförderungswerk besteht seit 2018 und wird jetzt erheblich ausgeweitet.
Stipendienzusage schon vor dem 'Abi'
Das neue Programm „Vorabitur-Auswahl“ richtet sich an besonders begabte und engagierte Schüler aus einkommensschwachen Familien. Die Jugendlichen, die sich im Bewerbungsverfahren der „Vorabitur-Auswahl“ durchsetzen, erhalten schon im letzten Schuljahr der Oberstufe – also noch vor dem Abitur – eine . Bislang konnten sich die Kandidatinnen und Kandidaten erst nach Studienbeginn für die Aufnahme in die Studienstiftung des deutschen Volkes bewerben und hatten somit keine Klarheit, wie sie die ersten Semester überhaupt finanzieren können. Die „Vorabitur-Auswahl“ erleichtert so gerade jungen Menschen ohne finanzielle Absicherung den Einstieg ins Studium.
Zur Vertragsunterzeichnung der erweiterten Kooperation trafen sich Wissenschaftsministerin Ina Brandes, Prof. Dr. Michael Hoch und Dr. Annette Julius, Präsident und Generalsekretärin der Studienstiftung des deutschen Volkes, und Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule, sowie Marcus Kottmann, Leiter des NRW-Zentrums für Talentförderung, im Ministerium für Kultur und Wissenschaft in Düsseldorf.
Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „Jede Erfolgsgeschichte des NRW-Talentzentrums ist der Beweis, dass exzellente Bildung für alle möglich ist. Mit der ‚Vorabitur-Auswahl‘ helfen wir besonders jungen Menschen, die keine Möglichkeit hätten, die ersten Semester selbst zu finanzieren. Mit der Zusage einer Förderung schon vor dem Abitur bekommen junge Talente frühzeitig Sicherheit und Verlässlichkeit für die Planung ihrer Zukunft. Das neue Programm verbessert die Chancen für alle Schülerinnen und Schüler, sich ihren Talenten und Neigungen entsprechend zu entfalten.“
Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, Präsident der Studienstiftung des deutschen Volkes: „Die Zusammenarbeit mit dem NRW-Zentrum für Talentförderung zeigt eindrucksvoll, wie wirksam gezielte Ansprache und verlässliche Begleitung sein können. Über die Talentscouts erreichen wir junge Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, die den Weg zur Begabtenförderung sonst oft nicht in Betracht ziehen würden. Damit trägt die Kooperation wesentlich dazu bei, dass die Studienstiftung die Vielfalt der Talente in unserer Gesellschaft noch besser abbildet.“
Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule: „Stipendien sind eines der wirkungsvollsten Instrumente gegen herkunftsbedingte Chancenunterschiede. Das Vorschlagsrecht für unsere NRW-Talentscouts beweist in der Praxis: Junge Menschen aus nichtakademischen Milieus setzen sich in den Auswahlverfahren der Begabtenförderwerke erfolgreich durch, wenn man ihnen den Zugang eröffnet. Dieser klare Befund widerlegt die These mangelnder Potenziale und nimmt uns in die Pflicht, dieses Instrument insbesondere dort einzusetzen, wo bislang unentdeckte Talente in großer Zahl vertreten sind.“
Die „Vorabitur-Auswahl“ wurde bereits 2025 als Pilotprojekt in sieben Bundesländern eingeführt. Fast die Hälfte (48 Prozent) der Kandidatinnen und Kandidaten der „Vorabitur-Auswahl“ wurde von den NRW-Talentscouts vorgeschlagen. In diesem Jahr wurde das Projekt auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet.
Begonnen hat die Kooperation des NRW-Talentzentrums und der Studienstiftung des deutschen Volkes mit der Einführung eines Vorschlagrechts des Talentzentrums für das Auswahlverfahren für Studienanfängerinnen und -anfänger bei der Studienstiftung. Dank der Kooperation wird eine Gruppe von Studierenden erreicht, deren Anteil an Erstakademikerinnen und -akademikern (73,1 Prozent) deutlich höher ist als in der restlichen Gruppe der Bewerberinnen und Bewerber. Dies zeigen Auswertungen der Studienstiftung. Im Schnitt lag die Erfolgsquote der von Talentscouts vorgeschlagenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Auswahlverfahrens über die Jahre bei 33,2 Prozent – und damit deutlich über der Aufnahmequote derjenigen, die von ihrer Schule vorgeschlagen worden waren (27,1 Prozent).
Der Anteil von vorschlagenden Schulen in Nordrhein-Westfalen hat sich zudem von 46 Prozent auf nun 58 Prozent erhöht. Damit ist die Beteiligungsquote nordrhein-westfälischer Schulen am Vorschlagsverfahren der Studienstiftung so stark gestiegen wie in keinem anderen Bundesland und liegt im Ländervergleich inzwischen in der Spitzengruppe.