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Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Westfalen ihr Ausbildungsangebot im Jahr 2023 gesteigert. (Symbolbild).

Chemie-Industrie in Westfalen bekennt sich zur Ausbildung und bietet Berufsperspektiven

Nachwuchsgewinnung für die Branche

Bochum. Deutlich gesteigert hat die chemisch-pharmazeutische Industrie in Westfalen ihr Ausbildungsangebot im Jahr 2023. 902 Ausbildungsplätze schrieben die 180 Unternehmen aus, nach 2013 (906 Ausbildungsplätze) ist dies der Bestwert der vergangenen 20 Jahre. „Wenig verwunderlich in Zeiten des Fachkräftemangels“, findet Dirk W. Erlhöfer, Hauptgeschäftsführer des Westfälischen Arbeitgeberverbandes Chemie e.V. mit Sitz in Bochum. 823 dieser 902 Plätze (91 Prozent) konnten auch besetzt werden, diese Zahlen diskutierten Vertreter der Chemie-Arbeitgeber Westfalen und des Landesbezirks Westfalen der IG BCE am Dienstag (14.11.2023) in Bochum.

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902 angebotenen Ausbildungsplätze

Die jährliche Evaluierung aufgrund des gemeinsam geschlossenen Tarifvertrages „Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg“ habe einen Rückgang der Besetzungslücke von über 14 Prozent (2022) auf nur noch knapp 9 Prozent ergeben. Dirk W. Erlhöfer stellte mit Blick auf die aktuellen Zahlen fest: „Mit 902 angebotenen Ausbildungsplätzen setzen unsere Mitglieder ein starkes Zeichen in Richtung Zukunft der Branche Chemie/Pharma – und das in aktuell außerordentlich schwierigem konjunkturellem Umfeld. Der aktuelle Wert ist der beste seit 2013, als 906 Ausbildungsplätze angeboten wurden. Viele Firmen spürten in diesem Jahr allerdings den Bewerberrückgang, der sicherlich verschiedene Ursachen hat. Natürlich gibt es bereits einen demografiebedingten Rückgang bei den Schulabgängerzahlen und es nehmen kurzfristige Absagen oder Nicht-Antritt der Ausbildung zu. Es ist deshalb bedauerlich, dass knapp 80 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden konnten.“

Dirk W. Erlhöfer, Geschäftsführer der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen.

Erfreulich sei, dass in der chemisch-pharmazeutischen Industrie auch am Ende der Ausbildung gute bis sehr gute Berufsperspektiven für junge Menschen bestehen, so Erlhöfer weiter. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung wird die überwiegende Mehrheit der Auszubildenden übernommen. Zwei Drittel der jungen Menschen werden dabei sofort oder spätestens nach einem Jahr Bewährung unbefristet übernommen.

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Thomas Meiers, Landesbezirksleiter der IG BCE in Westfalen, sagte mit Blick auf die Ergebnisse: „Auch als Gewerkschaft begrüßen wir den Anstieg der angebotenen Ausbildungsplätze sehr. Es geht dabei aber nicht nur um die Erfüllung der tarifvertraglich vereinbarten Zahlen, sondern darum jungen Menschen eine Perspektive auf einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen und unternehmerisch kluge Zukunftsentscheidungen zu treffen. Insofern gilt es das Angebot weiter auszubauen, um den demographisch anstehenden Fachkräftebedarf decken zu können. Gleichzeitig werden wir in einen intensiveren Austausch über ein geeignetes Matching zwischen Bewerber*innen und Angebot gehen und im Zuge dessen über Bedingungen sprechen um auch Schüler*innen ohne Abitur gut durch die Ausbildung zu begleiten.“

| Quelle: Alexander Füten / AGV Ruhr
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