Programm und Spielorte - auch Herne Teil der Kulturbiennale
Manifesta 16 Ruhr startet
Im Theater Duisburg stellte das Team der Manifesta 16 Ruhr am Donnerstag (18.6.2026) in einer Pressekonferenz das vielseitige Programm sowie einige Spielorte der diesjährigen Kulturbiennale vor. Die Manifesta findet vom 21. Juni bis zum 4. Oktober 2026 in Essen, Bochum, Gelsenkirchen und Duisburg statt und entfaltet sich in zwölf ehemaligen oder leerstehenden Kirchengebäuden.
Im Rahmen eines Open Calls wurden zudem 16 Projekte ausgewählt, die in den Städten Dortmund, Herne, Mülheim an der Ruhr, Marl, Bottrop, Essen, Bochum, Gelsenkirchen, Duisburg und Oberhausen als sogenanntes Manifesta16 Ruhr+ Programm realisiert werden. Die Manifesta 16 Ruhr wird vollständig kostenfrei und ohne Ticketgebühren stattfinden, um sicherzustellen, dass die neu geschaffenen Orte der Kultur und Begegnung wirklich offen und für alle zugänglich sind.
'Orte des Abschieds werden Orte der Begegnung'
Auf der Pressekonferenz betonte Dr. Frank Dudda, Aufsichtsratsvorsitzender der Manifesta 16 Ruhr, Vorsitzender des Ruhrparlaments und Oberbürgermeister der Stadt Herne, vor zahlreichen internationalen Gästen und Medienvertreter, dass er sich nicht nur auf die Eröffnungsveranstaltungen freue, sondern auf die kompletten 15 Wochen. „Wir hoffen, dass die Manifesta 16 Ruhr etwas sichtbar machen kann. Sie zeigt, wie aus Orten des Abschieds Orte der Begegnung werden. Wie aus dem Leerstand ehemaliger Kirchen neue Möglichkeiten entstehen. Wie Kunst, Kultur und Architektur helfen können, gemeinsam Neues zu denken“, sagte Dr. Frank Dudda und zeigte sich überzeugt, dass es gelingen werde, den Blick auf das zu lenken, was das Ruhrgebiet ausmache. „Wir haben hier Wandel tatsächlich oft defensiv erzählt. Erst haben wir im Jahre 2018 die Kohleindustrie verloren. Wir stehen in der Stahlindustrie defensiv da und haben in der Chemieindustrie zu kämpfen. Und trotzdem müssen wir immer wieder neu unsere Identität formen.“ Deswegen käme die Manifesta genau zur richtigen Zeit an den richtigen Ort, so der Aufsichtsratsvorsitzende weiter.
Und er fügte an: „Wandel ist nicht nur eine Verlustgeschichte, sondern Wandel ist auch Auftrag und bietet neue Möglichkeiten. Es geht um viel größere Fragen. Wie schaffen wir neue Orte des Zusammenhalts in einer Zeit des Wandels? Wie können bestehende Räume dazu beitragen, Gemeinschaft zu stärken und Menschen wieder miteinander ins Gespräch zu bringen?“ Es käme jetzt darauf an, die Menschen zu aktivieren, betonte der Vorsitzender des Ruhrparlaments.
Nach der Pressekonferenz erhielten die Teilnehmenden die Möglichkeit, einen ersten Blick in die Spielorte der Kulturbiennale zu werfen, unter anderem in die Kulturkirche Liebfrauen in Duisburg. Die offizielle Eröffnung der Manifesta 16 Ruhr findet am Samstag, 20. Juni 2026, auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen statt.
Herne mit Projekt Teil des Manifesta+-Programmes
Für Herne bringen die Pottporus gGmbH mit der Jugendkunstschule und dem Herner Künstlerbund ein Projekt ein, das künstlerische Praxis, soziale Teilhabe und urbane Transformation zusammenführt. Im Zentrum von „Catch the Light – build bridges“ (auf Deutsch: „Fang das Licht – bau Brücken“) steht die Christuskirche in der Wanner Innenstadt mit ihrem Umfeld. Sie wird am 18. September, von 15 bis 22 Uhr, und 19. September 2026, von 12 bis 22 Uhr, zu einem offenen Labor für Kunstformen wie Tanz, Literatur und Lichtkunst. Gleichzeitig entsteht ein Begegnungsraum für Nachbarschaft, Jugend und internationale Stadtgesellschaft. Zudem wird es ein kostenfreies Picknick mit zahlreichen künstlerischen Programmpunkten und Mitmachangeboten geben. Ebenfalls Teil des Manifesta16 Ruhr+ Programmes in Herne ist der „Workshop unter Palmen 2026 – Build Bridges“ in der Akademie Mont Cenis am 4. und 5. Juli 2026. Der Workshop besteht aus einzelnen Workshops für die vorab angemeldeten Mitglieder der Kinder- und Jugendparlamente aus NRW, Niedersachsen und der Herner Partnerstadt Wakefield in England mit anschließender öffentlich zugänglicher Ergebnispräsentation und Podiumsdiskussion am Sonntag, 5. Juli 2026, von 11:15 bis 13:30 Uhr.
Das ist die Manifesta
Die Manifesta ist eine europäische Biennale für zeitgenössische Kunst. Sie wurde Anfang der neunziger Jahre gegründet, um künstlerische Antworten auf gesellschaftliche Entwicklungen in Europa zu erproben. Alle zwei Jahre findet sie in einer anderen Stadt statt. Die Gastgeberregion wird dabei zum Labor für neue Formen urbaner Kultur und partizipativer Prozesse. Für die 15. Ausgabe war 2024 die Region Barcelona Gastgeberin. In diesem Jahr wird die Manifesta erstmals im Ruhrgebiet realisiert. Die Region stellt von Juni bis Oktober ihre Transformationskraft unter Beweis.