Umweltberatung gibt Hinweise zu sicheren und umweltschonen- den Alltagsprodukten
Ewigkeitschemikalien erkennen und vermeiden
Bei PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) handelt es sich um eine große Familie von über 10.000 Chemikalien. Allen gemeinsam ist die extrem stabile chemische Bindung zwischen Kohlenstoff und Fluor. Diese ausschließlich chemisch hergestellten Substanzen werden in vielen Produkten des täglichen Lebens eingesetzt – etwa in Kochgeschirr, Kleidung, Möbeln oder Verpackungen. In der Umwelt werden PFAS nicht abgebaut und haben sich mittlerweile fast überall verbreitet. Man findet sie in Böden, im Grundwasser, in der Luft, im Hausstaub, in der Nahrung und sogar im menschlichen Körper.
„Bestimmte PFAS gelten als gesundheitsschädlich. Sie können zum Beispiel Leberschäden verursachen, das Immunsystem schwächen, das Hormonsystem stören und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein“, erklärt Silke Gerstler, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale NRW in Herne. Sie hat Tipps zusammengestellt, die dabei helfen, den „Ewigkeitschemikalien“ möglichst aus dem Weg zu gehen.
Vorsicht bei Antihaftbeschichtungen, Fleckschutz, Wasserabweisung
Da es bisher keine Kennzeichnungspflicht für PFAS bei den meisten Alltagsprodukten gibt, sollten Verbraucher darauf achten, wie bestimmte Produkte beworben wer- den. Bezeichnungen wie „wasserabweisend“, „schmutzabweisend“, „fleckgeschützt“ oder „ölabweisend“ können darauf hinweisen, dass Hersteller PFAS verwendet haben. Eine kratzempfindliche Antihaftbeschichtung bei Pfannen oder Küchengeräten, ein „Anti-Finger-Print“-Hinweis auf Oberflächen oder „Antibeschlag“-Versprechen etwa bei Brillenputzprodukten sind Zeichen dafür, das womöglich PFAS im Spiel sind.
„Frei von“-Aussagen kritisch betrachten
Vorsicht: Werbeaussagen wie „GenX-, PFOA (Perfluoroktansäure)- oder PFOS (Perflu- oroktansulfonsäure) -frei“ schließen nur drei von mehr als 10.000 PFAS-Verbindungen aus. Häufig findet man solche Werbeaussagen auf Produkten, in denen stattdessen andere PFAS verwendet wurden. Mehr Sicherheit bieten Hinweise wie „PFAS-frei“, „frei von PFC (Per- und Polyfluorcarbone)“ oder „fluorfrei“, denn diese umfassen tatsächlich die gesamte Stoffgruppe der PFAS.
Bei Kosmetik auf Inhaltsstoffe achten
PFAS werden in Kosmetik nur sehr selten verwendet und es gibt Hersteller, die nach langjähriger Verwendung solcher Fluorchemikalien mittlerweile den Ausstieg erklärt ha- ben. Vor dem Kauf von Kosmetik lohnt sich trotzdem ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Stehen hinter „Ingredients“ PTFE oder lange Begriffe, die in ihrer Bezeichnung „-fluoro-“ tragen, kann das ein Hinweis auf PFAS sein.
Textilien und Outdoorprodukte mit Siegeln bevorzugen
Ist eine Outdoorjacke, ein Rucksack oder anderes Textilprodukt mit einem der Nachhaltigkeitssiegel „Bluesign“, „OEKO-TEX® STANDARD100“ oder GOTS (Global Organic Textile Standard) ausgestattet, können sich Verbraucher darauf verlassen, dass keine PFAS verwendet wurden. Viele Outdoor-Hersteller setzen inzwischen auf PFAS-freie Imprägnierungen und Membranen und informieren darüber beispielsweise auf ihren Internetseiten. Vor dem Kauf lohnt sich daher ein Blick auf die Website der Marke.
Beim Hersteller nachfragen
Hersteller wollen ihre Produkte verkaufen. Wenn viele Menschen PFAS-freie Produkte nachfragen, wird es dazu führen, dass diese auch angeboten werden. Eine direkte Anfrage beim Hersteller lohnt sich sogar dann, wenn dessen Antwort zunächst unbefriedigend erscheinen sollte, etwa weil der Hersteller der Frage ausweicht oder sie nicht klar beantwortet. Verbraucher setzen durch ihr Interesse in jedem Fall ein Zeichen, dass sie Wert auf PFAS-freie Produkte legen.