Stadt Herne informiert
Kommunaler Wärmeplan wird vorgestellt
Wie die klimaneutrale Wärmeversorgung im Stadtgebiet bis 2045 erreicht werden kann, definiert die kommunale Wärmeplanung der Stadt Herne. Sie stellt den langfristigen, strategischen Rahmen für die Wärmewende in der Kommune dar. Gemäß dem Wärmeplanungsgesetz ist die Stadt Herne verpflichtet, bis Ende Juni dieses Jahres ein entsprechendes Konzept vorzulegen. Über die Ergebnisse und damit verbundene Maßnahmen informierten die Stadt Herne sowie Vertreter*innen der Stadtwerke Herne AG und der Iqony Wärme GmbH in einem gemeinsamen Pressegespräch am Freitag (12.6.2026).
„Mit der Veröffentlichung des Kommunalen Wärmeplans ist ein wichtiger Meilenstein erreicht, um die Wärmewende in Herne voranzutreiben, auch wenn diese noch viele Jahre in Anspruch nehmen wird“, erläuterte Stadtbaurat Stefan Thabe bei der Vorstellung des strategischen Dokuments, welches zur Orientierung und als Leitfaden dienen soll. „Die Wärmewende ist eine gemeinsame Aufgabe von Stadt, Stadtwerken, Unternehmen sowie den Bürgerinnen und Bürgern. Sie alle können dazu beitragen, die Stadt unabhängig von Energieimporten und damit fit für die Zukunft zu machen.“
Ist-Situation, Potenziale und Zielszenarien
Die Stadt Herne hat den kommunalen Wärmeplan zusammen mit Trianel, einer Stadtwerke-Kooperation, entwickelt. Dieser beschreibt die Ist-Situation, Potenziale und Zielszenarien und liefert eine strategische Grundlage für die Wärmewende. Bisher ist Erdgas mit 80 Prozent der dominierende Endenergieträger in Herne. Der Fokus der Wärmeplanung liegt auf Heizen und Warmwasserbereitung. Diese haben einen Anteil von 63 Prozent am Wärmebedarf der Stadt. Energetische Sanierung und Prozesseffizienz können langfristig dazu beitragen, diese Wärmebedarfe substanziell zu senken. Das Zielszenario sieht dafür einen „Technologiemix“ vor.
Energieberatung für Gebäudeeigentümer*
Im Zuge der Veröffentlichung stellen die beteiligten Akteur den Bürger umfassende Informationen zur Verfügung. Eine niedrigschwellige Energieberatung für Gebäudeeigentümer ist das digitale Tool „heatfind“. Damit können Interessierte ihre Immobilie und die zugehörigen Potenziale unabhängig analysieren lassen. Das Tool bietet die Möglichkeit, verschiedene Versorgungsvarianten und Sanierungsmaßnahmen zu vergleichen und ökologisch, ökonomisch und technisch zu bewerten. Zudem können die Eigentümer auch direkt mit den lokalen Partner*innen, wie Handwerker oder den Stadtwerken in Kontakt treten. Die Bürger sollen dazu die Möglichkeit erhalten, sich vor Ort in den vier Stadtbezirken über „heatfind“ zu informieren. Die Termine sind aktuell in der Vorbereitung.
Ausbau des Wärmenetzes
Große Bereiche Hernes liegen im Einzugsbereich der bereits bestehenden Fernwärmenetze. Ob das eigene Gebäude für den Anschluss geeignet ist, muss jedoch individuell geprüft werden. Die Eignungsgebiete schaffen Orientierung für Eigentümer*innen. Sie zeigen auf, in welchen Teilen der Stadt perspektivisch ein Anschluss an ein Wärmenetz möglich sein kann und wo eher dezentrale Lösungen im Vordergrund stehen. Transformation und Ausbau der Fernwärmenetze in Herne sind Aufgabe der jeweiligen Betreiber. Dies sind zum einen die Stadtwerke Herne und zum anderen die Iqony Wärme GmbH, wie die ehemalige Uniper Wärme GmbH nach dem Verkauf an die Essener Steag Iqony Group nunmehr heißt.
Ausbau des Wärmenetzes in Herne-Mitte und Sodingen
Die Stadtwerke Herne prüfen die Möglichkeiten, bis 2030 die Wärmenetze in Herne-Mitte mit den Netzen Mont-Cenis und Zechenring in Sodingen zu verbinden. Ein weiteres Netzausbaupotenzial bis 2035 wird im Stadtteil Baukau-Ost geprüft. Im Zuge des Netzausbaus können sich Möglichkeiten zur Fernwärmeversorgung weiterer Gebäude entlang der Trasse ergeben. „Gleichzeitig müssen wir unser Stromnetz für die zunehmende Elektrifizierung des Heizens durch Wärmepumpen noch belastbarer und digitaler machen. Insgesamt werden wir in den kommenden Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in die Wärmewende investieren“, erläuterte Dr. Kathrin Kalkühler, Technische Leiterin der Stadtwerke. „Das ist eine große Aufgabe für unsere ganze Stadt, die den Bürgerinnen und Bürgern viel Geduld abverlangen wird.“
Peter Daub, der den Vertrieb Energiedienstleistungen leitet, fügte hinzu: „Überall dort, wo Unsicherheit über die passende Heizlösung besteht, stehen wir als beratender Partner zur Seite.“
Ausbau des Wärmenetzes in Wanne und Eickel
Im Zuge des Wärmenetzausbaus in Wanne und Eickel durch die Iqony Wärme GmbH ergeben sich Möglichkeiten, weitere Gebäude mit Fernwärme zu versorgen. Die Dekarbonisierung des Prozesswärmebedarfs am Produktionsstandort der Evonik kann mit Hilfe von Wasserstoff und/oder einer Elektrifizierung gelingen.
„Die kommunale Wärmeplanung in Herne zeigt: Klimaneutrale Wärme bis 2045 gelingt nur, wenn Infrastruktur, Erzeugung und konkrete Kundenlösungen konsequent partnerschaftlich zusammengedacht werden“, erklärt Monika Klement, CSO bei der Iqony Fernwärme. „Iqony bringt dafür in Wanne und Eickel die Erfahrung, die Netze und die Transformationskompetenz ein, um Fernwärme Schritt für Schritt auszubauen und zu dekarbonisieren. Entscheidend ist jetzt, gemeinsam mit Stadt, Stadtwerken, Industrie und Bürgerinnen und Bürgern aus der Planung verlässliche Umsetzung zu machen.“
Interessierte Bürger haben am Donnerstag, 9. Juli 2026, die Möglichkeit, an einem Bürgerdialog zum Thema „Kommunale Wärmeplanung“ teilzunehmen. Und auch am Samstag, 19. September 2026, beantworten die Verwaltung und weitere Akteur bei der Veranstaltung „Herne macht grün“ Fragen zur Wärmeplanung.
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- Dienstag, 9. Juni 2026