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Michael Zyweck, SPD-Stadtverordneter für Unser Fritz, ist großer Fan des Football-Klubs San Francisco 49ers und freut sich auf den Super Bowl am Sonntag, 11. Februar 2024, in Las Vegas. Dort trifft sein Team auf die Kansas City Chiefs.

Michael Zyweck (SPD) ist großer San Francisco 49ers Fan

Herner Politiker im Super Bowl-Fieber

Der Super Bowl 2024, das Finale im American Football, wirft seine Schatten voraus. Als eines der größten Sportereignisse des Jahres freuen sich nicht nur Football-Fans auf die Partie zwischen dem amtierenden Champion, den Kansas City Chiefs, und den San Francisco 49ers. Diese wird nach deutscher Zeit in der Nacht zu Montag, 12. Februar 2024, um 0:30 Uhr mit dem Kick-Off in der Glücksspielmetropole Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada beginnen. Michael Zyweck, SPD-Stadtverordneter für Unser Fritz, ist schon Tage zuvor mit den Gedanken beim Spiel.

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Er ist großer Fan der 49ers und freut sich sehr darüber, dass es seine Mannschaft ins Finale geschafft hat. Wie jedes Jahr werden rund 900 Millionen Menschen weltweit dieses Spiel an den TV-Bildschirmen verfolgen. „Ich werde auf einer Party in Gelsenkirchen sein, bei der rund 100 Leute zusammen den Super Bowl schauen“, erzählt er im halloherne-Gespräch. „Ich hoffe darauf, dass uns die Revanche für 2020 glückt.“ Damals gab es die diesjährige Finalbegegnung schon einmal, in Miami (Florida) zogen die 49ers mit 20:31 den Kürzeren – im vierten Quarter starteten die Chiefs damals eine famose Aufholjagd.

'Chiefs werden versuchen, die Läufe zu stoppen'

„Dieses Mal wird es sehr knapp, denke ich. Die Chiefs werden bestimmt versuchen, die Läufe zu stoppen, sodass San Francisco mehr auf Pässe mit dem eher unerfahrenen Quarterback Brock Purdy setzen muss“, schätzt der Lokalpolitiker die Strategie „seiner“ Gegner ein. Mit einer ähnlichen Taktik schaltete Kansas City um Star-Quarterback Patrick Mahomes die Baltimore Ravens im Halbfinale (Fachbegriff: Conference Championships) aus.

Es geht um das ovale Ei: Beim American Football zählen vor allem Touchdowns, also Läufe und Würfe bis in die gegnerische Endzone.

Damit die 49ers wiederum möglichst wenig Punkte zulassen, gilt es laut Zyweck, Mahomes ständig unter Druck zu setzen. Der Amerikaner gilt als einer der besten Passwerfer seiner Sportart. „Möglicherweise lenkt auch der ganze Rummel um Taylor Swift die Mannschaft etwas ab“, hofft der Herner Politiker. Die amerikanischer Sängerin und Songwriterin, deren große Fangemeinschaft als „Swifties“ bezeichnet wird, ist seit einigen Monaten mit Travis Kelce, Spieler der Chiefs auf der Position des Tight Ends, zusammen und hat einen riesengroßen Hype ausgelöst.

Kurz nach der Gründung bei den Gelsenkirchen Devils dabei

Für Zyweck steht zumindest fest: „Die 49ers und ihre Fans sind heiß.“ Doch woher kommt seine Begeisterung für American Football, der hierzulande erst seit einigen Jahren mehr im Fokus steht und immer mehr an Beliebtheit gewinnt? „Ich bin kurz nach der Gründung der Gelsenkirchen Devils zum Verein gestoßen und war dort Pressesprecher“, erläutert der Familienvater.

