Eickel und seine spannende Geschichte

Dokumentarfilm feiert Premiere

v.l. Roland Schönig, Jürgen Hagen.
v.l. Roland Schönig, Jürgen Hagen. Foto: Merlin Morzeck

Burgstrasse, im Gosewinkel, Hülsmannweg, Auf der Dorneburg. Fährt man durch den Stadtteil Eickel und betrachtet die Straßenschilder könnte man denken, man befinde sich im tiefsten Mittelalter. Denn Eickel ist mit knapp 12.00 Jahren auf dem Buckel der älteste Stadtteil in Herne. Am Dienstagabend (6.3.2018) feierte der Dokumentarfilm Eickel und seine spannende Geschichte in der Volkshochschule Wanne Premiere. Das Archivkinoteam des Stadtarchivs Herne hat im vergangenen Semester diesen Film zusammengestellt, welcher die spannende Geschichte des Stadtteils Eickel beleuchtet.

v.l. Roland Schönig, Jürgen Hagen.
Bei der Premiere des Dokumentarfilms über Eickel. Foto: Merlin Morzeck

„Im letzten Semester war Sodingen dran. Als alter Wanne-Eickeler musste dieses Mal Eickel dran glauben“, berichtet Roland Schönig, Macher des Films. Der Vorführsaal der VHS war gut gefüllt. „Fliehen kann keiner. Wir haben die Türen abgeschlossen“, scherzten Archivar Jürgen Hagen und Filmemacher Roland Schönig in ihrer Begrüßung. Als Filmexperte des Kinoteams und Betreiber des Mondkanals war Schönig maßgeblich an der Erstellung des Films beteiligt. Der Film fasst die bewegte Geschichte Eickels in gut 75 Minuten zusammen. Angefangen bei einer kleinen Dorfkapelle über die Entstehung der Hülsmann Brauerei bis hin zur Zerstörung durch den zweiten Weltkrieg und anschließendem Wiederaufbau.

Schönig lässt kein Detail aus. Die Flut der Jahresdaten wirkt etwas erschlagend. Doch durch kleine Anekdoten lockert Schönig immer wieder auf und schafft so einen erzählerischen Drahtseilakt zwischen Wirtschaftswunder und Kriegsversehrtheit. Für die älteren Zuschauer ist der Film eine nostalgische Zeitreise, für die Jüngeren ein spannender Exkurs in die Geschichte des Stadtteils, sozusagen ein Pflichtfilm für den Geschichtsunterricht in Wanne-Eickeler Schulen.

v.l. Roland Schönig, Jürgen Hagen.
Premiere von Eickel und seine spannende Geschichte.. Foto: Merlin Morzeck

Was passierte mit der Jungfrau vom Eickeler Markt? Wo sind die Hülsmann-Fässer und wo sind die Schlösser und Burgen hin? Und wie war es, als der DSC in die 1. Handball-Bundesliga aufstieg? All das findet im Film eine Antwort. Oder zumindest eine plausible Theorie. Hierbei kramte das Team des Stadtarchivs, rund um Jürgen Hagen, tief in den Archiven, um zeitgenössische Fotos, Film und Zeichnungen auszugraben, die dem Film sehr zu Gute kommen. Der Film läuft im April in der VHS Herne und wird danach in den Stadtbibliotheken zur Ausleihe verfügbar sein. „Erst haben wir Sodingen erzählt, jetzt Eickel. Mal schauen, welchen Stadtteil wir als nächstes machen“, sagte Schönig abschließend zu halloherne.