'Mitmachen. Mitreden. Miteinander.'

200 Personen in der City bei drei Aktionen des Bündnis Herne

Kundgebungen des Bündnis Herne und weiterer Organisationen am Samstag (15.1.2022) in der Herner City unter dem Motto
Rund 200 Personen waren bei den Kundgebungen des Bündnis Herne und weiterer Organisationen am Samstag (15.1.2022) in der Herner City unter dem Motto "Miteinander durch die Pandemie". Foto: Bündnis Herne

Am Samstag (15.1.2022) hatte das Bündnis Herne erneut aufgerufen (halloherne berichtete) in die Herner Innenstadt zu kommen und Gesicht für ein solidarisches Miteinander auch in der Pandemie zu zeigen, heißt es in einer Mitteilung. Bereits eine Woche zuvor gab es an drei Standorten drei Kundgebungen (halloherne berichtete).

Etwa 200 Menschen, darunter auch die „Omas gegen Rechts Bochum & West“, waren dem Aufruf gefolgt und hatten sich den drei parallel stattfindenden Kundgebungen angeschlossen. Die Teilnehmenden der Mahnwache am Shoah-Mahnmal wie auch des Friedensgebetes vor der Kreuzkirche schlossen sich nach einem Demozug durch die Bahnhofstraße der Kundgebung auf dem Robert-Brauner-Platz an.

Schutz der Demokratie

Das Bündnis Herne sieht sich ausdrücklich nicht in der Rolle der „Maßnahmenbefürworter“, wie eine Sprecherin des Bündnis Herne betonte. Vielmehr gehe es, wie auch schon 2019/2020 bei den „besorgten Bürgern“, um den Schutz der Demokratie.

Kundgebungen des Bündnis Herne und weiterer Organisationen am Samstag (15.1.2022) in der Herner City unter dem Motto
Das Motto vom Bündnis lautet "Mitreden. Mitmachen. Miteinander." Foto: Bündnis Herne

Die Sprecherin fand deutliche Worte für den Hintergrund der selbst ernannten „Maßnahmenkritiker“ (halloherne berichtete und berichtete): „Unter dem Deckmantel des ,kritischen Hinterfragens' wird nämlich einfach pauschal alles Mögliche in Frage gestellt, und wo man schon mal dabei ist, das ganze System gleich mit.“ Wie zum Beweis dieser Aussage beschallte der kleine Demozug der Maßnahmengegner die Menschen an ihrer Route mit entsprechenden Durchsagen vom Band, die ihnen offenbar aus dem „Querdenken“-Umfeld zur Verfügung gestellt wurden.

'Großer Unwille'

Weiter hieß es: „Die Ablehnung der Impfpflicht wird im Aufruf zur Demo zum Beispiel damit begründet, dass die Substanzen noch nicht hinreichend erprobt seien. Im Zusammenhang mit dem Schutz der Kinder werden diese Substanzen als ,experimentell' bezeichnet. Daraus spricht mindestens ein massives Unverständnis für die Prozesse bei der Entwicklung eines Impfstoffs wie auch ein großer Unwille, sich mit den zugegeben komplexen Zusammenhängen auseinanderzusetzen. Dies setzt sich bei anderen komplexen Zusammenhängen fort.“

Die Sprecherin fuhr fort: „Unser Motto lautet immer noch ,Mitreden. Mitmachen. Miteinander'. Voraussetzung für das ,Miteinander reden' ist allerdings, dass die Gesprächspartner:innen sich zumindest auf der selben Realitäts- und Faktenebene befinden und ein ähnliches Verständnis von Rechten und Pflichten in einer Gemeinschaft haben. Und da sehen wir sowohl bei den Demonstrationen samstags wie auch bei den so genannten ,Spaziergängen' montags erhebliche Defizite.“

Das Bündnis Herne zeigte sich mit der großen Beteiligung der Herner Zivilgesellschaft sehr zufrieden und kündigte bereits an, auch am nächsten Samstag, 22. Januar 2022, wieder Gesicht zu zeigen.

Quelle: