Hans Tilkowski verstorben

Hans Tilkowski.
Hans Tilkowski. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Der ehemalige Bundesliga-Torhüter Hans Tilkowski ist im Alter von 84 Jahren am Sonntag (5.1.2020), nach langer Krankheit, verstorben. Tilkowski stand von 1955-1962 für den Oberliga-Legisten SC Westfalia Herne im Tor. Für Westfalia Herne bestritt er insgesamt 219 Pflichtspiele und gewann 1959 die westdeutsche Meisterschaft. Ab 1963 spielte er für Borussia Dortmund, in der neu gegründeten Bundesliga. Mit dem BVB gewann er unter anderem den DFB-und den Europa-Pokal.

Wembley-Tor

Ebenso spielte Tilkowski von 1956-1967 für die Deutsche Fußball Nationalmannschaft. Besondere Bekanntheit erlangte Tilkowski während der Weltmeisterschaft 1966 in England. Im Endspiel gegen den Gastgeber hütete er das Tor, als in der 101. Minute der englische Nationalspieler Geoff Hurst den deutschen Torwart mit einem Schuss aus kurzer Distanz überwand. Der Ball prallte von der Unterkante der Latte auf den Boden auf und wurde dann von dem deutschen Verteidiger Wolfgang Weber übers Tor ins Toraus geköpft. Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst entschied zunächst auf Eckball und erst nach Rücksprache mit dem sowjetischen Linienrichter Tofiq Bəhramov auf Tor: Das berühmte Wembley-Tor war geboren. England gewann das Spiel und Deutschland wurde Vize-Weltmeister.

Soziales Engagement

Nach seiner aktiven Zeit als Profi-Fußballer, startete Deutschlands Fußballer des Jahres 1965 eine Trainer-Laufbahn, die ihn unter anderem zum 1. FC Nürnberg und zu Werder Bremen brachte. 1981 nahm er sein letztes Engagement bei AEK Athen an. Tilkowski war neben seiner sportlichen Tätigkeit, auch für sein soziales Engagement bekannt. So unterstützte er unter anderem die Deutsche Leukämie-Forschungshilfe, die Hilfsorganisation Friedensdorf International oder das Kinderhilfswerk UNICEF. In Herne wurde er Namensgeber für die Hans-Tilkowski-Schule.

Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda zeigt sich betroffen von Tilkowskis Tod: „Hans Tilkowski war das Beispiel eines Spitzensportlers, den wir auch deshalb in der Hall of Fame haben. Der wirklich mit seinem Engagement für Kinder und Jugendliche - man bedenke die Hans-Tilkowski-Schule- im Fußball und weit darüber hinaus, Zeichen gesetzt hat. Von daher ist es ein großer Verlust, den wir heute hinnehmen müssen. Er hat sich in den letzten Jahren sehr aktiv in der Stadtgesellschaft eingebracht. Ich kann nur sagen, dass wir ihm ein ehrendes Andenken bewahren werden. Er ist jemand gewesen, der für unserer Stadt nach außen hin positiv gestrahlt hat.“

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