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Das Blumenthal-Gelände: Die BI

Planungen überdenken und Fragen sichtbar machen

BI 'Blumenthal natürlich' fordert Neubewertung

Anlässlich einer Pressekonferenz vom Mittwoch (22.4.2026) stellt die Bürgerinitiative „Blumenthal natürlich!“ (BI) ihre Position zur geplanten Entwicklung des Blumenthalgeländes vor. Im Zentrum steht die Forderung, die bisherige Planungsrichtung einer überwiegend gewerblichen Nutzung fachlich neu zu bewerten.

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Die Kernthese der BI lautet: „Die Bürgerinitiative kommt nach Auswertung der vorliegenden Unterlagen zu dem Ergebnis, dass eine langfristige Bebauungsentscheidung vorbereitet wird, obwohl zentrale Grundlagen unsicher sind. Die Wirtschaftlichkeit der geplanten Infrastruktur hängt maßgeblich von Annahmen zur Standortentwicklung ab. Gleichzeitig entstehen selbst im Modell für die Stadt dauerhafte Kosten, ohne dass aus der Infrastruktur direkte Einnahmen erzielt werden.“

Drei zentrale Befunde

Außerdem stellt sie drei zentrale Befunde auf. Zum einen die Wirtschaftlichkeit und Infrastruktur würden auf Annahmen beruhen. „Die geplante Seilbahn ist im Modell förderfähig, ihre Tragfähigkeit hängt jedoch stark von angenommenen Arbeitsplatzzahlen und Fahrgastentwicklungen ab. Gleichzeitig entstehen für die Stadt ein Eigenanteil sowie langfristige jährliche Kosten, während aus der Infrastruktur selbst keine direkten Einnahmen erzielt werden“, heißt es.

Zudem: „Die in den Planungen genannten Arbeitsplatzzahlen sind keine gesicherten Ansiedlungen, sondern rechnerische Potenzialwerte. Ob und in welchem Umfang sie realisiert werden, hängt von externen Faktoren ab und ist nicht verbindlich belegt.“

Drittens: „Das Blumenthalgelände erfüllt bereits heute Funktionen für Stadtklima, Wasserhaushalt, Biodiversität und Freiraumversorgung. In einer dicht besiedelten Stadt wie Herne kommt zusammenhängenden Freiräumen eine besondere Bedeutung zu.“ Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage, ob eine weitreichende und kaum umkehrbare Bebauungsentscheidung auf dieser Grundlage getroffen werden sollte.

Andere Entwicklungsrichtung

Die Bürgerinitiative schlägt eine andere Entwicklungsrichtung vor: Die Bebauung soll auf bereits versiegelte Flächen des ehemaligen Kraftwerks konzentriert werden. Das Blumenthalgelände selbst soll als zusammenhängender Natur- und Freiraum gesichert und entwickelt werden. Diese Alternative setzt bewusst andere Prioritäten in der Flächennutzung und berücksichtigt die langfristige Bedeutung von Freiräumen für Klima und Lebensqualität.

Sie fügt noch eine Einordnung und ein Ziel an: „Mit der Veröffentlichung einer ausführlichen Pressemappe (Link als PDF) sowie einer ergänzenden Kampagnenmappe stellt die Bürgerinitiative ihre Analyse, die zugrunde liegenden Daten und ihre Bewertung transparent zur Verfügung. Ziel ist es, offene Fragen sichtbar zu machen und eine nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage für die weitere Entwicklung zu schaffen.“

Vier weitere Forderungen nennt die BI. Sie sind:

  • eine fachliche Prüfung der vorgeschlagenen Alternative,
  • die transparente Offenlegung aller zentralen Annahmen und Kosten,
  • eine vergleichende Darstellung unterschiedlicher Entwicklungsrichtungen,
  • sowie eine nachvollziehbare Bürgerbeteiligung zur grundlegenden Flächennutzung.

Klaus Müller-Pfannenstiel, Vorsitzender der BI „Blumenthal natürlich!“, sagt abschließend dazu: „Hier wird über eine Entscheidung für Jahrzehnte gesprochen – gleichzeitig beruhen zentrale Aussagen zu Kosten, Nutzen und Arbeitsplätzen auf Annahmen. Bevor Fakten geschaffen werden, müssen diese Grundlagen transparent geprüft werden.“

Freitag, 24. April 2026 | Quelle: BI Blumenthalgelände