Essen, Düsseldorf und Bottrop: Anni und Josef Albers

Einblick in die Essener Ausstellung.
Einblick in die Essener Ausstellung. Foto: Kulturstiftung Ruhr Essen

Einem außergewöhnlichen, weltweit renommierten Künstlerpaar mit Wurzeln im Revier sind in diesem Sommer zwei große Retrospektiven gewidmet: dem in Bottrop geborenen Maler, Farbtheoretiker und Bauhausmeister Josef Albers (1888-1976) in der Essener Villa Hügel und seiner Gattin Anni Albers (1899-1994), die bis zur von den Nazis erzwungenen Emigration in die USA am Bauhaus in Weimar und Dessau das Handwerk des Webens als Kunstform etablierte, in Düsseldorf.

Unter dem Titel Josef Albers. Interaction ist noch bis Sonntag, 7. Oktober 2018, in der Essener Villa Hügel die erste große Werkschau des Künstlers seit dreißíg Jahren zu sehen mit gut 170 Arbeiten aus bedeutenden amerikanischen Sammlungen und dem Bottroper Josef Albers Museum, das nun in den nächsten Jahren den langersehnten Anbau erhalten soll, um die 100 Gemälde sowie Grafiken, Papier- und Glasarbeiten umfassende Schenkung der Witwe Anni Albers adäquat präsentieren zu können.

In den üppig ausgestatteten historisierenden Räumen der Krupp-Villa hoch über dem Ruhrtal im Essener Süden sind erstmals Werke eines Künstlers der Moderne, die bis ins späte 20. Jahrhundert hineinwirkten, zu sehen – ein frappierender Dialog. Für Albers, der die Farbe in ihrer künstlerischen Dimension erforschte, war aber auch die Wahrnehmung der Landschaft sowie die Begegnung mit der Kultur und Architektur Mexikos und des südamerikanischen Raums ganz wesentlich. Das unterstreicht die Essener Ausstellung mit historischen Fotografien und präkolumbianischen Skulpturen aus der Sammlung von Anni und Josef Albers in unmittelbarem Bezug zu den Gemälden und Textilien des Paares.Alle Informationen auch zum Rahmenprogramm gibt es hier.

Noch bis Sonntag, 9. September 2018, zeigt die Kunstsammlung NRW im Düsseldorfer Museum K 20 am Grabbeplatz die Werkschau Anni Albers. Die Kooperation mit der Tate Modern London beleuchtet alle Facetten des vielseitigen Schaffens der in Berlin geborenen wohl bedeutendsten Bauhaus-Künstlerin, welche die uralte Kulturtechnik des Webens mit einer modernen künstlerischen Design-Praxis zu verbinden wusste, zunächst am Bauhaus und dann bis in die 1980er Jahre am legendären Black Mountain College in den USA. mehrInfo

Das Josef Albers Museum in Bottrop wurde 1983 unter dem Dach des von Bernhard Küppers am Stadtgarten geplanten Kulturzentrums Quadrat eröffnet. Noch zu Lebzeiten vermachte Josef Albers seiner Geburtsstadt wichtige Werke, nach der Schenkung von Anni Albers verfügt Bottrop mit 300 Werken aus allen Schaffensphasen die größte öffentliche Albers-Sammlung. mehrInfo

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