'Monsieur Claude und sein großes Fest'

Sommerkino in der Filmwelt Herne

40 Jahre und noch viel mehr: Noch ahnen Marie (Chantal Lauby) und Claude Verneuil (Christian Clavier) nichts von dem gigantischen Überraschungskommando ihrer Töchter zur Rubinhochzeit.
40 Jahre und noch viel mehr: Noch ahnen Marie (Chantal Lauby) und Claude Verneuil (Christian Clavier) nichts von dem gigantischen Überraschungskommando ihrer Töchter zur Rubinhochzeit im Film "Monsieur Claude und sein großes Fest". Foto: Neue Visionen

Monsieur Claudes Spaziergänge durch sein Heimatstädtchen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren: Nach drei Jahren ist sein Werk nicht mehr im Schaufenster des Buchhändlers ausgestellt. Claude Verneuil (Christian Clavier) und seine Frau Marie (Chantal Lauby) sind seit den multikulturellen Hochzeiten ihrer vier Töchter zwar gestählte Profis im Anzapfen tiefster Toleranzreserven, doch die sind allmählich aufgebraucht. Denn die ungeliebten Schwiegersöhne sind jetzt auch noch ihre Nachbarn!

Deren Gezänk über Äpfel, die auf Petersilie fallen, das jüdische Zuckerfest, einen farbigen Schauspieler als Jesus-Darsteller, die arabische Grillparty und die Vernissage einer Ausstellung der arg gewöhnungsbedürftigen Eingeweide-Gemälde seiner Tochter Ségolène (Émilie Caen), die an die Schlachthof-Bilder Lovis Corinths erinnern, entlocken dem französisch-patriotischen Familienoberhaupt ungeahnte Fähigkeiten in den Disziplinen Durchatmen, Augenbrauen-Hochziehen und plötzliches Verschwinden. Indes fragt sich Marie, wie es eigentlich um ihre Ehe bestellt ist. Denn ihr 40. Hochzeitstag steht bevor und auch die reife Liebe will beschworen sein.

Persönliches Armageddon geplant

Claude verspricht ein romantisches Abendessen à la francaise und ahnt nicht, dass die Töchter still und heimlich sein persönliches Armageddon planen: eine XXL-Familienfeier mit allen Schwiegereltern aus der ganzen Welt, bei der Claude und Marie ihr Eheversprechen erneuern sollen. Während die Töchter inklusionssensible Hochzeitspläne schmieden, zeichnet sich am Horizont ein Massaker der interkulturellen Gehässigkeiten ab, das selbst Monsieur Claudes Erregungsskurve in den Schatten stellt. Was folgt ist ein rasantes Säbelrasseln familiärer Krisenfälle zwischen verbotenen Drinks, einem liebestollen deutschen Kunsthändler („Ich ertrage kein Mittelmaß“: Jochen Hägele als Porschefahrer Helmut Schäfer) und dem handfesten Streit um eine Jurte im Garten, in die niemand einziehen will…

Ladies Night: In feucht-fröhlicher Eintracht feiern sich Moktaria Benassem (Farida Ouchani), Sarah Benichou (Nanou Garcia), Xhu Ling (Li Heling), Marie Verneuil (Chantal Lauby) und Madeleine Koffi (Salimata Kamate) durch das kleinstädtische Nachtleben.
Ladies Night: In feucht-fröhlicher Eintracht feiern sich (v.li.) Moktaria Benassem (Farida Ouchani), Sarah Benichou (Nanou Garcia), Xhu Ling (Li Heling), Marie Verneuil (Chantal Lauby) und Madeleine Koffi (Salimata Kamate) durch das kleinstädtische Nachtleben. Foto: Neue Visionen

Monsieur Claude, der Meister der formvollendeten Zerknirschung, ist zurück! Keiner beherrscht die Kunst der gerümpften Nase so unterhaltsam wie er: Christian Clavier brilliert in seinem nach „Monsieur Claude und seine Töchter“ (2014) und „Monsieur Claude 2 – Immer für eine Überraschung gut“ (2019) nunmehr bereits dritten Leinwandabenteuer in der Königsklasse interkultureller Diplomatie: dem Großfamilienfest. Sieben neue Figuren befeuern den situationskomischen Kinospaß für die ganze Familie - voller Esprit und Dialogwitz, mitreißend und sympathisch zugleich. Und mit tollen Sehnsuchts-Bildern einer Ballonfahrt über der Loire des Kameramannes Christian Abomnes: Mit einer Länge von knapp einhundert Minuten der ideale Film für laue Sommernächte im Open-Air-Kino.

Was ein Familie ausmacht

Regisseur Philippe de Chauveron im Presseheft: „Seit die Leute das Leben der Verneuils begleiten, lieben sie ihre kleinen und großen Streitereien. Jedoch möchten sie vor allem, dass die Familie zusammenbleibt. Denn, das ist es, was eine Familie ausmacht: Menschen, die sich sehr lieben, sich anschreien, wegziehen, aber dennoch unzerstörbar verbunden bleiben.“

Uraufgeführt am 21. Dezember 2021 in Cherbourg-en-Cotentin kommt „Qu'est-ce qu'on a tous fait au Bon Dieu ?“, so der Originaltitel, am Donnerstag, 21. Juli 2022, in unsere Kinos – und in die Filmwelt Herne als Preview bereits am Dienstag, 19. Juli 2022, um 20.15 Uhr.

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