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Droste Festival 2020

Burg Hülshoff bei Havixbeck.
Burg Hülshoff bei Havixbeck. Foto: LWL

Von Dienstag, 5., bis Dienstag, 26. Juni 2020, geht es beim digitalen Droste Festival des Center for Literature (CfL) auf Burg Hülshoff in Havixbeck bei Münster um Glaubensfragen: Glaubst du an Menschenwürde? Glaubst du an Gött*innen? Glaubst du an Kunst? Glaubst du an Gleichstellung? An den vier Freitagen im Juni stellt das Center for Literature je eine dieser Fragen in den Mittelpunkt, und bietet dazu verschiedene literarische Formate kostenfrei auf der Website des CfL an.

Olga Flor, Reyhan Sahin aka Dr. Bitch Ray, Edgar Selge und Jakob Walser

Olga Flor - Droste Festival.
Olga Flor - Droste Festival. Foto: Lisa Rastl

Das Festivalprogramm ist vielfältig besetzt. In den Keynote Lectures loten die Linguistin und Rapperin Reyhan Åžahin aka Dr. Bitch Ray und die österreichische Schriftstellerin Olga Flor das Spannungsfeld von Glauben und Zweifel aus. Die Schauspieler Edgar Selge und Jakob Walser lesen aus Björn Bickers vielstimmigen Text „Was glaubt ihr denn?“, in dem diverse religiöse Gruppierungen und Individuen über Glauben heute sprechen. Die Autorinnen Maren Kames aus Deutschland und Sivan Ben Yishai aus Israel befassen sich in den „Droste Lectures“ mit der Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff, dem Image zu Lebzeiten und der Erhebung zur literarischen Göttin nach ihrem Tod. Die ungarische Dichterin Kinga Tóth beschwört in der performativen Andacht „Mariamaschina“ die Kraft der feministischen Gemeinschaft herauf. Das Künstler*innenduo Eran Schaerf und Eva Meyer zeigt die Weltpremiere eines Films. Und das post-inklusive Performance-kollektiv dorisdean nimmt in seiner vierteiligen Video-Serie „Jesus Cries Superstar“ das Leiden, Mitgefühl und Vergebung in den Blick.

Lady Bitch Ray - Droste Festival.
Lady Bitch Ray - Droste Festival. Foto: Alexander Fanslau

Darüber hinaus gibt es Diskussionen, Lecture-Performances, Konzerte und einen Workshop. Die Lesebürger*innen des CfL bloggen, und das Musikkollektiv Kalakuta Soul Records sorgt für den Festivalsoundtrack.

Michelle Müntefering, parlamentarische Staatssekretärin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt und Schirmherrin des Festivals: „Gerade während der Corona-Krise hat man manchmal das Gefühl, dass einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Manch Sichergeglaubtes steht plötzlich infrage. Aber vielleicht hilft uns diese Krise ja auch, uns auf das zurückzubesinnen, worauf es wirklich ankommt: auf Haltung und auf den Glauben an die Menschlichkeit als Richtschnur unseres Handelns. Dieser Glaube ist nicht zu trennen von der Idee der Gleichwertigkeit aller Menschen.“

Hier geht es zum kostenlosen Online-Event.

Lesung - Performance - Lecture - Filmscreening - Talk

Mit den Künstler*innen: Sivan Ben Yishai, Björn Bicker, Max Czollek, dorisdean, Dina El Omari, Christian Filips , Filmwerkstatt Münster, Olga Flor, Natascha Gangl, Kirchner Hochtief, HYENAZ, Bibiana Jiménez, Kalakuta Soul Records, Maren Kames, Oona Kastner, Barbara Köhler, Judith Könemann, Daniel Laufer, Lesebürger*innen! des CfL, Maria 2.0, Maximo Marinelli, Eva Meyer, RDECAA RAKETA, Dirk Raulf, Reyhan Sahin aka Dr. Bitch Ray, Silvia Rosani, Eran Schaerf, Willem Schulz, Minako Seki, Edgar Selge, Uli Sigg, Kinga Tóth, Jakob Walser, Achim Zepezauer

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