'Nur gucken nicht anfassen'

Selbstverteidigung für Frauen bei Zen-Ki-Budo

Zen-Ki-Budo
Der Verein Zen-Ki-Budo veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Caritas einen Selbstverteidigungskursus für Frauen. Foto: Fabian Dobbeck

Jede Frau kennt das Gefühl, wenn sie abends eine dunkle Straße entlang läuft und plötzlich Schritte hinter sich hört. Jede Frau kam schon einmal in eine Situation, in der sie beispielsweise ihre Schlüssel zur Verteidigung lieber schon in der Hand gehalten, jemanden zur Sicherheit angerufen oder schon einmal einen Umweg nach Hause genommen hat, nur weil er besser ausgeleuchtet war.

Nach Angaben der Vereinten Nationen erlebt sogar jede dritte Frau im Verlauf ihres Lebens physische oder sexualisierte Gewalt. Häufig sogar vom eigenen Partner oder Ex-Partner. Die Corona-Pandemie hat ebenso zu einer Zunahme von Fällen von häuslicher Gewalt geführt (halloherne berichtete).

Aus diesem Grund haben sich die Verantwortlichen vom Verein Zen-Ki-Budo und dem Caritasverband Herne dazu entschlossen, am Samstag, 21. August 2021, in der Zeit von 10 bis 17 Uhr einen kostenlosen Selbstverteidigungs-Crashkursus für Frauen in den Räumen des Vereins an der Friedensstraße 6 anzubieten.

Häusliche Gewalt hat zugenommen

„Auch wir haben davon gehört, dass die Fälle von häuslicher Gewalt in den Zeiten der Pandemie zugenommen hat. Wir wollen ein Zeichen dagegen setzen und Frauen in ihrer Selbstbehauptung stärken", berichtet Uwe Reichert vom Verein Zen-Ki-Budo, der als Trainer den Selbstverteidigungskursus begleiten wird.

Uwe Reichert.
Uwe Reichert. Foto: Fabian Dobbeck

Der Kursus gehört zum Projekt Gemeinsam Unterstützend Tätig und wird als Teil des Programmes Aktiv für Familien und ihre Kinder durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie den Europäischen Sozialfonds gefördert. Jede Frau kann an dem Kursus teilnehmen, insbesondere richte er sich aber an Frauen in schwierigen Lebenssituationen und an Alleinerziehende.

Selbstbewusstes Auftreten

„Besonders für meine Frau ist es immer wieder eine Herzensangelegenheit, Frauen in ihrer Selbstbehauptung zu stärken sowie ihnen dabei zu helfen, selbstbewusst und stark zu werden", so Uwe Reichert. Deshalb wird der erste Teil des Trainings sich auch genau damit beschäftigen. Die innere Haltung und das Auftreten stehen im Fokus.

„Wir wollen den Frauen zeigen, wie sie selbstbewusst auftreten und so gar nicht erst in eine Opferrolle kommen. Denn Täter wollen Opfer und keine Gegner. Je stärker und selbstsicherer eine Frau auftritt, desto schwieriger wird des für Angreifer", macht der Zen-Ki-Budo Trainer deutlich.

Abwehr-und Angriffstechniken

Der zweite Teil des Trainings befasse sich dann mit Abwehr-und Angriffstechniken. Jedoch gehe es bei den Übungen hauptsächlich darum, Aufdringlichkeiten und ungewünschte Berührungen abzuwehren. Die Übungen seien simpel und effektiv - so können sie im Stress einer Notsituation auch noch gut angewendet werden. „Wir wollen den kleinen Weg gehen. Das Ziel soll es sein, sich aus Gefahrensituationen zu befreien", so Uwe Reichert.

Zum Abschluss des Trainings haben die Frauen die Möglichkeit, gegen einen Trainer im Ganzkörperschutzanzug Angriffssituationen zu trainieren. „Hier können die Frauen sich dann auspowern und alles rauslassen", so Reichert weiter.

In Kontakt bleiben und miteinander sprechen

Laut Reichert möchte die Caritas neben dem Training für Frauen, den Teilnehmerinnen auch die Möglichkeit geben, mit ihnen in Kontakt zu treten und über Dinge, die ihnen auf dem Herzen liegen, zu sprechen. Die Verantwortlichen von Zen-Ki-Budo hoffen, dass sie die Teilnehmerinnen auch für weitere Trainingseinheiten begeistern können und vielleicht sogar zur Teilnahme an der Initiative sei-überwältigend, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Frauen in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken und sie mit Techniken gegen Übergriffe auszustatten (halloherne berichtete).

„Wir wollten etwas Dauerhaftes für Frauen kreieren. Etwas, was ihnen dabei hilft, sich in bedrohlichen Alltagssituationen wehren zu können. Das Training ist etwas für jede Frau. Unser Altersspanne liegt zwischen 20 und 55 Jahren", sagt der Träger des Schwarzen Gürtels.

Interessierte Frauen können sich unter s.kaminski@caritas-herne.de oder info@zen-ki-budo.de für das Training anmelden. Für die Teilnahme ist entweder ein negativer Corona-Test erforderlich oder ein Impfnachweis beziehungsweise ein Nachweis über die Genesung. Die Teilnehmerinnen sollen in Sportsachen kommen. Es wird barfuß auf Kampfsportmatten geübt. Jedoch können auch Stoppersocken angezogen werden. Ebenso wird es für die Teilnehmerinnen etwas zu essen und zu trinken geben, sodass sich nach dem Training noch ausgetauscht werden kann.

August
21
Samstag
Samstag, 21. August 2021, von 10 bis 17 Uhr Kampfkunstschule Zen-Ki-Budo , Friedensstraße 6 , 44651 Herne Um Anmeldung wird gebeten: oder .
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