Atemwegserkrankungen häufigste Ursache für Krankschreibungen
Krankenstand in Herne bleibt auf hohem Niveau
Aus dem aktuellen Gesundheitsbericht 2025 der AOK NordWest geht hervor: Der Krankenstand ist in Herne rückläufig. Danach weist die Gesamtbilanz der Krankmeldungen bei den rund 21.100 AOK-versicherten Arbeitnehmenden für das Jahr 2025 in Herne einen Krankenstand von 7,6 Prozent aus. Im Jahr zuvor lag der Wert bei 7,8 Prozent, bleibt somit trotz Rückgangs auf einem hohen Niveau. Beschäftigte fehlten im Schnitt 27,7 Tage krankheitsbedingt in ihren Betrieben. Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen verursachten 34,9 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage. „Atemwegserkrankungen machten mehr als ein Viertel aller Krankheitsfälle aus und waren mit Abstand wieder der häufigste Grund für eine Krankschreibung“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock.
Der Anteil der Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund von Atemwegserkrankungen an allen AU-Fällen lag 2025 mit 26,1 Prozent mit weitem Abstand weiterhin an erster Stelle. Danach folgten Muskel- und Skeletterkrankungen (14,9 Prozent), Verdauungserkrankungen (8,1 Prozent) und psychische Erkrankungen mit einem Anteil von 5,3 Prozent an allen AU-Fällen.
Öffentliche Verwaltung und Sozialversicherung mit höchstem Krankenstand
Im Branchenvergleich ist der höchste Krankenstand bei den AOK-Mitgliedern in Herne im Jahr 2025 mit neun Prozent in der öffentlichen Verwaltung und Sozialversicherung zu beobachten. Der niedrigste Wert war in der Branche Land- und Forstwirtschaft mit 1,7 Prozent festzustellen.
Krankenstand in Herne über Niveau von Westfalen-Lippe
Der Krankenstand in Herne beträgt 7,6 Prozent und liegt damit über dem Durchschnitt in Westfalen-Lippe (7,1 Prozent). Die durchschnittliche Krankheitsdauer je Fall lag in Herne bei 10,2 Kalendertagen.
Betriebliches Gesundheitsmanagement einführen
Kock weist darauf hin, dass sich das Arbeitsleben in den letzten Jahren durch eine zunehmende Digitalisierung, dem demografischen Wandel, Fachkräftemangel, Arbeitsverdichtung und Homeoffice deutlich verändert habe. „Hier kann betriebliche Gesundheitsförderung Ansätze bieten, um die Widerstandsfähigkeit und psychische Belastbarkeit der Belegschaft von Betrieben zu stärken. Eine gute Unternehmenskultur und Führung sind zentrale Stellschrauben, um Mitarbeitende gesund zu erhalten und langfristig an die Unternehmen zu binden“, so Kock.