'2021: Jüdisches Leben in Deutschland'

LWL-Kulturstiftung fördert Themenjahr

Die Ausstellung
Die Ausstellung "Heimatkunde - Westfälische Juden und ihre Nachbarn" im Jüdischen Museum Westfalen. Foto: Rüdiger Hornkamp

Münster. Bundesweit wird das Jahr 2021 zum Deutsch-Jüdischen Jahr ausgerufen, das unter dem Titel 2021: Jüdisches Leben in Deutschland ein vielfältiges Programm aus Kultur und Gesellschaft zur Geschichte und heutigem Leben von Juden in Deutschland präsentiert. Mit einem Förderschwerpunkt beteiligt sich die LWL-Kulturstiftung daran und ruft alle Kulturakteure in Westfalen-Lippe auf, durch Projekte dieses Programm mitzugestalten. Seit 1.700 Jahren leben Juden nachweislich auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands.

In Köln ereignete sich im Jahr 321, dass Kaiser Konstantin ihnen urkundlich den Zugang zu Stadtämtern ermöglichte. So wirkt anlässlich dieses Datums von Köln ausgehend das Themen-Jahr 2021 mit Veranstaltungen, Diskussionen und Ausstellungen in die gesamte Bundesrepublik. Initiator des Projektes ist der in Köln ansässige Verein 321 - 2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. Als dessen Partner tragen die Kulturstiftung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und der Landschaftsverband Rheinland dieses Themen-Jahr gemeinsam in die Regionen Westfalen-Lippe und Rheinland.

Die Villa ten Hompel in Münster.
Die Villa ten Hompel in Münster. Foto: Peter Römer

"Zeichen gegen antisemitische und fremdenfeindliche Positionen“ "Nur gemeinsam mit vielen Einrichtungen, Organisationen und Aktionen, die Metropolen ebenso wie ländliche Regionen erreichen, können wir ein sichtbares und wirkungsvolles Zeichen setzen gegen antisemitische und fremdenfeindliche Positionen", erläutert Matthias Löb, Vorstandsvorsitzender der LWL-Kulturstiftung und LWL-Direktor, die Teilnahme an dem Themen-Jahr. Verblasste und frische Spuren jüdischen Lebens finden sich zahlreich in der Region Westfalen-Lippe, so die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

Frühere Förderungen von Kultureinrichtungen wie dem Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster und dem Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten oder auch der KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte in Porta-Westfalica machten deutlich, dass das Erinnern und der kulturelle Dialog in Westfalen-Lippe bereits gelebt werden. „Viele Projekte, Einrichtungen und Aktionen zeigen eindrücklich, dass wir eine Alltags- und Kulturgeschichte teilen - mit vielen Kulturen und Religionen, die hier in unserer Region seit vielen Jahrzehnten, Jahrhunderten und gar Jahrtausenden beheimatet sind“, sagt Rüschoff-Parzinger.

Förderung in Westfalen-Lippe Gefördert werden Projekte und Kooperationen mit westfälisch-lippischem Bezug. Kulturelle Netzwerke sollen erhalten und ausgebaut werden. Offen ist die Stiftung für Projektförderungen in verschiedenen Kulturbereichen: Bildende Kunst, Theater, Tanz, Musik, Film, Literatur und Landeskunde sowie Projekte in Museen und in der Archiv- und Denkmalpflege. Neben Museen und Kulturvereinen werden ausdrücklich auch jüdische Gemeinden und Kulturvereine zur Beteiligung aufgerufen. Die Antragsfrist ist der 31. August 2020. Damit Förderanträge in Qualität und Machbarkeit bereits bei Antragstellung stimmig sind, beraten die Ansprechpartnerinnen der LWL-Kulturstiftung gern im Vorhinein persönlich. Mehr Informationen zur LWL-Kulturstiftung sowie zu den Förderkriterien unter: http://www.lwl-kulturstiftung.de.

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