Energie intelligenter machen

Stadtwerke und Start-Up: Für eine lebenswerte und grüne Stadt

v.l. Daniel Lampa, Digitalisierungsmanager bei den Stadtwerken Herne, Dr. Ralf Kernchen, Geschäftsführer des englischen Start-up accelogress.
v.l. Daniel Lampa, Digitalisierungsmanager bei den Stadtwerken Herne, Dr. Ralf Kernchen, Geschäftsführer des englischen Start-up accelogress. Foto: Stadtwerke

In weniger als drei Monaten von der Idee zur Machbarkeit: Beim Demo-Day des Data Hub Ruhr in Essen haben die Herner Stadtwerke am Mittwoch (28.11.2019) eine IT-Plattform vorgestellt, die energieautarke Häuser wie im Klimaviertel noch effizienter machen kann. Sie ist gleichzeitig der Einstieg in ein Smart City-Konzept für Herne, das durch die Vernetzung unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche Städte nachhaltiger macht. Der von der Gründerallianz Ruhr ins Leben gerufene Data Hub führt Unternehmen mit Start-ups zusammen.

Auf eine internationale Ausschreibung der Stadtwerke hatten sich 29 Start-ups aus 17 Ländern beworben. Die Wahl fiel auf Accelogress aus England. „Agile Arbeitsmethoden und die Zusammenarbeit mit Start-ups sind für die Stadtwerke kein Neuland“, so Stadtwerke-Vorstand Ulrich Koch. „In diesem Projekt hat sich in einem lebendigen Austausch unser ursprünglicher Ansatz in kürzester Zeit mehrfach verschoben.“ Und so kam das Projektteam, das von Prof. Haydar Mecit, der die Stiftungsprofessur der Stadtwerke beim Ruhr Valley innehat, unterstützt wurde, von einer ersten Idee aus dem Bereich Elektromobilität zum Klimaviertel in Sodingen.

Dort haben die Stadtwerke sieben Einfamilienhäuser gebaut, die mit Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und neuartigen Batterie speichern weitgehend energieautark sind. Um diese Quote zu optimieren, haben Stadtwerke und Accelogress eine IT-Plattform entwickelt, die die schwankende Solarstromproduktion und den Verbrauch noch besser in Einklang bringen soll. Dafür sollen die Hausbewohner eine App bekommen, die unter Einbeziehung aktueller Wetterdaten, Stromproduktion und dem Füllstand der Batterie eine Empfehlung ausspricht, wann es günstig ist, energieintensive Elektrogeräte wie die Waschmaschine zu starten. Auch das Laden von Elektroautos kann integriert werden.

Der Clou: Die App zeigt auch an, wie viel Geld man durch die Nutzung des selbstproduzierten Stroms gegenüber herkömmlicher Energie gespart hat. So macht es Spaß, sein Nutzungsverhalten möglichst gut an die Verfügbarkeit von Energie anzupassen.

Auch die Stadtwerke könnten künftig von diesem Projekt profitieren: Wenn immer mehr Hausbesitzer einen Teil der benötigten Energie selbstproduzieren, kann eine genaue Vorhersage der erforderlichen Restmengen helfen, das Stromnetz effizienter zu planen.

„Die eigentliche Innovation des Projektes liegt allerdings noch tiefer“, erklärt Ulrich Koch. „Wie haben am Beispiel des Klimaviertels erstmals eine funktionierende Schnittstelle zu einer frei zugänglichen Plattform namens Fiware entwickelt. Damit haben wir den Grundstein für ein Herner Smart-City-Konzept gelegt. Durch die intelligente Verbindung der Bereiche Energie, Mobilität, Verwaltung und Kommunikation wollen wir dazu beitragen, unsere Stadt lebenswert und grün zu machen.“

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