Gelände Blumenthal für Mensch und Natur

1.500 neue Arbeitsplätze auf der Zechenbrache

Vision der Zechenbrache General Blumenthal.
Vision der Zechenbrache General Blumenthal. Grafik: Stadt Herne

Erste Projektskizzen für die 30 Hektar große Zechenbrache - General Blumenthal - stellte Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda am Donnerstag (9.1.2020) vor. Ein Areal so groß wie 40 Fußballfelder, ein IC-Bahnhof in unmittelbarer Nähe, zwei Autobahnen einen Steinwurf entfernt – das alles im Herzen des Ruhrgebiets. Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche General Blumenthal soll die International Technology World Herne (ITW • H) entstehen und unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten zur ersten Adresse für Wirtschaft 4.0 im Ruhrgebiet werden.

„Ja, unsere Ziele sind ambitioniert“, sagte Dr. Frank Dudda und ergänzt: „Herne und das Ruhrgebiet sind bereit dafür.“ Grund für diesen Optimismus böten die jüngsten Ansiedlungen von Unternehmen in Herne. Der Schweizer Bahnkonzern Stadler errichtet ein Instandsetzungswerk, mit der Firma Mosolf kehrt die Automobilproduktion zurück ins Ruhrgebiet. Der nächste Schritt soll jetzt auf dem Blumenthal-Gelände erfolgen.

In einer zukunftsorientierten Verbindung sollen dort Hochschulforschung, technologische Entwicklung und industrielle Produktion zusammengebracht werden. Das über Jahrzehnte durch hohe Mauern abgeschottete Zechengelände öffnet sich zu den Stadtteilen und soll für Mensch und Natur ökologisch und ökonomisch erschlossen werden.

Wenigstens die Hälfte des 30 Hektar großen Grundstücks wird als Grünfläche (Landschaft, Wald, Gründächer oder Wasserfläche) geplant. In einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Stadtentwicklung sowie Umweltschutz und der Bezirksvertretung Eickel legte Architekt Prof. Wolfgang Krenz vom Büro Archwerk eine entsprechende Projektskizze für die ITW • H vor.

Vision der Zechenbrache General Blumenthal.
Vision der Zechenbrache General Blumenthal. Grafik: Stadt Herne

Die Stadt Herne sieht aufgrund verschiedener Förderprogramme gute Chancen für eine Finanzierung und Realisierung der wirtschaftlichen und ökologischen Zukunftsgestaltung. Die Besonderheit an der vorliegenden Projektskizze besteht im städtebaulichen Gesamtkonzept, das abschnittsweise realisiert werden kann. Ein wichtiger Baustein für die Finanzierung ist das Strukturstärkungsgesetz, das bereits vom Bundeskabinett in Berlin verabschiedet ist und im Frühjahr 2020 vom Bundestag gemeinsam mit dem Kohleausstiegsgesetz in Gesetzesform gegossen werden soll. Es fördert mit Bundesmitteln Kommunen und Regionen, die durch den geplanten Ausstieg aus der Kohleverstromung besonders hart getroffen werden. Hierzu zählt Herne.

Außerdem gibt es seit dem 1. Januar 2020 ein gesamtdeutsches Fördersystem für strukturschwache Regionen. Die Bundesregierung organisiert die Regionalförderung neu und stellt damit Mittel nach Bedarf und nicht nach Himmelsrichtungen zur Verfügung. Das neue gesamtdeutsche Fördersystem umfasst insgesamt 22 Bundesprogramme aus sechs Bundesministerien. Diese werden exklusiv für Regionen wie das Ruhrgebiet aufgesetzt.

Vision der Zechenbrache General Blumenthal.
Vision der Zechenbrache General Blumenthal. Grafik: Stadt Herne

Allein für die „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) stellen Bund und Länder jährlich 1,2 Mrd. Euro für Investitionen der gewerblichen Wirtschaft und Investitionen in die wirtschaftsnahe Infrastruktur strukturschwacher Regionen bereit. In diese neue Förderkulisse soll das Gelände General Blumenthal eingebettet werden.

„Wir haben lange auf die Umstellung der Fördersystematik warten müssen und verschwenden jetzt keine Zeit. Wir beschleunigen an dieser zentralen geografischen Stelle im Ruhrgebiet den wirtschaftlichen Aufholprozess des Reviers“, sagt Frank Dudda.

Vision der Zechenbrache General Blumenthal.
Vision der Zechenbrache General Blumenthal. Grafik: Stadt Herne

Wichtige gestalterische Elemente der Ideenskizze sind die Tech Hall mit Studiengebäuden, Gebäuden für Unternehmen und Start-Ups sowie Workshops, Institute, zentralen Mensen, Verwaltungen und ein Auditorium. Weit sichtbar sein könnte der Multi-Turm. Hier sind Kongress- und Co-Workingflächen, ein Shared-Service-Center, ein Boardinghouse, ein Hotel, Wohnungen sowie ein Skyclub mit Lounge denkbar.

Die sogenannte Passerelle – als drittes gestaltgebendes Hauptelement - ist multifunktionale Produktionsstätte für High-Tech-Technologien. Auf einer Breite von rund 40 Metern und einer Länge von rund 600 Metern erstreckt sich dieser multifunktionale Komplex als sechsgeschossige Gebäudeanlage. In einem von Bestandsgebäuden geprägten Bereich wird lokales und regionales Handwerk Platz finden.

Eine Seilbahn zum Hauptbahnhof

Alle diese Elemente befinden sich eingebettet in einer großen und von Wasserflächen durchzogenen parkähnlichen Landschaft. Eine weitere Idee ist eine Seilbahn, die das Areal auf 1.200 Metern klimafreundlich mit dem Hauptbahnhof Wanne-Eickel und dem ÖPNV in Herne verbindet.

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