Kreativgruppe näht Schutzmasken

Für Heime und pflegende Angehörige

Nähen im home office auf der Terrasse: Annegret Müller, Mitglied der Kreativgruppe des Fördervereins. Der Stoff mit dem typischen Baum-Logo ist kochfest.
Nähen im home office auf der Terrasse: Annegret Müller, Mitglied der Kreativgruppe des Fördervereins. Der Stoff mit dem typischen Baum-Logo ist kochfest. Foto: Privat

„Stoffel“ war gestern, in Corona-Zeiten wird Schutz für Mund und Nase gebraucht! Zu einer virtuellen Werkstatt hat sich deshalb die Kreativgruppe des Fördervereins der Palliativstation im EvK Herne und des Ambulanten Hospizdienstes zusammengeschlossen. Im „Home office“ produzieren die kreativen Damen wasch- und wiederverwendbaren Mundschutz für Erwachsene und Kinder. Die genutzten Stoffe und Materialien sind kochfest. Weit über 100 Masken sind bereits zugeschnitten. Sie sollen kostenlos an Altenheime und pflegende Angehörige verteilt werden. Anfragen nimmt der Ambulante Hospizdienst unter mobil 0173 40 38068 (Annegret Müller) oder per Mail unter info@hospizdienst-herne.de entgegen.

Vier Näherinnen sind in der virtuellen Werkstatt aktiv. Sie tauschen ihre Ergebnisse und Erfahrungen am Telefon oder über WhatsApp aus. Eine von ihnen ist Annegret Müller, Koordinatorin beim Ambulanten Hospizdienst und leidenschaftlicher Do-it-yourself-Fan: „Die Nichtnäherinnen und alle Ehrenamtlichen, die selbst zur Risikogruppe gehören, gehören mit dazu, sie muntern uns mit lustigen Sprüchen auf.“ Die Masken sollen kostenlos an Interessierte verkauft werden. Annegret Müller: „Über eine kleine Spende würden wir uns freuen.“

Kein Eigenschutz, aber Schutz für andere

Genäht werden die lustig bunten Mundschutz-Masken nach Schnittmustern, die zum Beispiel die Stadt Essen im Internet bereitstellt (von dort hat auch die begeisterte Näherein Livia Leichner ihr Schnittmuster). Annegret Müller: „Wir wissen, dass selbst genähter Mundschutz keine Viren von anderen Menschen abwehren kann. Er schützt aber andere Menschen vor groben Tröpfchen. Unsere Masken können das Risiko, andere anzustecken, minimieren, aber nicht komplett verhindern.“ Trotzdem sei es sinnvoll, die Masken zum Beispiel an Alten- und Pflegeeinrichtungen zu verteilen, die momentan unter Lieferengpässen leiden.

Bei 100 Grad waschbar – auch im Kochtopf

Es sei ausreichend, wenn der Mundschutz nach dem Tragen mit Waschmittel gewaschen werde. Coronaviren sind behüllte Viren, deren Erbgut von einer Lipidschicht umhüllt ist. Sie reagieren deshalb empfindlich auf Alkohole oder Tenside, die als Fettlöser in Seifen, Spül- und Waschmitteln enthalten sind. Allerdings sollte die Waschtemperatur in der Waschmaschine mindestens 60 Grad oder mehr betragen. Annegret Müller: „Alle Materialien sind bei 100 Grad waschbar. Am besten sollten die Masken nach der Nutzung sofort im Kochtopf ausgekocht werden. Das ist energetisch günstiger als wenn man wegen einer Maske eine Maschinenwäsche in Gang setzt.“

Sieben Regeln für das Tragen von selbstgemachtem Mundschutz

  • Trage den Mundschutz immer, wenn du in engem Kontakt mit Menschen stehst.
  • Der Mundschutz muss eng anliegen.
  • Wechsel den Mundschutz, sobald er feucht ist.
  • Entferne den Mundschutz, wenn du nach Hause kommst.
  • Weiche die Schutzmaske sofort in einer Seifen- oder Waschmittellauge ein.
  • Wasche deine Hände gründlich.
  • Koche den Mundschutz in einem Kochtopf 5 Minuten aus oder wasche ihn in einem Waschnetz bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine
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