'Wertekompass' für junge Erwachsene

Projekt am Emschertal-Berufskolleg

Das Emschertal-Berufskolleg.
Das Projekt „Wertekompass“ gibt es am Emschertal-Berufskolleg. Foto: Faloco Fotografie

Welche Werte sind für junge Menschen wichtig? Um diese Frage geht es in dem Projekt „Wertekompass“ am Emschertal- Berufskolleg (EBK). Es wird von der städtischen Schulberatungsstelle und von der Integrationsagentur „ZIVA – Zusammen für Integration und Vielfalt“ der Jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen koordiniert.

„Wir haben viele Schülerinnen und Schüler, die in Übergangssystemen stecken und einen Weg in das Erwerbsleben suchen. Das Projekt ist ein Alternativangebot zum klassischen Unterricht, um die Jugendlichen zu motivieren und ihnen Perspektiven zu vermitteln, die sie in der Berufswelt verfolgen können“, erklärt Schulleiter Ralf Sagorny.

Die Jugendlichen waren mit Herzblut dabei.
Die Jugendlichen waren mit Herzblut dabei. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

Projekt startete im März 2022

Das Projekt ist im März 2022 gestartet. Die Schüler der Ausbildungsvorbereitungsklassen konnten sich in vier Workshops kreativ mit dem Thema Werte auseinandersetzen. Mit dabei waren ein Graffiti-, ein Theater-, ein Podcast- sowie ein „BeatBasteln“-Workshop. Im Graffiti-Workshop sind sowohl kleinformatige Leinwände als auch ein großes Kunstwerk auf dem Schulhof des Berufskollegs entstanden, auf denen die Teilnehmenden ihnen wichtige Werte wie Würde, Mut, Vertrauen, Frieden und Respekt in Szene gesetzt haben. Die Theatergruppe beschäftigte sich damit, wie man sich gegen Diskriminierung stark machen kann.

„Die Schülerinnen und Schüler haben überlegt, wie sie die realen Diskriminierungserfahrungen einer Schülerin mit Migrationshintergrund auf die Bühne bringen können“, berichtete Marie Zielinski von „ZIVA“, die das Projekt zusammen mit Alexandra Dettmer von der Schulberatungsstelle organsiert. Gemeinsam überlegte sich die Gruppe, welche Handlungsmöglichkeiten es gibt, wenn sie Mobbing und Diskriminierung an Personen im Umfeld beobachten und wie sie in solche Situationen eingreifen können.

Diese Wand wurde von den Schülern gestaltet.
Diese Wand wurde von den Schülern gestaltet. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

Beim „BeatBasteln“ haben die Jugendlichen eigene elektronische Musik produziert und mitunter auch um Rap ergänzt. Die Podcast-Gruppe hat die Workshops dokumentiert und einen Podcast samt Interviews über das Projekt aufgenommen.

'Schüler waren mit viel Herz dabei'

„Ich fand es beeindruckend, mit wie viel Herz ihr dabei wart und wie offen ihr miteinander umgegangen seid“, freute sich Lehrer Martin Kwaterski über den Einsatz der Jugendlichen. „Man lernt sehr viel von solchen Projekten – wahrscheinlich viel mehr als man es im Mathe- oder Englischunterricht tut.“ Für die Workshops haben Lehrkräfte des EBK mit externen Fachkräften aus dem kreativen Bereich und einer Präventivkraft zusammengearbeitet. Nun wird das pädagogische Fachpersonal dabei unterstützt, die neuen Ideen im nächsten Schuljahr eigenständig im Unterricht oder anderen schulischen Angeboten einzubauen. „Wir sollten den Schwung aus dieser Maßnahme mitnehmen, damit sie auch unterrichtstechnisch in Zukunft einen Mehrwert bietet“, resümiert Sagorny.

Das Projekt am EBK läuft bis Februar 2023. Geplant ist anschließend, den „Wertekompass“ auch an andere Schulen zu bringen. Der „Wertekompass“ wird finanziell gefördert durch das Landesprogramm „Wertevermittlung, Demokratiebildung und Prävention sexualisierter Gewalt“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Unterstützt wird das Projekt durch das Präventionsprogramm „Wegweiser – Gemeinsam gegen Islamismus“ und dem Jugendzentrum „HOT – das juengerBistro“.

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