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Die Artventure-App soll Kunstwerke im öffentlichen Raum interessanter und zugänglicher machen.

Elisabeth Jacobsohn (22) für 'Artventure'-App ausgezeichnet

Kunstwerke bekannter machen

In NRW und auch Deutschlandweit gibt es zahlreiche Kunstwerke im öffentlichen Raum. Jedoch sind vielen Menschen diese gar nicht bekannt. Hier möchte die Studentin Elisabeth Jacobsohn Abhilfe schaffen und entwickelte die „Artventure“-App, um Kunstwerke in der Öffentlichkeit bekannter und zugänglicher zu machen. Dafür wurde sie nun von der Bundesregierung ausgezeichnet.

„Bei mir an der Uni gibt es zahlreiche Kunstwerke, jedoch wissen viele, meine Mitstudierenden eingeschlossen, gar nicht wo sich die Kunstwerke befinden", berichtet die 22-jährige Hernerin gegenüber halloherne. „Da habe ich mir überlegt, dass es doch eine Möglichkeit geben muss, die Kunstwerke bekannter zu machen, ohne das man vorher in der Bibliothek zahlreiche Kunstbücher lesen muss, um den Standort zu finden."

So wurde die Idee zur App geboren. Gemeinsam mit ihrem Bruder Julius, einem Programmierer, hat sie sich zusammengesetzt und an der Entwicklung gearbeitet. Jacobsohn recherchierte für die App die Kunstwerke, plante Kunstrouten und kümmerte sich um Marketing sowie Vertrieb. Ihr Bruder war für die technische Umsetzung zuständig. Er kümmerte sich Programmierung und den Aufbau der Serverinfrastruktur.

GPS-basierte Navigation und Infos zu Werken sowie Künstlern

So funktioniert „Artventure“: Auf einer Karte werden Informationen zu den Standorten von Kunstwerken zur Verfügung gestellt. Des Weiteren gibt es eine Suchfunktion, die es kunstinteressierten Menschen ermöglicht, in einer überregionalen Datenbank nach öffentlich zugänglichen Kunstwerken zu suchen. Mit einer GPS-basierten Navigation kann Kunst nicht nur digital, sondern auch vor Ort besichtigt werden.

Elisabeth Jacobsohn hatte die App-Idee.

„Außerdem können Nutzer und Nutzerinnen Bilder und Hintergrundinformationen zum Material, zum Herstellungszeitraum und zu den Künstler und Künstlerinnen durch die App erfahren", berichtet Jacobsohn. Die App könne ebenso dazu beitragen, die Kunstwelt in NRW und ganz Deutschland übersichtlicher und verständlicher zu machen. Sie sei bereits im Apple App-Store und im Google Play Store verfügbar und kann dort kostenfrei heruntergeladen werden.

Bewerbung als Kultur- und Kreativpilotin

Als Elisabeth Jacobsohn davon hörte, dass die Bundesregierung jedes Jahr 32 Unternehmen als Kultur- und Kreativpiloten Deutschlands auszeichnet, hat sie sich entschieden, sich für die Auszeichnung zu bewerben. Über 700 Bewerbungen seien dafür eingegangen. Zunächst einmal wurden online alle Projekte ausgestellt, für die abgestimmt werden konnte. Die Projekte mit den meisten Stimmen und einige andere kamen dann ins Auswahlverfahren.

„Das Auswahlverfahren fand in ganz Deutschland statt. Meines fand online statt und dauerte drei Stunden", berichtet die Studentin der Kunstgeschichte. „Ich musste mich den Fragen von neun Menschen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft stellen, das war ganz schön aufregend." Obwohl sie nach dem Gespräch nicht einschätzen konnte, ob sie mit ihrem Projekt punkten konnte, erhielt sie ein paar Tage später die Nachricht: „Sie werden für Ihre App ausgezeichnet."

So sieht das vorläufige Interface der App aus.

Elisabeth Jacobsohn konnte es gar nicht fassen, dass sie mit ihrem Programm dabei war und gleichzeitig als jüngste Teilnehmerin in diesem Jahr ausgezeichnet wurde: „Es macht mich unheimlich stolz, dass unsere App ausgezeichnet wurde. Vor allem, weil es ein deutschlandweiter Wettbewerb ist."

Individuell abgestimmtes Mentoring-Programm

Die ausgezeichneten Unternehmer nehmen an einem einjährigen, individuell abgestimmten Mentoring-Programm teil, das sie in ihrer unternehmerischen Entwicklung unterstützt. Dazu gehören Workshops, der Austausch mit den anderen Teams, die Begleitung durch Coaches sowie die bundesweite Aufmerksamkeit durch die Titelvergabe.

Die Auszeichnung wird vom u-institut für unternehmerisches Denken und Handeln e.V. ausgelobt. Förderer ist die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung, unterstützt wird die Förderung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Die App weiter voranbringen

Noch während ihres Studiums will Jacobsohn ihre App weiter voranbringen. „Ich kann mir gut vorstellen, nach meinem Studium richtig einzusteigen. Wir planen die App auch auf ganz Deutschland auszuweiten und nicht nur auf NRW. Außerdem haben wir auch noch einige andere Ideen im Bereich Kunst", so die Masterstudentin abschließend.

Freitag, 16. Dezember 2022 | Autor: Julia Blesgen