Er erinnert sich: „1992 ging es los. Ich erfuhr, dass ein neuer Verein gegründet werden sollte. Da mich das interessiert hat, habe ich mir das angesehen. Ich habe mich sofort in den Sport verliebt! Die ersten Devils sind von den ehemaligen Herner Ravens gekommen. Kurioserweise war das erste Spiel der Gelsenkirchen Devils, welches an der Oststraße in Gelsenkirchen stattgefunden hat, gegen die Herner Ravens. Das Spiel haben wir deutlich verloren.“

Bundle-Aktionen, um mehr Fans in Stadion zu holen

Fortan war seine Aufgabe, den Verein bekannter zu machen: „Wir haben zu der Zeit „Bundle-Aktionen“ gemacht. Dabei zahlt man einen kleinen Beitrag Eintritt, dafür gibt es aber schon eine Wurst. Wir konnten Interviews im Radio geben. Für unsere Heimspiele konnten wir einen erfahrenen Stadionsprecher gewinnen. Er hat den Zuschauern erklärt, was auf dem Platz passiert, das war sehr wichtig. Dabei hat er jeden Spielzug erklärt, denn es kannte keiner das Spiel.“ Mit Flyern und Freikarten wurde weiter die Werbetrommel gerührt. Das zahlte sich aus: Einmal kamen über 1.000 Zuschauer vorbei.

Eine Szene aus dem Jahr 2014: Die Recklinghausen Chargers spielen gegen die Gelsenkirchen Devils (rote Trikots). Bei den Devils gehörte Michael Zyweck zu den ersten Personen im neuen Verein und war einige Zeit lang der Pressesprecher.

Heutzutage hat er kaum noch Berührungspunkte mit Footballvereinen. Als Herner verfolgt er aber die Ergebnisse und Aktivitäten der Black Barons, die an der Gartenstraße im Horststadion ihre Heimspielstätte haben. Dennoch fühlt er sich ein wenig als ein Pionier in Sachen American Football in Deutschland. „Als ich schon vor Jahren mir montags im Februar freigenommen habe, haben meine Arbeitskollegen ungläubig gefragt: Warum das denn?“ Mittlerweile sei die Sportart in Deutschland viel bekannter – neuerdings finden auch reguläre NFL-Saisonspiele auf deutschem Boden, zuletzt in Frankfurt am Main, zuvor in München, statt.

TV-Übertragungen in Deutschland werden immer mehr

Dazu haben auch die immer mehr werdenden TV-Übertragungen, angefangen bei Spartensendern wie ProSieben Maxx, über ProSieben und Sat1, bei Streaminganbietern wie DAZN bis hin seit dieser Saison bei RTL, beigetragen. „Da ich aber sowieso jedes 49ers-Spiel sehen möchte, schaue ich die Partien über den NFL-Gamepass“, erläutert Michael Zyweck. Dieser kostet zwar für eine Saison ein paar Euro, dafür ist der Zuschauer aber nicht auf die Auswahl der deutschen TV-Sender angewiesen und kann sie mit amerikanischen Originalton ansehen.

Dennoch ließe sich die Show der Amerikaner, die selbst bei Spielen in der regulären Saison dazu gehört und beim Super Bowl auf die Spitze getrieben wird, nicht eins zu eins auf Deutschland adaptieren. „Das können die Amis einfach. Jedoch hat man beispielsweise beim DFB-Pokal im Fußball hierzulande gemerkt, das passt nicht“, findet Zyweck. In diesem Jahr wird in der traditionellen Half-Time-Show der US-Superstar Usher auftreten – im vergangenen Jahr war es Sängerin Rihanna.

Trotzdem steht für den SPD-Politiker fest: „Es ist nicht alles nur Show. Es ist ein sehr spannender, strategischer und harter Sport. Wer in die NFL kommen und dort bleiben will, muss viel Arbeit investieren.“

Der Tipp für das Finale im 58. Super Bowl

Bleibt zum Schluss natürlich noch die Frage, wie das Spiel denn ausgeht. Zyweck hat dabei natürlich ein wenig die 49ers-Fanbrille auf. „Ich hoffe auf einen Sieg von uns und tippe auf ein 24:21“, gibt er sich vorsichtig optimistisch. „Natürlich bin ich auch etwas aufgeregt. Ein Super Bowl in Las Vegas, noch dazu mit den 49ers im Finale, ist wie die Kirsche auf der Torte.“

Nun heißt es also nur noch abzuwarten, bis der Kick-Off erfolgt und am frühen Montagmorgen gegen 5 Uhr deutscher Zeit der Sieger des 58. Super Bowls feststeht - vielleicht dann auch mit mindestens einem glücklichen Herner.

Selbst bei den Herne Black Barons gehört etwas Show schon dazu: Das Einlaufen des Teams wird von grünem Rauch untermalt (Archivbild).
| Autor: Marcel Gruteser