Alte Brache bekommt neues Leben

Auf dem Knipping-Dorn-Gelände entstehen 98 Reihenhäuser

Vorstellung der geplanten Wohnbebauung im östlichen Teil des Knipping-Dorn-Geländes an der Eschstraße in Herne (NW), am Dienstag (15.09.2020). Die Deutsche Reihenhaus AG aus Köln will in den kommenden rund drei Jahren dort über einhundert Reihenhäuser von 85 bis 145 Quadratmeter Wohnfläche errichten. Im Bild: Blick auf die Industriebrache an der Eschstraße.
So sieht das Knipping-Dorn-Gelände an der Eschstraße derzeit aus. Foto: Stefan Kuhn

Die Deutsche Reihenhaus AG (DRH) plant auf dem Gelände der früheren Schraubenfabrik Knipping-Dorn an der Eschstraße den Bau von 98 Reihenhäusern. Somit erhält das Gelände mehr als sechs Jahre nach seiner Zwangsversteigerung langsam wieder neues Leben (halloherne berichtete). Der Regionalleiter Ruhr der DRH, Lutz Zander, stellte am Dienstag (15.9.2020) die Pläne vor.

So sehen sie aus: Bereits bis Ende 2020 sollen die Abrissbagger rollen und das Gelände langsam platt walzen. Dann sollen auf rund 29.000 Quadratmetern drei Häusertypen mit den Größen von 85, 120 und 145 Quadratmetern entstehen - rund dreiviertel sind mit der größten Grundfläche geplant. Alle sollen den KfW-55-Standard haben und mit einem Blockheizkraftwerk beheizt werden. 6.500 Quadratmeter Grünflächen, eine Technikzentrale in der Größe einer Garage, Freiflächen, Bäume und ein großer Gemeinschaftsplatz samt Spielgeräte sind ebenfalls vorgesehen. Pkw-Stellplätze sollen im Verhältnis 1:1,5 entstehen. Keller gibt es nicht.

Die Erschließung soll über die Eschstraße erfolgen, auf dem Gelände dann ein verkehrsberuhigter Bereich entstehen. An der nördlichen Seite, zu Toom und Lidl hin, könnte laut des Unternehmens eine Lärmschutzwand entstehen, dies sei aber noch nicht final geklärt, weil noch Gutachten fehlen würden.

Vorstellung der geplanten Wohnbebauung im östlichen Teil des Knipping-Dorn-Geländes an der Eschstraße in Herne (NW), am Dienstag (15.09.2020). Die Deutsche Reihenhaus AG aus Köln will in den kommenden rund drei Jahren dort über einhundert Reihenhäuser von 85 bis 145 Quadratmeter Wohnfläche errichten.
Der Plan, wie die Siedlung aufgebaut sein soll. Foto: Deutsche Reihenhaus AG

Die Preise dafür sind laut Zander noch nicht vorhersehbar, nach eigenen Angaben verkauft das Unternehmen aber preisgünstig und die Kosten sollen unterhalb von 2000 Euro pro Quadratmeter bleiben. Die Vermarktung wird aber erst zu einem späteren Zeitpunkt starten, wenn alle Genehmigungen erteilt sind und die Erschließungsarbeiten laufen. In zwei bis drei Jahren, so Zanders Prognose, könnten dort Personen wohnen.

„Mit dem Projekt sprechen wir hauptsächlich junge Familien an, für die es auch bezahlbar sein soll", sagte Zander. Geplant ist eine lockere Bebauung, keine ewig langen Reihen, sondern drei bis fünf Häuser nebeneinander. Wichtig ist der DRH, dass das Gelände mehr Grünflächen erhält - aktuell ist es fast komplett ohne. An der Horsthauser Straße entsteht bereits durch die DRH ein größeres Reihenhaus-Projekt, hier beginnt die Vermarktung im nächsten Jahr, auch hier ist viel Grün dabei.

Für Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda ist das Projekt ein „quasi“ Startschuss in seine neue Amtsperiode, nachdem er erneut zum OB gewählt wurde (halloherne berichtete). „Wir haben hier einen guten Partner und haben etwas ausgesucht, das für junge Familien gedacht ist. Wir denken, das ist der richtige Weg", sagte Dudda und fügte an: „An dieser Stelle passt es gut in die Stadtentwicklung und das Erscheinungsbild des Quartiers mit dem Funkenberg Quartier mit der möglichen Polizeihochschule (halloherne berichtete), der neuen Ifürel-Verwaltung (halloherne berichtete), der neuen Polizeiwache (halloherne berichtete) und weiteren Projekten."

Vorstellung der geplanten Wohnbebauung im östlichen Teil des Knipping-Dorn-Geländes an der Eschstraße in Herne (NW), am Dienstag (15.09.2020). Die Deutsche Reihenhaus AG aus Köln will in den kommenden rund drei Jahren dort über einhundert Reihenhäuser von 85 bis 145 Quadratmeter Wohnfläche errichten.
Im rot umringten Bereich sind derzeit noch die Gebäude vom Knipping-Dorn-Gelände sowie deren Freiflächen zu sehen. Foto: Stefan Kuhn

Voraussetzung für die Bewegung bei Knipping-Dorn ist aber noch die Zustimmung im Planungs- und Umweltausschuss, eine unterschriebene Sanierungsvereinbarung und die Zustimmung des Rates. „Dann kann das Projekt aber auch Auswirkungen auf die Kaufkraft und Demografie entwickeln, es hat eine große Strahlkraft“, sagte Dudda.

Planungsdezernent Karlheinz Friedrichs betonte, dass so der untere Teil der Bahnhofsstraße aufgewertet werden könne. „Er bekommt dadurch eine bessere Wertigkeit. Wir haben hier ein vernünftiges Konzept und die Chance geschaffen, für ein neues Zuhause von Hernern zu sorgen.“ Altlasten auf dem Gelände sollten laut Friedrichs keine großen Probleme mehr bereiten, mehrere Aktenordner voll mit Gutachten gäbe es dazu bereits.

OB Dudda machte zudem Hoffnung auf weitere größere Projekte: „Wir sind an einigen Standorten, die auf eine Revitalisierung warten, in aussichtsreichen Gesprächen.“

Vorstellung der geplanten Wohnbebauung im östlichen Teil des Knipping-Dorn-Geländes an der Eschstraße in Herne (NW), am Dienstag (15.09.2020). Die Deutsche Reihenhaus AG aus Köln will in den kommenden rund drei Jahren dort über einhundert Reihenhäuser von 85 bis 145 Quadratmeter Wohnfläche errichten. Im Bild: Lutz Zander von der Deutschen Reihenhaus AG.
Stellte die Pläne vor: Regionalleiter Lutz Zander (re.) von der Deutschen Reihenhaus AG. Foto: Stefan Kuhn
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