'Haben monatelang gekämpft, das betrifft uns sehr'

Herner Bäderchef Lothar Przybyl über die Lockdown-Schließungen

Lehrschwimmbecken im Freizeitbad Wananas in Herne (NW), am Mittwoch (22.01.2020). Foto: Stefan Kuhn
Das Wananas bleibt ab Montag, 2. November, vorerst leer. Foto: halloherne

Erneut stehen die Schwimmer ab Montag, 2. November 2020, in Herne vor verschlossenen Türen: Aufgrund der verschärften Corona-Regeln dürfen Südpool, LAGO und das Wananas zumindest für den Monat November nicht mehr öffnen (halloherne berichtete).

Entsprechend reagierte der Chef der Herner Bädergesellschaft, Lothar Przybyl, im Gespräch mit halloherne. „Mich betrifft diese Entscheidung sehr, aber vor allem auch unsere Mitarbeiter. Wir haben gemeinsam monatelang dafür gekämpft, Hygienekonzepte zu erstellen, diese zusammen mit den Badegästen einzuhalten und ihnen das Schwimmen nach der Corona-Pause im Frühjahr wieder zu ermöglichen“, berichtete Przybyl. „Wir hatten viele glückliche Familien zu Gast, die einen Besuch als kleinen Ersatz für den verpassten Urlaub angesehen haben. Es kamen auch viele aus den überregionalen Bereichen, weil in anderen Städten schwimmen gar nicht möglich war. Alle haben sich bei uns sicher gefühlt.“

Daher sei es nun nach der ganzen Arbeit schwierig, die neue Verordnung zu begreifen. „Es geht an die Psyche der Mitarbeiter. Ich war am Mittwoch (28.10.2020, Anm. d. Red.) bei einer Sitzung, an der auch Mitglieder des Betriebsrates teilgenommen haben. Denen standen nach der Verkündung die Tränen in den Augen“, beschrieb der Geschäftsführer die Reaktionen. „Natürlich“, fügt er an, „müssen wir auch die andere Seite sehen. Wenn diese Maßnahmen dem Schutz der Gesundheit dienen, dann muss es eben so sein“, zeigte Przybyl sich verständnisvoll.

Das LAGO im Revierpark Gysenberg in Herne (NW), am Sonntag (15.03.2020).
Auch im LAGO wird es mindestens im November keine Schwimmer geben. Foto: Stefan Kuhn

Mit der verkürzten Saison inklusive der Hygienekonzepte zeigte er sich zufrieden. „Wir hatten keine Infizierten, auch kam niemand zu uns und wollte die Besucherdaten zur Kontaktverfolgung sehen. Daher kann man sagen: Wir sind sauber geblieben und es zeigte sich, dass Schwimmbäder kein neuralgischer Punkt für Infektionen sind.“ Außerdem würde laut ihm das Coronavirus im Chlorwasser ohnehin nicht übertragbar sein.

Immer die Befürchtung gehabt

„Wir hatten immer eine Vorahnung und die Befürchtung, dass wieder etwas in die Richtung einer Schließung passieren kann. Mit einem Beginn am kommenden Mittwoch hätten wir auch noch besser reagieren können“, sagte Przybyl. Nun wird noch bis Sonntag, 1. November 2020, geöffnet sein, anschließend wird die Temperatur heruntergefahren und nach kleinen Nacharbeiten werden in den Schwimmbädern nur noch einige wenige Mitarbeiter für Technik, Hausdienste und die Azubis vor Ort sein. „Wir sind gerade dabei, die meisten Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken“, berichtete der Chef der Herner Bädergesellschaft.

Vermehrte Arbeit wird noch die Verwaltung bekommen. „Wir hatten viele Vorbuchungen für November, auch sollten wieder Schwimmkurse und Aquafit starten. Das wird alles storniert und die Kosten zurückerstattet, wir geben da keine Gutscheine heraus. Dennoch steigt damit der Verwaltungsaufwand“, erläuterte Lothar Przybyl. Gerade erst waren auch die Saunen umgebaut worden und sollten nun wieder öffnen (halloherne berichtete).

Abschließend fehlt Ihm auch das Vertrauen, dass die Schließungen nur den November betreffen. Eine längere Pause ist für ihn wahrscheinlicher.

Autor: