Heimatforscher Gerd Biedermann verstorben

Nachruf von Mathias Grunert und der Geschichtsgruppe 'Die Vier!'

Gerd Biedermann im März 2019.
Der ambitionierte Fotograf Gerd Biedermann, hier eine Aufnahme aus März 2019, hielt sein Herne gerne in Bildern fest. Foto: Gesa Hagen

Gerd Biedermann, Heimatforscher und Mitglied der Herner Geschichtsgruppe „Die Vier!“, zusätzlich Administrator der Facebook-Gruppe „Herne von damals bis heute“, ist am Samstag (10.4.2021) im Alter von 64 Jahren verstorben. Sodingens Bezirksbürgermeister Mathias Grunert sowie die Geschichtsgruppe „Die Vier!“ haben folgenden Nachruf verfasst.

Gerd Biedermann hat sich auf vielfältige Weise um die Aufarbeitung der Herner Stadtgeschichte und für das Image von Herne verdient gemacht – und dabei auch immer wieder die Geschichte des Stadtbezirks Sodingen in den Blick genommen.

Zudem schaffte er es mit seiner im Juni 2014 gegründeten lokalgeschichtlichen Facebook-Gruppe „Herne von damals bis heute“, die mit Stand von Dienstag (13.4.2021) rund 4.600 Mitglieder zählt, viele Menschen für die Stadtgeschichte zu interessieren und zu begeistern. Gleichzeitig schaffte er es, dass sich die Gruppenmitglieder aktiv an Fragestellungen zur lokalen Geschichte beteiligten und ihr eigenes Wissen sowie eigene Dokumentationen der Allgemeinheit zur Verfügung stellten.

Ehrenamtlich das Stadtarchiv unterstützt

Dabei arbeitete Biedermann stets auch mit Einrichtungen und Institutionen unserer Stadt zusammen, unterstützte das Stadtarchiv ehrenamtlich und grub so manch einen stadtgeschichtlichen Schatz aus den Beständen des Stadtarchivs aus. Auch im Rahmen von Bestandsdigitalisierungen stand er dem Stadtarchiv hilfreich zur Seite.

Gerd Biedermann beim Treffpunkt Stadtarchiv im Mai 2018.
Fast sein zweites Zuhause: Gerd Biedermann (li.) beim Treffpunkt Stadtarchiv im Mai 2018. Foto: Stadtarchiv Herne

Es war ein Talent von Gerd Biedermann, Lokalgeschichte unmittelbar erlebbar zu machen, wobei er nicht nur auf seine Archivrecherchen, sondern auch auf die Erinnerungen der Bürger zurückgriff. Durch ihn haben viele Menschen mehr über den Kontext ihrer eigenen Erinnerungen erfahren. So konnte der einzelne – egal ob noch immer in Herne oder vielleicht an einem anderen Ort – seine Erinnerungen teilen und zum aktiven Teil unserer Stadtgesellschaft werden.

Gerd Biedermanns Leidenschaft war das Recherchieren, das Aufschreiben und das Weitergeben seiner Ergebnisse. Er gehörte zu jenen Menschen, denen es mühelos gelang, die nach bestem Wissen recherchierte Stadtgeschichte auch in unsere Alltagskommunikation und das öffentliche Bewusstsein einzubringen.

Ambitionierter Fotograf

Auch hielt der ambitionierte Fotograf das „aktuelle“ Herne in seinen Bildern fest und schaffte so wichtige stadtgeschichtliche Quellen für spätere Generationen. An seinen Fotografien ließ er die Allgemeinheit teilnehmen. Einmal in der Facebook-Gruppe „Herne von damals bis heute“, mehr noch aber auf seiner Facebookseite „Herne in Bildern“. Mit seinen, von vielen Mitmenschen hochgelobten Bildern, trug und trägt Gerd Biedermann mit zur Imageverbesserung der Stadt bei. In diesem Zusammenhang wies er schlitzohrig so manche Kritik an Herne mit seinen Bildern zurück und entlarvte diese als das was sie häufig waren, nämlich unreflektierte Nörgelei.

Der umtriebige Gerd Biedermann scheute sich jedoch auch nicht, auf Negatives in Herne hinzuweisen, Dinge die ihm bei seinen Streifzügen durch das Stadtgebiet auffielen. Leidenschaftlich versuchte er eine Änderung des kritisierten Zustandes herbeizuführen, wie beispielsweise bei den verschmutzten Ostbachteichen. Auf der anderen Seite wusste er aber auch Geleistetes öffentlich anzuerkennen.

Mathias Grunert und die Geschichtsgruppe „Die Vier!“ trauern um ihren Freund und ihr Gründungsmitglied. Ihre Gedanken sind bei seiner Frau und seiner Familie. Die halloherne-Redaktion schließt sich der Anteilnahme an und spricht ihr tiefes Mitgefühl aus.

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