Erwerblose steigen leicht auf 10.340 Personen an
Arbeitsmarkt weiter ohne wirtschaftlichen Schwung
Weil die erhoffte Frühjahrsbelebung ausbleibt, ist die Arbeitslosigkeit im April 2026 in Herne erneut gestiegen, teilte die Agentur für Arbeit Bochum, zu der auch Herne gehört, am Donnerstag (30.4.2026) mit. Eine wirtschaftliche Erholung ist nicht in Sicht. Insgesamt präsentiert sich die Konjunktur auch im April deutlich geschwächt. Die geopolitischen Entwicklungen wirken sich weiter aus und die Unternehmen bleiben unsicher.
Hinzu kommt: Durch die Kostensteigerungen wird die Investitionsbereitschaft der Unternehmen stark gebremst. Neu-Einstellungen werden sehr genau geprüft, und mitunter kommt es zu Stornierungen sowohl bei Arbeits- als auch bei Ausbildungsstellen. Alle Personengruppen sind von einer höheren Arbeitslosigkeit betroffen. Eine Ausnahme stellt erfreulicherweise in diesem Monat der Bereich der Jugendarbeitslosigkeit dar. Weitestgehend unabhängig von der Konjunktur entwickeln sich die Bereiche Pflege, Gesundheit und Erziehung.
152 mehr Arbeitslose
Im April 2026 sind mit insgesamt 10.340 gemeldeten Arbeitslosen in Herne 152 Personen oder 1,5 Prozent mehr arbeitslos als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit damit um 312 Personen oder 3,1 Prozent erhöht. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im April 12,5 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 12,2 Prozent.
„Der Arbeitsmarkt wird in den kommenden Jahren stark vom demografischen Wandel geprägt sein. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen nach und nach in den Ruhestand - deshalb werden Nachwuchs- und Fachkräfte dringend gebraucht“, betont Christopher Meier, Leiter der Agentur für Arbeit Bochum.
Große wirtschaftliche Herausforderungen
Weiter führt er aus: „Vielen Unternehmen ist das bewusst. Gleichzeitig stehen sie aktuell vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen und fragen sich, wie sie Neueinstellungen oder Ausbildungsangebote stemmen können. Genau hier setzen wir an: Wir beraten, unterstützen und verfügen über verschiedene Fördermöglichkeiten, um Beschäftigung und Ausbildung zu sichern. Denn eines ist klar: Wer heute jungen Menschen eine Chance gibt und in Ausbildung investiert, sichert die Fachkräfte von morgen.“
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 meldeten sich 877 Bewerber für Berufsausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit. Das sind 102 weniger als im Vorjahreszeitraum oder minus 10 Prozent. Zugleich gab es 650 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Minus von 338 oder minus 34 Prozent. Ende April waren 512 Bewerber noch unversorgt und 421 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 67 weniger unversorgte Bewerber (12 Prozent), die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen war um 124 Stellen ebenfalls kleiner oder (23 Prozent).
Bundesweite Zahlen
Bundesweit sank die Arbeitslosenzahl um 13.000 Personen auf 3,008 Millionen. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies ein Plus von 77.000 Erwerbslosen. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 6,4 Prozent.